14.01.2021 - 10:02 Uhr
OTon

Die Millenial-Mama zwischen Generationen

In einer digitalisierten Welt Mama zu werden, ist mit anderen Herausforderungen verbunden als in den 90ern oder 60ern. Das erfährt Anne Sophie Vogl am eigenen Leib. Von den Verwirrungen einer Millenial-Mama erzählt sie im OTon.

Schnuller oder nicht? Stoffwindel oder Wegwerf-Windel? Und passt das Baby in die "Norm"? Die Millenial-Mama muss sich mit vielen Fragen rumschlagen, um die sich frühere Generationen keine Gedanken machen mussten.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Die Millenial-Mama hat es oft nicht leicht. Den Eindruck bekomme ich zumindest, so als zukünftige Millenial-Mama. Sie wird überschüttet mit Informationen der Schwangerschafts-App, von Insta-Moms, deren Babys besser angezogen sind als man selbst, und offenbar nie alles vollkotzen. Dann gibt es da noch die Grusel-Mami-Foren, bei denen sich jeder Pups zu einem Worst-Case-Szenario entwickelt.

Die Insta-Moms

Die Millenial-Mama muss mithalten mit der perfekten Vorstellung von täglich frisch gekochter Bio-Beikost, Stoffwindeln, Kinderwagenfrei, Schnullerfrei und trotzdem noch ein super aufgeräumtes Haus (bitte total stylisch und neu gebaut) vorweisen. Und bitte: Niemals beschweren, denn man kann ja froh sein, überhaupt ein Kind zu haben. Deswegen darf man auch niemals nie ein negatives Wort verlieren, wenn man drei Tage nicht geschlafen hat.

Der Spießrutenlauf beginnt in oder sogar vor der Schwangerschaft: „Was? Du trinkst/isst/machst … noch?“ oder „Was? Du trinkst/isst/machst ... nicht?“ Dabei treffen nicht selten alte „Weisheiten“ von der baldigen Uroma auf die Überzeugungen der Super-Muttis von heute – man selbst mittendrin. Als wäre man nicht verunsichert genug.

Die 90er-Mama

Für meine Mutter, eine 90er-Mama, war es entspannter, wie sie mir erzählt. Sie hat sich natürlich auch ihre Gedanken gemacht. Doch wollte sie etwas genauer wissen, hat sie in einem Ratgeber-Buch nachgelesen oder ihren Arzt oder die Hebamme gefragt. Das waren wenige, aber zuverlässige Quellen – nicht das ganze Internet. Kurzzeitige, kleinere Abweichungen des Babys von der „Norm“ hat die 90er-Mama meist gar nicht mitbekommen. Sie war froh, am Ultraschall irgendetwas babyähnliches zu erkennen – es wurde einfach weniger Tumult um alles gemacht.

Neues Jahr, neues (Baby-)Glück

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Die 60er-Mama

Die 90er-Mama konnte natürlich auch die eigene Mutter fragen - eine 60er-Mama. In dieser Zeit herrschten Mythen und Legenden wie: „Lass‘ das Baby schreien, das stärkt die Lungen!“ oder „Tunk‘ den Schnuller in Honig!“. Auch beliebt: „Das Bettchen bloß nicht vor der Geburt aufstellen, das bringt Unglück!“ Solch altertümliche Ratschläge sind auch heute nicht hilfreich – verbreitet werden sie trotzdem noch. Dabei haben es die Mamas von damals in der Hand, den Millenial-Mamas Mut zu machen. Worte wie „Du machst das toll“ und nicht „Mach’ das anders“, „Vertraue auf dein Herz“ und nicht „Du musst ...“ können wahre Wunder bewirken.

OTon: Kollege Matthias Schecklmann hat im Lockdown einige Filme für sich entdeckt.

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Hintergrund:

OTon

In der Kolumne „OTon“ schreiben junge Mitarbeiter von Oberpfalz-Medien über das, was ihnen im Alltag begegnet. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie sie die jungen Leute tagtäglich für die Leser aufbereiten, sondern um ganz persönliche Geschichten und Meinungen

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