05.03.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Der Nager verursacht auch in der Stadt immer mehr Schäden - Drei Bäume müssen gefällt werden: Biber beißt jetzt Weiden an

Der Biber beißt - oder besser gesagt, schlägt - jetzt auch in Weiden kräftig zu. Am so genannten Düker unterhalb der Leihstadtmühle, in dem die Waldnaab unter dem Flutkanal durchgeleitet wird, hat der eifrige Nager mehreren alten Weidenbäumen so stark zugesetzt, dass die jetzt gefällt werden müssen. "Die Situation hat mittlerweile bedrohliche Ausmaße angenommen", erklärt Manfred Riebl.

von Jutta Porsche Kontakt Profil

Wenn die kräftig angenagten Bäume ins Wasser kippen würden, hätte das nämlich gerade an dieser Stelle verheerende Folgen, weiß der Fachmann vom Wasserwirtschaftsamt. "Die Bäume wurden durch den Unterdruck in den Düker gezogen und dort alles verstopfen. Wir hätten die schönste Überschwemmung, und es wäre sehr kompliziert und aufwendig, die Bäume dort wieder rauszuholen."

Also werden die Männer vom Wasserwirtschaftsamt selbst die Säge ansetzen und die 50 bis 60 Jahre alten Bäume zu Fall bringen. Zwei bis drei Weiden sind nach Auskunft von Flussmeister Rainer Rewitzer betroffen. "Vielleicht können wir eine Ast-Gabelung des dritten Baumes erhalten, so dass sich daraus eine Kopfweide bildet." Da die Bäume im Landschaftsschutzgebiet stehen, sei die Fällaktion bereits mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen und genehmigt worden, betont Riebl. "Wir machen das selbst nicht gern. Aber wir müssen jetzt handeln, um größeren Schaden zu vermeiden."

Gleiches gilt für eine weitere Gefahrenstelle nahe der Pirkmühle. Hier müssen drei Pappeln und eine Weide entfernt werden. "Es kommt immer häufiger vor, dass das Höhlensystem des Bibers zur Gefahr wird", sagt Rainer Rewitzer. "Der Flutkanal ist eine Hochwasserschutzeinrichtung. Wenn der Biber da im Randbereich seine Höhlen gräbt, droht Unterspülung. Das gefährdet den Deich und die Standsicherheit, weil darüber liegenden Wege absinken können." Den neuen Radweg zur DJK am Flutkanal habe der eifrige Nager inzwischen auch schon untertunnelt. Mit Biberschutzgittern will die Behörde künftig verstärkt dagegen halten.

Überhaupt müsse das Wasserwirtschaftsamt ziemlich viel Geld aufwenden, um die durch den Biber verursachten Schäden und Verunreinigungen wieder zu beseitigen, rechnet Riebl für die Gewässer erster und zweiter Ordnung vor. "2002 waren es 96000 Euro. 2003 wurden insgesamt 64000 Euro für Unterhalt und Biberschutzmaßnahmen ausgegeben."

Dass der eifrige Nager sich seit zirka zwei Jahren auch im Stadtgebiet Weiden immer mehr ausbreitet, hat die Experten ziemlich überrascht. "Er hat keinen Feind und taucht sogar am hellen Tag auf." Von einer "Zwangsumsiedlung", z.B. nach Kroatien, verspricht sich Riebl jedoch keine große Abhilfe. "Dann wandern einfach andere Biberfamilien nach."

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