13.03.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bewegung erhält Muskelkraft - Arthrose in der Oberpfalz weit verbreitet - Informationsabend: Auf keinen Fall das Gelenk schonen

"Die Schmerzen sind für einen Gesunden kaum vorstellbar", weiß Chefarzt Dr. Manfred Hausel. Wird die Lebensqualität durch Arthrose so dramatisch eingeschränkt, dann hilft nur noch die Operation. Doch bevor es so weit kommt, lässt sich durchaus gegensteuern. Über das "Gewusst wie" informiert die Gesundheitsveranstaltung zum Thema "Gelenkverschleiß - Arthrose".

von Jutta Porsche Kontakt Profil

Das Motto ist Programm: "Aktiv im Sport - Mobil bis ins hohe Alter", lautet die Devise am Donnerstag, 18. März, ab 18 Uhr in der Max-Reger-Halle. "Nach Hüfte, Knie-, Schulter- und Sprunggelenk, widmen wir uns diesmal dem wichtigsten Teilaspekt: dem Knorpel", sagte Dr. Hausel im Pressegespräch am Freitag. Die Unfallchirurgie am Klinikum Weiden, AOK und Volkshochschule wollen mit dieser Veranstaltung - präsentiert vom Medienhaus "Der neue Tag" - alle Altersgruppen erreichen. "Junge Menschen erfahren, wie sie dem Verschleiß vorbeugen können. Ältere, wie sie wieder mobil werden können."

Das Thema ist in der Region übrigens von besonderem Interesse: Studien belegen, dass die Oberpfalz zu den Gebieten zählt, in denen besonders viele Menschen mit Endoprothesen versorgt werden müssen. "In Köln dagegen gibt es kaum Betroffene." Konkrete Ursachen dafür sind nicht bekannt.

Dr. Thomas Weigand, Leitender Oberarzt in Bad Abbach, wird die "Arthroseentstehung und medikamentöse Therapie" aufzeigen. "Es gibt aber auch alternative Therapien und homöopathische Mittel wie Teufelskralle oder Grünlippmuschelkalk, die vorbeugen oder bei leichten Fällen helfen können." Über naturheilkundliche Behandlungsweisen wird der Weidener Arzt Reiner Sollfrank informieren.

Der größte Fehler, den viele Betroffene machen: "Sie schonen das schmerzende Gelenk", bedauert Jens Hegebart, Physiotherapeut am Klinikum. Die Muskelkraft schwindet, Instabilität und Sturzgefahr wachsen. "Mit Kälte- oder Wärmeapplikationen, manueller Therapie und gymnastischen Übungen lässt sich gegensteuern." Überhaupt: Bewegung tut gut. Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren zählen - da gelenkschonend - zu den empfehlenswerten Sportarten.

Eine spezielle Operationstechnik zur Behandlung von Gelenkknorpelschäden stellt der Orthopäde Dr. Jürgen Fritz vor. "Er isoliert körpereigene Knorpelzellen, die nach der Behandlung wieder eingesetzt werden", erklärt Dr. Hausel. "Zu 80 Prozent ist der Knorpel dann wieder so wie bei einem Gesunden."

"Wenn das alles nicht mehr greift, muss ein künstliches Gelenk eingesetzt werden", sagt Leitender Oberarzt Dr. Elmar Baumer. Dank des medizinischen und technischen Fortschritts seien die Operationen für den Patienten inzwischen viel schonender. Dabei würden immer mehr Menschen bereits ab 40 Jahren operiert. "Eine Endoprothese schafft neue Lebensqualität. 90 Prozent der künstlichen Gelenke sind nach zehn Jahren noch voll funktionsfähig. Auch ältere Menschen gewinnen dadurch neue Mobilität."

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