24.09.2020 - 17:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Tschechische Fußballer benötigen bei der Einreise negativen Coronatest

Nicht wenige Fußballvereine in der Region setzen auf die Dienste tschechischer Kicker. Dürfen diese Spieler nach der Ausweisung des Nachbarlandes als Corona-Risikogebiet weiterhin problemlos einreisen? Die Antwort gestaltet sich komplex.

Nach der Ausweisung Tschechiens als Corona-Risikogebiet drohen in der Region noch mehr Spielausfälle als ohnehin schon durch die Pandemie.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Seit Mittwochabend sind weite Teile Tschechiens Corona-Risikogebiet. Von der verschärften Einreise-Regelung sind vor allem die grenznahen Fußballvereine betroffen. Beim Süd-Bezirksligisten FC Furth im Wald kicken etwa sechs Leute aus dem Nachbarland. Der Verein hat am Donnerstag als einer der ersten vom Gesundheitsamt in Cham schon den Hinweis bekommen, dass die Spieler bei der Einreise einen negativen Coronatest vorlegen müssten. „Das muss man so akzeptieren, wie es ist“, sagt der Oberpfälzer Bezirksspielleiter Christian Wolfram. Vonseiten des Verbandes sei es schwierig, darauf Rücksicht zu nehmen. Deswegen werde es auch keine Änderungen der Spielpläne geben.

Markus Meinke von der Hauptverwaltung des Bezirks Oberpfalz bestätigte gegenüber Oberpfalz-Medien, dass künftig alle tschechischen Amateurfußballer bei der Einreise einen negativen Coronatest nachweisen müssen, der nicht älter als 48 Stunden ist, um der ansonsten behördlich vorgesehenen 14-tägigen Quarantäne zu entgehen. "Amateurfußballer fallen nicht unter die Ausnahmeregelung für Berufspendler oder Transitreisende, wenn sie sich zuvor länger als 48 Stunden in einem Risikogebiet, in diesem Fall in Tschechien, aufgehalten haben." Da stellt sich nicht nur für Gerald Schwan, Bezirksspielleiter aus Oberfranken, die Frage, wie diese Fußballer-Testung künftig in der Praxis umgesetzt werden soll. "Hat das jeweilige Gesundheitsamt in Tschechien überhaupt die nötigen Kapazitäten für diese Tests? Sind die Ärzte dafür bereit, Spieler vor jedem Spiel und vor jedem Training zu testen? Und dazu stellt sich die Frage nach den Kosten: Welcher Verein oder welcher Spieler ist überhaupt bereit, diese zu tragen?" Ausgenommen von dieser Regelung sind laut bayerischem Gesundheitsministerium lediglich Akteure, die einen Amateur-Spielvertrag haben. Ausnahmen sind zudem möglich, wenn der einreisende Spieler nachweisen kann, dass er sich zuvor weniger als 48 Stunden im Risikogebiet aufgehalten hat oder einen Lebenspartner/-in in Deutschland hat.

Im Fußballbezirk Oberfranken ist vor allem der SV Poppenreuth (Kreis Tirschenreuth) stark betroffen. Der Bezirksligist setzt fast ausnahmslos auf tschechische Akteure. "Wir haben viele Spieler, die in Deutschland arbeiten oder studieren und daher über eine entsprechende Pendlerbescheinigung verfügen", sagte der tschechische Trainer des SVP, Vaclav Peroutka. Für das kommende Wochenende hat sich die Problematik zumindest für den SV Poppenreuth ohnehin bereits von selbst erledigt. Gegner 1. FC Trogen hat einen Quarantäne-Fall in seinen Reihen, weswegen die Partie abgesagt wurde. Das ist bereits die zweite Absage des Vereins aus dem Steinwald. In der Vorwoche musste Poppenreuth selbst passen, der Corona-Verdachtsfall eines tschechischen Spielers hatte sich Anfang dieser Woche jedoch nicht bestätigt. Der oberfränkische Bezirksspielleiter Schwan sieht indes turbulente Tage und Wochen auf die Verantwortlichen des Spielbetriebs zukommen: "Wir werden jetzt vermutlich noch mehr Spielabsagen haben." Es bleiben turbulente Zeiten, nicht nur in Grenznähe.

Beim Stiftländer Kreisklassisten TSV Bärnau hat sich ein Spieler mit dem Coronavirus infiziert

Tirschenreuth

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