22.06.2021 - 06:00 Uhr
Sport

Auf nach Wembley: Es ist kompliziert

Der Modus bei der EM macht das Turnier spannender, aber auch komplizierter. Letztendlich geht es ums Geld. Beim Durchrechnen der möglichen Achtelfinalisten musste Kolumnist Florian Bindl an einen Spruch seines Mathelehrers denken.

Wenn es ums Weiterkommen ins Achtelfinale bei dieser EM geht, dann beginnt die große Rechnerei. Auch Deutschland kann noch auf diesem wackligen Platz drei landen, Portugal hat ihn im Moment inne.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Einer meiner Mathelehrer – nicht zwingend die Spezies, die für ihre Wortgewandtheit bekannt ist – hat über eine besonders komplexe Rechenaufgabe mal gesagt: "Dou spisst se s´Hirn". Ins Hochdeutsche lässt sich das kaum übertragen. Gemeint ist, der Kopf kommt nicht mit, so sehr er auch wollte. Dieser Satz ist mir gestern wieder eingefallen, als ich mir die Tabellen der Europameisterschaft angeschaut und versucht habe, die potenziellen Achtelfinalisten zu bestimmen. Ich habe nach zehn Minuten aufgegeben. Zur Erinnerung: Seit der EM 2016 kommen nicht nur, wie vorher üblich, die Gruppenersten und Gruppenzweiten weiter, sondern auch die vier besten Gruppendritten. Und das macht es nicht eben einfach. Wer könnte überhaupt noch Gruppendritter werden? Wer hat den direkten Vergleich gewonnen? Gibt es noch zwei schlechtere Gruppendritte? Was, wenn der viert- und fünftschlechteste Gruppendritte punkt- und torgleich sind? Dann spisst se s´Hirn.

Warum sich die Uefa diesen Modus ausgedacht hat, liegt auf der Hand. Das Weiterkommen ins Achtelfinale bleibt bis zum letzten Gruppenspiel eine spannende Angelegenheit. Gleichzeitig ist es sehr viel weniger wahrscheinlich geworden, dass einer der großen Favoriten schon in der Gruppenphase scheitert. Bringt bessere Paarungen in den Entscheidungsspielen, bringt bessere TV-Quoten, bringt mehr Kohle. Mein Beziehungsstatus zu diesem Modus: Es ist kompliziert.

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