07.02.2004 - 00:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Dr. Erös beschreibt Einfluss des Taliban-Regimes: Frauen ohne Rechte

von Werner Schirmer Kontakt Profil

Einen außergewöhnlichen Einblick in die Kultur der Afghanen konnte Dr. Reinhard Erös beim Vortrag im Kettelerhaus vermitteln. Ein Teil war dabei das Kapitel über das Taliban-Regime, das eigentlich eine untypische Episode in der mehrtausendjährigen Geschichte ist.

Durch den Krieg mit Russland haben Millionen Menschen (rund ein Drittel der Bevölkerung) das Land verlassen müssen, überwiegend Frauen und Kinder. Gerade in den Flüchtlingslagern in Pakistan hätten Saudis die Kinder in die Koranschulen gelockt. Anreize waren dabei die materielle Sicherheit. Dort seien die oft einfachen Bauernbuben in unvorstellbarer Weise mit dem "arabischen Islam" indoktriniert worden. Die Afghanen selbst hätten kein Interesse den Glauben zu verbreiten. Auch hätte dieser liberalere Islam kaum Rechte beschnitten.

Nach dem Abzug der Russen hatte das Land dann unter dem nachfolgenden Chaos und kriminellen Machenschaften zu leiden. In dieser Zeit kamen die Taliban (das Wort bedeutet Schüler) aus den Lagern ins Land - und mit ihnen ein strenger Islam mit harten Gesetzen und Strafen. Folgen waren eine Vernichtung der Kriminalität, aber auch der Verlust der Rechte. So gingen den Frauen, die bislang in vielen Lehrberufen, aber auch wissenschaftlichen Feldern tätig waren, alle Rechte verloren.

1995 kommt Osama Bin Laden, ein reicher Saudi ins Land, und erhält die Gastfreundschaft. "Die Taliban waren stolz auf den Besuch dieses bedeutenden Mannes", erzählt Dr. Erös. Doch beschreibt er die Taliban auch als Analphabeten, die in den Koranschulen den Text auswendig lernen mussten. "Es sind Bauernburschen, die kein Flugzeug fliegen können!" Von der Alkaida seien die Taliban dann ausgenutzt worden. Und den Zuhörer versichert der Mediziner: "Die Masse der Menschen in Afghanistan hat mit den Taliban nichts zu tun." 2001 kam es zum Sturz des Taliban-Regimes.

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