11.08.2020 - 14:23 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Trainer tippen geschlossen auf den FC Bayern

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Das Champions-League-Finalturnier in Lissabon wartet mit sieben K.-o.-Partien auf. Alles oder nichts. Siegen oder fliegen. Wen sehen die Trainer in der Region ganz oben? Behaupten sich die Bayern gegen Guardiola, Messi, Neymar und Co.?

Die Spieler des FC Bayern wollen am 23. August wieder die Champions-League-Trophäe in den Lissaboner Nachthimmel recken. So wie zuletzt 2013 in London. Geht es nach den Trainern der Region, stehen die Chancen dazu beim Corona-Finalturnier nicht schlecht.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Am Mittwoch startet in Lissabon das Finalturnier der Champions-League mit dem Viertelfinale. Und das in einem Format, wie es viele junge Menschen heutzutage gar nicht kennen. Jede Partie ein K.-o.-Spiel, kein Taktieren, siegen oder fliegen. So, wie es bei Welt- und Europameisterschaften nach der Gruppenphase schon längst an der Tagesordnung ist. Wir haben mit Trainern aus der Region gesprochen, wie sie die Chancen der deutschen Vertreter RB Leipzig und FC Bayern München bewerten, wer für sie der Topfavorit auf den Titel ist, und wie sie zu diesem Sonder-Turnierformat in Pandemie-Zeiten allgemein stehen.

  • Bernhard Müller (TSV Theuern)
Bernhard Müller, Trainer TSV Theuern

Er hat die Zahl sofort parat: "In den letzten gut 20 Jahren habe ich 603 Spiele der Bayern live im Stadion gesehen", sagt der Trainer des Frauen-Landesligisten TSV Theuern. Darunter auch drei Champions-League-Endspiele: 2010 im Bernabeu in Madrid, 2012 das "Drama dahoam" in München und 2013 der Triumph in Wembley gegen Borussia Dortmund. Bis zum Lockdown war der 37-Jährige "in dieser Saison bei allen sechs Gruppenspielen der Bayern, auch in Belgrad, Piräus und bei Tottenham – und kurz bevor Corona kam auch beim Hinspiel gegen Chelsea." Ein großer Freund des Geisterturniers in Lissabon ist Müller nicht, weil einfach das Wichtigste aus seiner Sicht fehlt: die Fans. "Ich muss auch Karl-Heinz Rummenigge widersprechen, der sagte, durch die K.-o.-Finalrunde sei die Champions-League emotionaler als sonst. Wenn mein Verein im Finale steht, möchte ich schon dabei sein." Von daher, sagt Müller mit sarkastischem Unterton, sei für so ein Turnier ein "Scheich-Finale" zwischen ManCity und Paris "angemessen". Seinen Bayern traut er durchaus zu, weit zu kommen. Mindestens bis ins Halbfinale, denn "Barcelona war in den letzten Jahren nie schlagbarer als aktuell". Der Mannschaft würde er den Champions-League-Sieg gönnen, "sie spielt einen geilen Fußball in dieser Saison". Andererseits: "Wenn die Fans nicht dabei sind, ist ein Sieg nur halb so viel wert." Und die Chancen von Leipzig? "Muss ich mich wirklich zu Leipzig äußern? Ich hoffe, dass Atlético Madrid gewinnt, und das Thema damit schnell erledigt ist."

