26.06.2021 - 06:00 Uhr
Sport

Auf nach Wembley: Bittersüßes Drama

Diese EM bietet reichlich Dramen. Zumindest abseits des Platzes. Die packendste sportliche Erzählung lieferten die Ungarn. So wenig Sympathie er für die autokratische Regierung hegt, vor der Mannschaft zieht Kolumnist Florian Bindl den Hut.

Das Sportliche vom politischen Getöse in Ungarn zu trennen, fällt nicht eben leicht. Das Aus nach der Gruppenphase hatten die Ungarn in einer der schwersten Gruppen der EM-Geschichte allerdings nicht verdient.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Wer dachte, die Pandemie und das paneuropäische Format reichten schon aus, um diese EM zu einer speziellen zu machen, der sieht sich getäuscht. Diese Gruppenphase hatte nun wirklich alles zu bieten. Das dänische Drama samt Happy End. Das Regenbogen-Drama mit ungewissem Ausgang. Das Eigentor-Drama, unfassbare acht Mal trafen Spieler schon ins eigene Tor. Längst Rekord. Und, bitte bei allem Getöse rund um das autokratisch regierte Land nicht vergessen: das ungarische Drama. Ohne Happy End. Rein sportlich betrachtet ist das Aus der Ungarn wirklich bitter.

Der einstige Fußball-Riese (Bern!), der seit Jahrzehnten unter Verzwergung leidet, musste in einer Gruppe mit dem Weltmeister, dem Europameister und, naja, den Deutschen antreten. Und dieser Zwergriese lieferte drei grandiose Spiele ab. Die 3:0-Auftaktpleite gegen Portugal ist zwei bis drei Tore zu hoch ausgefallen. Gegen Frankreich in Führung zu gehen und einen Punkt mitzunehmen, ist ehrenwert. Und seien wir ehrlich: Gegen unsere DFB-Elf hätten die Ungarn auch einen Sieg verdient gehabt. Dreimal stark gespielt, keinmal gewonnen, als Letzter ausgeschieden. Nur gut, dass in Ungarn abseits des Platzes so viel falsch läuft. Sonst müsste man ja Mitleid haben.

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