09.12.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Information über strukturelle Veränderungen bei Betriebsversammlungen in allen Werken - ...: Bereits Kurzarbeit bei Nachtmann in Weiden

von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Nur ein übles Gerücht? Einem Hacker soll es angeblich gelungen sein, in die EDV-Anlage der Geschäftsleitung eines Nachtmann-Werkes im Bayerischen Wald einzudringen und dort streng geheime Unterlagen auszuspionieren.

Darunter seien angeblich auch unausgorene "Strategie-Spiele" gewesen: Was ist möglich, was notwendig? Welche Veränderungen kommen auf welches Werk zu. Vermeintliche Dossiers, darunter sogar Namenslisten von Mitarbeitern, von denen sich das Unternehmen trennen wolle, kursieren seit Tagen, heizen die Gerüchteküche an: Viele bangen bei Nachtmann um ihren Job. Schlagwörter wie Sozialplan und Ausgliederung von langjährigen Nachtmann-Mitarbeitern in eine Beschäftigungsgesellschaft geistern durch die Werke. Selbst der Landrat aus Freyung-Grafenau saß den "Informationen" auf. Er fürchtete um 200 Arbeitsplätze in seinem Raum, forderte flugs, dass die Verwaltung von Neustadt/WN nach Spiegelau verlagert werde. Auch der Neustädter Landrat Simon Wittmann schaltete sich und den Freistaat ein.

Heftig dementiert Nachtmann-Technikvorstand Klaus Götz den "Computer-Einbruch". Die EDV sei sicher: "Bei uns wurde nichts geknackt." Allerdings seien durch Indiskretionen bruchstückeweise und damit fehlerhafte Insider-Infos in Umlauf geraten, die anonym weiter gegeben wurden und nun für Befürchtungen sorgten.

"Wir haben gehofft, das läuft sich von selbst tot", räumt Götz ein. Allerdings sei dies nicht geschehen. Auch deshalb werden am heutigen Donnerstag die Mitarbeiter in Neustadt/ WN, Weiden und Amberg, am Freitag im Bayerischen Wald in Betriebsversammlungen über die konkret anstehenden strukturellen Veränderungen informiert. "Aufgrund der Situation unseres Unternehmens sind wir zum Handeln gezwungen. Wir müssen umfassende Maßnahmen einleiten. Darüber sind wir im Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern, um zu konkreten Lösungen zu finden."

Kurzarbeit

Technik-Vorstand Klaus Götz bestätigt zwar, dass für das Werk Weiden seit 1. Dezember Kurzarbeit angemeldet ist. Nicht äußern wollte er sich jedoch zu Hinweisen, dass Am Forst bereits Maschinen abgebaut und in den Bayerischen Wald verfrachtet worden seien, mit denen in Weiden bisher gewinnbringend gearbeitet habe. - Wieder nur ein übles Gerücht?

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