  • Josef Dütsch (SpVgg Schirmitz)
Josef Dütsch, Trainer SpVgg Schirmitz

Der Coach des Bezirksligisten gibt ehrlich zu, dass er "diesmal nicht so dabei" ist, wie das vielleicht in den vergangenen Jahren der Fall war. "Es ist doch merkwürdig. Bei Atlético Madrid gibt es zwei positive Coronafälle von Spielern, es werden aber nur die beiden in Quarantäne gesteckt, obwohl sie vorher zusammen mit der Mannschaft trainiert haben. Beim Drittligisten 1. FC Magdeburg wird dagegen gleich die gesamte Mannschaft aus dem Verkehr gezogen. Da fehlt mir einfach die Relation." Dennoch liegt für Dütsch im ungewöhnlichen K.-o.-System der Reiz dieses Finalturniers. "Da muss ich jetzt ins Phrasenschwein einzahlen, aber in einem Spiel ist eben alles möglich." Der FC Bayern ist für den Schirmitzer Trainer der Topfavorit auf den Titel. "Die haben einen Lauf und eben nicht diesen überragenden Einzelspieler wie Neymar, Messi oder Cristiano Ronaldo. Sie haben einfach eine gute Mannschaft." Beim zweiten deutschen Vertreter RB Leipzig wird's, laut Dütsch, "nicht für den ganz großen Wurf reichen". Besonders das Gebaren von Starstürmer Timo Werner schlägt dem Trainer mächtig aufs Gemüt. "Wenn ich jahrelang mit einer Mannschaft zusammenspiele und dann die Möglichkeit auf ein Champions-League-Viertelfinale habe, ist es unfassbar, dass Werner da die Vorbereitung mit seinem neuen Verein FC Chelsea vorzieht. So ein Verhalten kann ich nicht verzeihen."

  • Thorsten Baierlein (SV Hahnbach)
Thorsten Baierlein, Trainer des SV Hahnbach

"Die Bayern sind stark, sie können die Champions-League gewinnen", ist sich der Trainer des Bezirksligisten SV Hahnbach sicher. Im Viertelfinale ist München für Thorsten Baierlein "klarer Favorit, weil Barcelona nicht so gut drauf ist". Der dickste Brocken würde auf die Flick-Elf dann wohl im Halbfinale warten. "Manchester City ist sicherlich der stärkste Konkurrent. Ich glaube auch, dass der Sieger dieser Partie dann im Endspiel der große Favorit ist", sagt der 44-Jährige. Für Leipzig werde es eher ein kurzer Abstecher nach Portugal werden: "Ich denke, dass RB an Atlético scheitern wird. Madrid ist eine top organisierte Mannschaft, die seit Jahren in der europäischen Spitze spielt." Dass Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel binnen weniger Tagen in Turnierform an einem Ort gespielt werden, ist für Baierlein "eine spannende Lösung" und "der sinnvollste Weg in der jetzigen Zeit".

  • Martin Kratzer (SV Grafenwöhr)
Martin Kratzer, Trainer SV Grafenwöhr

Für den neuen Trainer des Landesligisten ist das Turnier in Lissabon "wie eine kleine Klub-WM mit einem spannenden Modus und daher sehr interessant". Leipzig traut der ehemalige Raigeringer gegen Atlético Madrid durchaus zu, ins Halbfinale einzuziehen. "Beide Teams sind ungefähr auf dem gleichen Niveau." Als Sympathisant des FC Bayern wie des 1. FC Nürnberg ("Ich weiß, das klingt erstmal ungewöhnlich") hofft Kratzer auf einen Triumph der Münchener. "Barca ist erstmal ein richtiger Brocken, aber ich traue denen alles zu. Aber in einem Spiel ist zumeist die Tagesform entscheidend." Vor allem die Art und Weise des Münchener Flick-Fußballs hat es Kratzer angetan. "Immer offensiv, das gefällt mir gut." Sollte es im Halbfinale zum Duell mit Pep Guardiolas Manchester City kommen, ist sich der Grafenwöhrer Coach sicher: "Der Gewinner dieses Duells holt sich dieses Jahr die Champions-League."

  • Christian Zechmann (TSV Stulln)
Christian Zechmann, TSV Stulln

Auch der Coach des Bezirksligisten traut den Bayern "den großen Wurf zu". "Und das aus meinem Mund", ringt sich der Club-Fan ein Lob für den Rivalen aus dem Süden ab. Die Bayern hätten einen Lauf, der ihnen im Optimalfall die Krone des europäischen Fußballs bescheren kann. "Da sind schon wirklich interessante Partien dabei, da freue ich mich richtig drauf. Gerade ab 21 Uhr, da habe ich immer Zeit." Den zweiten deutschen Turnier-Teilnehmer, RB Leipzig, würde Zechmann auch nicht vorschnell abschreiben. "Die sind immer für eine Überraschung gut. Gerade in einem Spiel, da ist alles möglich."

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