11.10.2007 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Leni Wölzl, eine "Sulzbacher Institution" feiert in erstaunlicher Rüstigkeit ihren 100. ...: Und täglich ein Stamperl zur Gesundheit

von Jürgen HerdaProfil

Vom 1. Bürgermeister wünschte sie sich eine Flasche Obstler, weil sie halt ab und zu gern ein Stamperl trinkt, als Gesundheitselixier versteht sich. Und weil Gerd Geismann der Wunsch einer hundertjährigen Sulzbach-Rosenbergerin Befehl ist, brachte er die Flasche Schnaps auch mit, als er Leni Wölzl zu ihrem hohen Ehrentag die Glückwünsche der Herzogstadt und auch seine persönlichen besten Wünsche übermittelte.

Gestern feierte die überaus rüstige Jubilarin mit vielen Freunden und Verwandten im Aufenthaltsraum des Altenheims St. Barbara ihren 100. Geburtstag und blickte mit ihnen zurück auf ein ebenso bewegtes wie erfülltes Leben - ein Jahrhundert, vollgepackt mit Erinnerungen. Gratulanten war neben Bürgermeister Gerd Geismann und Dekan Walter Hellauer auch Landrat Armin Nentwig.

Leni Wölzl wurde in der Oberen Bachgasse in Sulzbach geboren. Ihre Mutter war Hausfrau, und ihr Vater arbeitete in der Kommunbrauerei im Boch. Viel von ihrer Kinder- und Jugendzeit verbrachte sie im Schöppl-Hofner-Haus. Die gelernte Weißnäherin spielte früher auch leidenschaftlich gern Theater im Josefs-haus.
Die Wölzl Leni stand lange Zeit im Café Grünberger hinter der Theke, ebenso bei den Festwochen am Annaberg im Ausschank. Mit dem Motorradl reiste sie viele Jahre im ganzen Gäu von Kirchweih zu Kirchweih, um am Kirwastandl der Grünberger Leckereien zu verkaufen. Im Birgland und darüber hinaus kannte man sie als die "Sulzbacher Leni". Im alten Sulzbacher Schwimmbad war die Jubilarin ebenfalls tätig.

Seit 1970 war das Eckert-Haus ihre zweite Heimat. Leni Wölzl kümmerte sich immer liebevoll um die Kinder der Eckerts und half der Familie bei deren Betreuung und Erziehung. Nach einem Oberschenkelhalsbruch zog sie von ihrem Elternhaus um ins Altenheim.

Leni Wölzl war stets eine fleißige Kirchengängerin und besuchte fast jeden Tag das Gotteshaus. Früher half sie der Caritas-Schwester auch immer beim Sammeln von Spenden, unter anderem auch für die Errichtung des Barbara-Altenheims. Nun lebt sie hier selbst als älteste Bewohnerin und fühlt sich seit dem ersten Tag in der Gemeinschaft der Senioren sehr wohl.
Jeden Tag genießt sie ihr Stamperl Schnaps und ist auch einem Schluck Gerstensaft nicht abgeneigt. Ob dies ein Geheimnis ihren hohen Alters ist?

Wie auch immer: Die Wölzl Leni ist eine "Sulzbacher Institution", und selbst Bürgermeister Gerd Geismann selbst holte sich von ihr schon des öfteren gute Ratschläge und Informationen ein. Zu ihrem 100. Geburtstag ehrten Herzogstadt und Landkreises Amberg-Sulzbach die Leni mit Geschenken und Urkunden. Landrat Armin Nentwig überreichte dem Geburtstagskind dazu noch einen Korb mit Leckereien. Und nicht zu vergessen: Trotz ihres hohen Alters liest Leni Wölzl bis heute noch täglich die Sulzbach-Rosenberg Zeitung. Ergo gratuliert auch die Redaktion der SRZ einer ihrer ältesten Leserinnen ganz herzlich!

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