06.06.2005 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Auf die Sicht kommt es an: Heidi Himmelhuber spricht über Angst und den Umgang damit: Ziel: Der Angst mutig ins Gesicht sehen

von Autor MMAProfil

"Angst hat viele Gesichter - Konstruktiver Umgang mit Angstgefühlen" war Thema des Abends in der Ökumenischen Sozialstation. Die Leiterin Maria Kustner freute sich neben vielen Zuhörerinnenüber den Besuch der Referentin, Sozialpädagogin und Leiterin des Sozial-Psychiatrischen Zentrums, Heidi Himmelhuber.

Diese meinte eingangs, dass Angst viele Gesichter habe und sehr unterschiedliche Reaktionen auslösen könne, die sehr oft auch körperlich wahrgenommen werden. Zwar sei Angst eigentlich sinnvoll und natürlich, doch auch hier "macht die Dosis das Gift" zitierte sie Hippokrates.

Sollten Probleme bei Angstgefühlen auftreten, empfahl sie, das Sozial-psychiatrische Zentrum in Amberg zu kontaktieren oder dessen Außenstellen. Auch viele Ärzte, Selbsthilfegruppen und Pfarrgemeinden würden hier weiterhelfen und hilfreich zur Seite stehen.

Heidi Himmelhuber verwies darauf, dass Patienten wie Depressive oder Hypochonder verstärkt Angst empfinden würden, und schizophrene Phasen mit Angstattacken nicht ungewöhnlich seien. Innerlich seien diese Personen geschwächt, die eigenen Stärken würden nicht mehr gesehen und die Wahrnehmung sei einseitig fixiert.

Dies unterstrich die Sozialpädagogin mit dem Beispiel "alte oder junge Frau" und sie betonte, dass es immer und auch bei Angstgefühlen "auf die Sicht ankomme", die verschlimmere oder korrigierend helfe.

Reale Ängste und irreale Ängste unterschied sie und sie zeigte auf, dass Angst immer damit zu tun habe, wie man sich zum Zeitpunkt selber fühle. Dass Ängste auch erlernt, bzw. von Erziehungspersonen übertragen werden können, bestätigten die Zuhörerinnen bei den Beispielen mit der Angst vor Mäusen oder Spinnen.

Grundsätzlich sei es gut, sich selber bewusst zu werden, welche Ängste man habe und vielleicht auch deren Herkunft anzusehen, um damit umgehen zu lernen. Als große Hilfe empfahl die Referentin eine Verhaltenstherapie, aber auch Gespräche und vorübergehend auch Medikamente, vor deren Dauergebrauch sie allerdings eindringlich warnte.

Heidi Himmelhuber ging noch auf den Zusammenhang von Alter, Trauer und Ängsten ein und postulierte, dass nur ein Aktivwerden aus dem Teufelskreis heraushelfen könne. Würde der oder die Betroffene dies selber nicht (mehr) können, so seien Angehörige, Freunde oder Nachbarn gefordert, etwas zu tun, um es nicht zum Kollaps der Psyche kommen zu lassen.

"Der Angst ins Gesicht schauen" sei grundsätzlich richtig und wichtig, schloss sie, aber auch ein körperlich-seelisches Durchatmen, wenn möglich dreimal am Tag. Hilfreich sei hierfür die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, welche sie zum Abschluss anbot und die alle gerne mitmachten.

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