16.08.2021 - 14:57 Uhr
Wildenau bei PlößbergSport

Erinnerung an Gerd Müller: Wie Marcus Fritsch zu seinem Bayern-Trikot von 1969 kam

Egal ob Händedruck, Autogramm oder Erinnerungsfoto: Gerd Müller war keiner, der Fußballfans eine Bitte abschlug. Auch Marcus Fritsch gehört zu den Beschenkten.

Ein Originaltrikot des FC Bayern aus dem Jahr 1969: Gerd Müller schenkte dem jungen Marcus Fritsch einst diese Rarität und versah sie zusätzlich mit einer Widmung.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Natürlich spielte gegenseitige Sympathie eine wichtige Rolle. Sonst hätte Gerd Müller nie im Leben Marcus Fritsch ein so persönliches Geschenk gemacht. "Ich habe ihm mal beiläufig erzählt, dass ich Fußballtrikots sammle. Vor allem natürlich die vom FC Bayern", beginnt der Vorsitzende des Fanclubs Wildenau seine Anekdote.

Wenige Tage später war der Oberpfälzer stolzer Besitzer einer echten Rarität. Auf dem Bayern-Gelände an der Säbener Straße übergab ihm der einst weltbeste Stürmer ein Original-Trikot der Münchener von 1969. "Es war weinrot mit einem alten FC-Bayern-Wappen und diesen Schnürbändern am Kragen", berichtet Fritsch. Eine kurze Widmung war inklusive. "Für Marcus" hatte Müller eigenhändig auf die Trikot-Vorderseite geschrieben. Und zur Abrundung hatte der Bomber der Nation seine Signatur darunter gesetzt. "So etwas hatte ich nicht erwartet. Ich war mächtig beeindruckt", sagt Fritsch über jene Geschenkübergabe vor 16 Jahren.

Zur damaligen Zeit, zwischen 2005 und 2007, ging Fritsch an der Säbener Straße ein und aus. Von Berufs wegen hatte es den eingefleischten Bayern-Fan nach München verschlagen. Und weil mit Hans Röckl ein gebürtiger Bärnauer für den FC Bayern als Schiedsrichter unterwegs war, pfiff er alsbald ebenfalls nebenbei für die Rot-Weißen.

Für Gerd Müller, damals Nachwuchstrainer bei den Bayern, war das Oberpfälzer Duo ein gefundenes Fressen. "Da kommt ja wieder Deutschlands schlechtester Schiedsrichter und sein Nachwuchs", pflegte er Röckl/Fritsch zu begrüßen. "Er hatte immer Scherze auf Lager. Ohne die lief kein Gespräch mit ihm ab", erinnert sich Fritsch. "Das war seine Art. Das war Gerd Müller, wie ihn alle kannten."

Beim Small Talk alleine blieb es nicht. Man traf sich öfters mal im damaligen Café auf dem Vereinsgelände. "Wir haben dort gemeinsam gefrühstückt und uns super unterhalten", sagt Fritsch. Das Ganze als Freundschaft zu bezeichnen, wäre zu weit gegriffen. "Aber wir waren gut miteinander bekannt. Es war eine tolle Erfahrung. Müller war ja schon immer mein Idol."

Einige Jahre später, Fritsch war längst in die Oberpfalz zurückgekehrt, kam es zum unverhofften Wiedersehen. Der Fanclub Wildenau hatte sich für die Austragung des Traumspiels 2013 beworben und wollte seine Bewerbungsmappe in der Bayern-Geschäftsstelle präsentieren. "Gerd Müller war auch da. Wir haben uns natürlich herzlich begrüßt."

Damals bereits, so Fritsch, seien beim ehemaligen Weltklassefußballer aber erste Anzeichen von Demenz erkennbar gewesen. Müller setzte aus Zeichen der Verbundenheit seine Unterschrift unter die Bewerbungsunterlagen und übergab den Mannen aus Wildenau einen signierten Ball. "Es war fast sein letzter Auftritt. Danach war er nicht mehr in der Öffentlichkeit." Das Bayern-Trikot aus den Sechziger Jahren hat für Fritsch einen besonderen Stellenwert, gerade jetzt, da sein Überreicher tot ist. "Es hat für immer einen Ehrenplatz."

Begegnung mit Gerd Müller auf dem Spielfeld

Amberg

Er hatte immer Scherze auf Lager. Ohne die lief kein Gespräch mit ihm ab.

Marcus Fritsch über Gerd Müller

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.