16.02.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Pressesprecher Klaus Gredinger: Wichtiges Programm für Jugend in der Region - Erfolgsquoten ...: "Jump": Für Nordoberpfalz springt etwas raus

von Jutta Porsche Kontakt Profil

"Von einem Flop kann keine Rede sein", erklärt Klaus Gredinger, Pressesprecher der Agentur für Arbeit (Arbeitsamt) in Weiden. Im Gegenteil: "Wir haben in unserer Region eine hohe Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 25 Jahren. Da war ein besonderes Programm nötig", verteidigt er das 1999 von der Bundesregierung gestartete Jugendsofortprogramm "Jump". Denn: "Alles ist besser, als wenn die Jugendlichen auf der Straße stehen. Selbst wenn nach der Maßnahme nicht jeder eine Anstellung findet, dann war er zumindest wieder eine Zeit lang beschäftigt."

Zwei Drittel bleiben

Eine große deutsche Boulevardzeitung hat "Jump" zum Flop erklärt, da nach ihren Angaben zwei Drittel der Teilnehmer die Ausbildung abgebrochen haben. Lediglich acht Prozent der Beteiligten hätten nach Ablauf des Programms einen regulären Arbeitsplatz gefunden, heißt es weiter. Zahlen, die Klaus Gredinger für die Nordoberpfalz keinesfalls bestätigen kann. Auch wenn er einräumt, dass die Erfolgsquoten je nach Art der Maßnahme sehr unterschiedlich ausfallen.

"Bei direkter Förderung im Betrieb, liegt die Erfolgsquote am höchsten", sind die Erfahrungen in der Stadt Weiden sowie in den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth. Allein 2003 konnten hier 280 Jugendliche bis 25 Jahre eine Ausbildung starten, weil über das Programm "Jump" Lohnkostenzuschüsse gewährt wurden. "In den meisten Fällen sind das 50 Prozent der Lohnkosten für ein halbes Jahr", berichtet Klaus Gredinger.

Voraussetzung sei allerdings, dass der Betrieb den Lehrling zusätzlich einstelle und dass er ihn mindestens genauso lange weiter beschäftige, wie die Fördermittel geflossen seien. "Nach unseren Erfahrungen bleiben zwei Drittel der Jugendlichen aber auch nach dieser Bindungsfrist weiter in den Betrieben beschäftigt. Wir haben in diesem Bereich außerdem ganz wenig Abbrecher."

Bei Arbeitsbeschäftigungsmaßnahmen dagegen fällt die Übernahmequote mit knapp 20 Prozent deutlich niedriger aus, räumt Gredinger ein. Überhaupt: "Die Palette der Fördermöglichkeiten reicht bei ,Jump' von A wie außerbetriebliche Ausbildung bis Z wie Zuschuss zu den Lohnkosten. Jede Maßnahme weist eine andere Erfolgsquote auf." So können Jugendliche beispielsweise auch den Hauptschulabschluss nachholen. "In diesen Fällen gibt es natürlich keine Übernahmequote, weil es kein Arbeitsverhältnis gibt."

Von den insgesamt 614 Jugendlichen, die 2003 in das Programm "Jump" aufgenommen wurden, kamen 100 in den Genuss von Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen der Berufsberatung, um vorhandene Defizite zu beseitigen und sie so fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Doch selbst wenn nicht alle anschließend eine Anstellung finden. Ohne die Maßnahme wären ihre Chancen auf dem freien Markt noch weit geringer, meint Gredinger.

Jugend stärker gefährdet

"Im Dezember 2003 hatten wir 470 Arbeitslose mehr als im Dezember 2002", verweist Gredinger auf die Statistik. "Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren dagegen waren es hundert Betroffene weniger als 2002. Auch das ist ein Erfolg von ,Jump'." Denn eines liegt für ihn ebenfalls auf der Hand: "Jugendliche, die auf der Straße stehen, sind wesentlich gefährdeter als ein 40-Jähriger, der in seinem Leben bereits gefestigt ist."

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