19.10.2020 - 14:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Weidener Wasserballer dürfen nur mit negativem Corona-Test ins Wasser

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Die Wellen schlagen hoch vor dem Bundesligastart der Wasserballer: Tests, Zeitdruck, höhere Kosten. Und dann droht in Weiden womöglich noch ein anderes Szenario.

Thomas Kick in Aktion: Der Kapitän des SV Weiden hofft, dass die Bundesliga-Saison einigermaßen gespielt werden kann.
von Josef Maier Kontakt Profil

Unbeschwert fürs Spiel ins Wasser zu springen – das war einmal. Auch den Wasserballern des SV Weiden verlangt Corona jede Menge ab. Das Training im Weiher des Schätzlerbads inklusive Karpfenkontakt ist Geschichte, jetzt geht es darum, einigermaßen einen Spielbetrieb zu organisieren. Mit all seinen Tücken. Immerhin steht schon der Saisonstart der Hauptrundengruppe B der Bundesliga fest. Mitte November soll’s losgehen. Das erste Hindernis dabei: „Wir dürfen nur mit einem negativen Test zu den Spielen antreten“, erklärt Thomas Kick die Vorgaben des Verbands. Der Kapitän des SV kümmert sich für die Oberpfälzer um die Angelegenheiten des Spielbetriebs, hält mit den anderen Klubs virtuell Kontakt.

Das was für Fußballprofis in Pandemiezeiten gilt, gilt somit auch für die Amateurwasserballer. So hat es der Deutsche Schwimmverband (DSV) in seinem Hygienekonzept vorgesehen. Es gebe keinen Wettkampf ohne Test, heißt es da. Die Schwierigkeit dabei: „Die Testlabore können keine garantierten Zeiten einhalten, um die Testergebnisse zu liefern“, weiß Kick. Die Institute sind mit den standardmäßigen PCR-Tests völlig überlastet. Die Sportler brauchen aber die Ergebnisse, bevor sie ihre weiten Reisen nach Duisburg, Krefeld oder Hamburg antreten. Die Hoffnung: Schnelltests. „Die müssten wir dann immer einen Tag vor den Spielen machen“, sagt der 30-Jährige, der von kleinauf für den SV spielt. Ein Arzt, der für das Hygienekonzept des DSV mitverantwortlich ist, stellt sich aber noch quer.

Die Testerei wäre nicht nur eine Belastung für die Spieler, sondern auch für die Vereinskasse. Die Tests müssen selbst bezahlt werden. Die Schnell-Variante wäre dabei auch günstiger. Weidens Abteilungsleiter Irek Luczak ist derzeit schon ständig auf der Suche nach weiteren Sponsoren, um so den Spielbetrieb sicherstellen zu können. Der Spielplan wurde dieses Mal auch stark gebündelt, meist gibt es Doppelspieltage. „Da muss dann vor den Spielen nur einmal getestet werden“, erklärt Kick, der trotz aller Hürden sagt: „Wir gehen jetzt mal davon aus, dass es Mitte November losgeht.“

Die Weidener Wasserballer in der Saisonvorbereitung

Weiden in der Oberpfalz

Bis dahin ist noch ein Stückchen, und bis dahin können die Infektionszahlen auch weiter verrückt spielen. Gerade im Hotspot Weiden ist die Entwicklung ungewiss. Und damit auch, wie es mit dem Spielort weitergeht. Noch ist die Thermenwelt geöffnet, können die Wasserballer auch abends fünf Mal die Woche trainieren. Steigen die Zahlen weiter, wird sicherlich auch über das Hallenbad diskutiert. „Das Hygienekonzept in der Thermenwelt ist gut“, lobt der SV-Kapitän die Bemühungen der Betreiber. Es ist allerdings auch so: „Wir sind alles keine Profis, wir können uns nicht abschotten. Wir sind alle berufstätig.“ Die Spieler sind durch ihre sozialen Kontakte immer einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Kick zitiert dabei auch weiter aus dem DSV-Konzept: „Ist ein Spieler positiv, dann ist die Mannschaft für zwei Wochen raus.“ Probleme könnte es bei möglichen Auswärtsfahrten auch mit Übernachtungen in Risikogebieten geben. Das gilt umgekehrt auch für Mannschaften, die nach Weiden kommen und hier eventuell nicht nächtigen dürfen.

Viele Fragen sind noch offen. Deshalb sagt Kick auch: „Das wird sicher keine reibungslose Saison geben.“ Und doch hat er bei seinen Kumpels, SV-Trainer Thomas Aigner und auch sich selbst Aufbruchstimmung ausgemacht. „Die Freude ist schon groß, einfach mal wieder Wasserball spielen zu können.“ Und er ergänzt einen bemerkenswerten Satz: „Wir müssen auch mit dem zufrieden sein, was wir jetzt haben.“

Ist ein Spieler positiv, dann ist die Mannschaft für zwei Wochen raus.

Thomas Kick

Bundesliga Hauptrundengruppe B:

1. Spieltag, 14. November

SV Weiden – SV Krefeld 72

Düsseldorfer SC – Poseidon Hamburg

SGW Rhenania Köln – Duisburger SV

SV Würzburg 05 – Bayer Uerdingen

2. Spieltag, 15. November

Düsseldorfer SC – Duisburger SV 98

SV Weiden – SV Bayer Uerdingen

Rhenania Köln – Poseidon Hamburg

SV Würzburg 05 – SV Krefeld 72

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