29.01.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Herbert Putzers Appell: Unfälle unbedingt an BRK-Rettungsleitstelle melden: Wirrwarr an Notrufnummern

"In einer Notsituation ist der Bürger aufgeregt. Da ist er überfordert, wenn er in diesem Wirrwarr von Notrufnummern entscheiden muss, wo er anrufen soll." So mancher Notruf landet deshalb nach Angaben von Herbert Putzer noch immer an der falschen Stelle.

von Jutta Porsche Kontakt Profil

Der Leiter der BRK-Rettungsleitstelle Weiden bedauert bis heute die im Januar 2003 erfolgte Ausgliederung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns aus dem gemeinsamen Notrufsystem. Das wurde in dem Jahrespressegespräch am Dienstag deutlich.

Augsburg entscheidet

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat seit 15. Januar zwar ein Call Center in Augsburg, das unter der Telefonnummer 01805/191212 den ärztlichen Bereitschaftsdienst u.a. im Großraum Weiden organisiert. "Viele Verkehrsunfälle werden jetzt aber nach Augsburg gemeldet, und wir kriegen sie dann zurück", schildert Putzer. Auch der mit der Ausgliederung der KVB erhoffte Rückgang von Notarzteinsätzen sei bisher nicht eingetreten. "Die letzte Entscheidung liegt hier bei Augsburg. Und da kommt einiges als Notarzteinsatz zurück."

Bei Unfällen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen sollen Hilfesuchende die Notrufnummer 19222 des Rettungsdienstes wählen, appellierte Putzer. Das Call Center Augsburg dagegen koordiniert den ärztlichen Bereitschaftsdienst an Wochenenden und Feiertagen, wenn Patienten an Grippe oder kleineren Symptomen leiden.

Über Arbeitsmangel jedenfalls konnte die BRK-Rettungsleitstelle Weiden, die auch die Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth mit betreut, nicht klagen. Sie bearbeitete 2003 immerhin 48378 Einsätze, darunter 40623 Rettungsdienst-Einsätze und Krankentransporte (2002: 42962). Insgesamt sind die acht Rettungswachen in der Region für eine Fläche von 2600 Quadratkilometern und fast 225000 Einwohner zuständig.

Höheres Alter und Hitze

Die Zahl der internistischen Notarzteinsätze ist 2003 um 216 auf 4135 angestiegen. Die Gründe hierfür lassen sich laut Herbert Putzer nur vermuten. Denkbar seien das höhere Durchschnittsalter der Bürger, vermehrter Stress, und im Jahrhundertsommer 2003 habe sicher auch die starke Hitze eine Rolle gespielt.

Als Unfallschwerpunkte, bei denen es auch Todesopfer zu beklagen gab, nannte Putzer die Einmündung der B15 in die B22 (Höhe A.T.U) in Weiden sowie die A93 im Bereich Weiden-Süd, Weiden-Nord und in Höhe Mitterteich. Folgenschwere Unfälle ereigneten sich zudem auf der Staatsstraße 2166 Weiden-Vohenstrauß in Höhe Theisseil, Waldau und Albersrieth, auf der Staatsstraße Weiden-Hirschau in Höhe Rödlaser Berg, auf der B22 bei Tännesberg und am Steinbacher Berg sowie auf der B14 bei Lohma.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.