15.11.2013 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

250 Jahre russlanddeutsche Geschichte: Ausstellungseröffnung im Café Mitte: Ein langer gemeinsamer Weg

250 Jahre liegt sie inzwischen zurück: Die Veröffentlichung des "Einladungsmanifests" der Zarin Katharina II. am 22. Juli 1763. Die Regentin warb damit für die Übersiedelung nach Russland. Es kamen nicht zuletzt: Deutsche. Im Jahr 2013 erinnern viele Vereinigungen an dieses Datum. Auch die Weidener Ortsgruppe "Deutsche Jugend in Europa" (DJO). Diese präsentiert zusammen mit dem Café Mitte eine Ausstellung über das Manifest und die folgende Geschichte.

Schwungvoll und musikalisch begleitete die Folkloregruppe "Kalinka" die Eröffnung der Ausstellung über 250 Jahre russlanddeutsche Geschichte im Café Mitte. Dabei erläuterten Waldemar Hock (Zweiter von rechts) und Tatjana Cybaeva (Vierte von rechts) den Gästen, darunter Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (Zweiter von links), die Ausstellungsinhalte. Bild: Dobmeier
von Autor rdoProfil

Zur Eröffnung waren deutsche und russlanddeutsche Gäste ins Stadtteilzentrum am Stockerhutpark gekommen. Nach der Begrüßung durch Waldemar Hock, Leiter der DJO-Jugendgruppe "Di & Di", übernahm es Tatjana Cybaeva, den Besuchern die Ausstellung näherzubringen.

Frühe Blütezeit

Die 37-jährige geborene West-Sibirierin - medizinische Fachangestellte in ihrem Heimatland und jetzt Sozialarbeiterin in Deutschland - erläuterte die fünf Schautafeln der Ausstellung näher.

Diese beginnen die 250-jährige russlanddeutsche Geschichte mit dem Anwerben von deutschen Fachkräften, besonders Handwerker und Bauern, die an der Wolga und in anderen Gebieten siedelten.

Dargestellt werden die Blütezeit bis zum späten 19. Jahrhundert sowie der Erste Weltkrieg und seine Folgen für die Deutschen im russischem Reich. Mit der Machtübernahme der Bolschewiken 1917 kamen Hunger, Verfolgung und Vertreibung. Ebenfalls Thema ist das dunkle Kapitel des Zweiten Weltkrieges, die Nachkriegszeit sowie der politische Aufbruch durch Gorbatschow.

Gut integriert

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß spannte in seinem Grußwort den Bogen vom Zarenreich bis in die Gegenwart. Heute lebten in Weiden 3500 bis 4000 Bürger, die aus russischen Gebieten stammten.

Gerade die jüngere Generation kenne keine Sprachbarrieren. Das Stadtoberhaupt betonte zudem den großen Integrationswillen der Zuwanderer.

Die Folkloregruppe "Kalinka" brachte russische Weisen sowie deutsche Lieder zu Gehör. Unterstützer der Veranstaltung ist neben dem Café Mitte e. V. auch das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken".

Die Ausstellung ist bis zum Freitag, 22. November, im Café zu sehen. Öffnungszeiten: Montag von 11 bis 14 Uhr, Dienstag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr.

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