15.01.2018 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtwerke sehen zunehmendes Problem: Feuchttücher verstopfen die Abwasserrohre

Weiden/Neustadt. Es ist ein regelrechter Batz, der da am "Haken" hängt. Jede Menge Feuchttücher haben einen Klumpen gebildet, der vor Kurzem ein Abwasserrohr in der Brenner-Schäffer-Straße verstopft hatte. "Ein stark zunehmendes Problem", sagt Jürgen Lehner, Abteilungsleiter Abwasser bei den Stadtwerken Weiden.

So ein Batz: Feuchttücher verstopfen zunehmend die Abwasserkanäle wie hier in der Brenner-Schäffer-Straße. Bild: Stadtwerke Weiden
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

"Die Feuchttücher bleiben in den Kanälen liegen. Wenn es dann mal stärker regnet, schiebt es die geballte Ladung Richtung Hebewerk. Die Schneidwerkzeuge hätten keine Chance, die reißfeste Faser zu zerkleinern. Irgendwann geht gar nichts mehr, und wir müssen anrücken." Feuchttücher sind eine schnelle, saubere Alternative für die Körperhygiene, zum Abschminken oder zum Putzen. Schmutzig wird's erst, wenn die Tücher über die Toilette entsorgt werden, wo sie nicht hingehören. Das Weidener Kanalnetz ist 285 Kilometer lang und zählt über 70 Hebewerke, die regelmäßig kontrolliert werden. "Der Reinigungsaufwand ist mehr geworden", sagt Lehner. Was früher nach einer Stunde erledigt war, dauere jetzt dreimal so lang.

Der Mehraufwand verursache auch mehr Kosten. Die Rechnung zahle am Ende der Bürger mit steigenden Abwassergebühren. Gibt es eine technische Lösung für das Problem? "In machen Hebewerken setzen wir größere Pumpen ein", sagt Lehner. "Die schaffen es zwar, die Tücher zu zerkleinern, sind aber im Unterhalt kostenintensiver und verbrauchen mehr Strom." Was bleibt? Lehners Appell an die Vernunft der Bürger, keine Feuchttücher - und auch sonst nichts anderes, was da nicht hingehört - in die Toilette zu werfen.

Im Durchschnitt alle drei Wochen rückten 2017 die Mitarbeiter vom Abwasserzweckverband Altenstadt-Neustadt-Störnstein zu einem der 14 Hebewerke aus, weil es wieder verstopft war, bestätigt Manuel Fischer auf Nachfrage die Problematik. "Dann muss die 600 Kilogramm schwere Pumpe ausgebaut werden, und die Rohre werden mit der Hand frei geräumt. Keine angenehme Arbeit, trotz Vollgummihandschuhen", sagt der Klärwärter. Und er weist noch auf einen anderen Umstand hin, der das Ärgernis verstärkt. Neue WC-Spülungen verbrauchen weniger Wasser. Gut für die Hebewerke, die weniger pumpen müssten, gleichzeitig schlecht für den Durchfluss im Rohr. "Der Dreck bleibt eher liegen. Und wenn's dann regnet, kommt alles auf einmal."

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