10.02.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

WSV: Winterkleidung in der zweiten Woche kaum gefragt - Zum "Aus" gemischte Bilanz: 17 Grad: Zu warm für Daunenjacken

Der letzte Winterschlussverkauf aller Zeiten. Er bescherte den Weidener Einzelhändlern zumeist ein lachendes und ein weinendes Auge. Denn die erste Woche lief angesichts kühler Temperaturen in der Regel gar nicht so schlecht. In der zweiten Woche dagegen verhinderten frühlingshafte 17 Grad den Griff nach der Daunenjacke.

von Jutta Porsche Kontakt Profil

Wenn der Kunde oder die Kundin dennoch zulangte, dann bei der neuen Frühjahrsmode. "Die Leute haben ihren Frühlingsgefühlen freien Lauf gelassen", berichtet Alfred Hauser. Auch wenn der Bayerische Einzelhandel mit dem WSV unzufrieden sei, erklärte der Geschäftsführer von K+L Ruppert deshalb: "In der zweiten Woche ging eben immer wieder Neuware über den Ladentisch, so dass der Kassenbon insgesamt schon passte."

Hosen für 4,99 Euro

Da die restlichen Winterwaren unbedingt noch raus sollen, kündigt Hauser ab sofort super Tiefstpreise an: "Wir verkaufen Damen-Winterjacken, die 69 oder 79 Euro gekostet haben, jetzt für 9,90 Euro. Damen-Hosen für 4,99 statt 39,90 Euro oder Herrenhemden für 4,99 statt 24,99 Euro. Das ist zwar unter Preis, aber wir wollen die Lager räumen."

"Wir haben die Preise schon halbiert. Mehr ist nicht drin", meint dagegen Norbert Bäumler, stellvertretender Geschäftsleiter des Bekleidungshauses Wöhrl, der als einziger erklärt: "Wir waren mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden." Die frühlingshafte zweite Woche habe zwar eher den Absatz der neuen Mode gefördert, räumt auch er ein. Doch: "Der Samstag war noch mal ein richtiger Bringer und bei dem Wetter jetzt, wird auch in den nächsten Tagen noch etwas Winterware gehen."

Ruhig und schleppend

Bei Karstadt hat der WSV "die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt", erklärt dagegen stellvertretender Geschäftsführer Ulrich Hilbig. "Der WSV lief sehr ruhig. Damen-, Herren- und Sportbekleidung ging schleppend. Es war eben kein richtiger Langzeitwinter. Außerdem haben die Kunden schon vor dem Winterschlussverkauf zugelangt, wenn Artikel reduziert waren." Sehr zufrieden war Hilbig dagegen mit dem Geschäft bei Uhren, Schmuck und Parfümerieartikeln. "Das hat aber mit Winterschlussverkauf nichts zu tun."

"Die erste Woche verlief zufriedenstellend, die zweite Woche sehr schlecht", zieht auch Christian Fehr eine gemischte Bilanz. 2003 habe der Wintereinbruch ideale Bedingungen für den WSV beschert, deshalb seien die Umsätze letztlich nicht vergleichbar. Die Frequenz sei in diesem Jahr schlechter gewesen als je zuvor. "Der Verbraucher ist müde, durchgestrichene Preise zu sehen", meint Fehr. Das Vertrauen der Kunden leide letztlich darunter, denn "in manchen Vertriebsstrukturen wird da schon Schindluder getrieben."

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