28.02.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Prostata-Krebs wird so zu spät erkannt - Informationstag bricht mit einem Tabu-Thema: Viele Männer meiden die Vorsorge

von Jutta Porsche Kontakt Profil

Die Prostata stellt bei den Männern in etwa das gleiche Problemorgan dar, was Krebs betrifft, wie bei den Frauen die Brust. "Doch während immerhin 39 Prozent der Frauen die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, tun dies nur 15 Prozent der Männer", bedauert Dr. Theo Klotz, Chefarzt der Klinik für Urologie in Weiden. Der vierte Informationstag, zu dem die Klinik am Samstag, 13. März, in die Klinikums-Cafeteria einlädt, dreht sich aber nicht nur um Prostata-Krebs, sondern um alle möglichen Erkrankungen der Vorsteherdrüse.

"Was Sie schon immer wissen wollten, sich aber nie zu fragen trauten" - unter diesem Motto versprechen die Veranstalter den Bruch mit dem Tabu-Thema Prostata. "Wer beim Wasserlassen Schmerzen hat, sollte zwar den Arzt aufsuchen. In der Regel handelt es sich hier aber um gutartige Vergrößerungen der Vorsteherdrüse", erklärt Dr. Klotz. Vorsorgeuntersuchungen seien deshalb so wichtig, weil bösartige Erkrankungen im Anfangsstadium keine Schmerzen verursachen würden. "Metastasen treten erst im Spätstadium auf, dann ist es bereits höchst gefährlich." Deshalb sollten Männer ab 45 Jahren unbedingt regelmäßig zur Vorsorge gehen. Was dabei gemacht wird, wird übrigens ebenfalls erklärt.

"Ab 50 Jahren hat jeder Mann irgendwelche Probleme mit der Prostata. Das können auch Probleme mit der Sexualität sein", sagt Dr. Klotz. Eine Reihe von Fachärzten wird sich beim 4. Informationstag u.a. mit moderner Diagnostik und Therapie bei Prostata-Erkrankungen befassen. "Es gibt neue Laserverfahren bei gutartigen Vergrößerungen der Vorsteherdrüse und moderne Bestrahlungsverfahren, die bei manchem Prostatakarzinom zur Heilung führen können", sagt Dr. Klotz. Über diesen Themenkomplex wird der Arzt und Diplom-Physiker Dr. Rainer Heyder, Chefarzt der Strahlentherapie am Weidener Klinikum, referieren. "Kein Fachkauderwelsch, sondern patientenorientierte Vorträge", verspricht Dr. Klotz auch namens seiner Kollegen Dr. Petra Baumer (Klinikum Weiden), Dr. Andreas Meißner (Universität Köln) und Dr. Michael Käs (niedergelassener Arzt in Weiden).

Als Mitveranstalter fungiert neben dem Institut für Strahlentherapie am Klinikum auch die Selbsthilfegruppe für Nieren-, Blasen- und Prostata-Erkrankungen unter Leitung von Anni Simmerl. Beginn der Veranstaltung ist um 9 Uhr, Ende gegen 12 Uhr. Für einen Imbiss ist in der Cafeteria gesorgt. Parkplätze im Parkhaus stehen den Besuchern des Informationstages kostenlos zur Verfügung.

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