14.06.2021 - 06:00 Uhr
Sport

Auf nach Wembley: Den Spaniern fehlt ein Anführer

Die grandiose Generation der Spanier ist endgültig abgetreten. Nicht einmal Raubein Ramos ist mit dabei, stattdessen herrschte Corona-Alarm. Trotzdem gilt Spanien vielen als Titelfavorit. Warum eigentlich, fragt sich Florian Bindl.

Spanische Fans feiern den letzten großen Titel ihrer Mannschaft 2012. Ob es auch bei der laufenden Europameisterschaft für die vorderen Plätze reicht?
von Florian Bindl Kontakt Profil

Perfekten Fußball gibt es nicht. Schon allein deshalb nicht, weil sich die Vorstellungen, was guter, schöner Fußball ist, immer wieder verändert haben. Schnörkellos erfolgreich oder Pass-pass-pass-pass-Tor? Mit meinen 24 Jahren habe ich aber immerhin schon ein paar Spiele und Spieler erlebt, so dass ich sagen kann – und damit bin ich freilich nicht allein: Der mit Abstand schönste Fußball, den ich je von einer Nationalmannschaft gesehen habe, kam aus Spanien. Zwischen 2008 und 2012 war die sogenannte "Rote Furie" eher eine unschlagbare Maschine. Ein Mittelfeld wie ein Präzisions-Uhrwerk samt eingebautem Schnappmesser. Xavi, Iniesta, Fabregas, Xavi, Fabregas, Iniesta, Silva, Iniesta, Villa, Tor. Wahnsinn.

Im aktuellen EM-Kader der Spanier steht keiner von ihnen. Diese unfassbare Generation ist abgetreten. Aus den Teams von damals sind nur noch Jordi Alba und Sergio Busquets (genau, der mit Corona) übrig geblieben. Und trotzdem glauben viele an Spanien als Europameister. Ich halte davon wenig. Nicht nur dass die Coronafälle und die folgende Quarantäne Unruhe ins Team gebracht haben dürften, den Spaniern fehlt auch ein Anführer. Einer wie Sergio Ramos. Ob man das tätowierte Raubein nun liebt oder hasst, er weiß, wie man eine Mannschaft über ihr Limit hinaus pusht. Zum Auftakt gegen Schweden geht es gegen den vermeintlich stärksten Gruppengegner. Ob das Uhrwerk auch mit neuen Zahnrädern läuft? Das 6:0 gegen Deutschland im November jedenfalls hatte vor allem mit den Schwächen des Gegners zu tun.

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