27.08.2020 - 16:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Sport in Corona-Zeiten: So schaut's in der Halle aus

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Nicht nur die Amateurfußballer warten sehnlichst auf Signale aus der Politik, ob die Saison wie geplant starten kann. Auch die Hallensportarten stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Bezirksvorsitzenden geben einen Überblick.

Die Coronavirus-Pandemie lähmt auch die Hallensportarten.
von Josef Maier Kontakt Profil

Sehnsüchtig warten die Amateursportler in der Oberpfalz darauf, wieder um Punkte und Titel kämpfen zu dürfen. Doch seit über einem halben Jahr lähmt die Coronavirus-Pandemie jeglichen Wettkampf. Wir haben uns bei den Bezirksvorsitzenden umgehört, wie sich die Situation bei den Hallensportarten Handball, Basketball, Volleyball und Tischtennis aktuell darstellt und was für die Zukunft geplant ist.

Handball: Keine gleichen Chancen für Vereine

Geht es den Ostbayern wie den Hessen? „Die haben den Saisonauftakt schon verschoben“, sagt Sven Wirth. Die hessischen Handballclubs hätten schon in den nächsten Tagen loslegen sollen, jetzt ist der Saisonstart für Mitte Oktober geplant, weiß der stellvertretende Bezirksvorsitzende für Ostbayern, der auch für den Spielbetrieb zuständig ist.

Für die Oberpfälzer Vereine steht weiterhin der 3. und 4. Oktober als erster Spieltag im Terminkalender. „Ich bin nicht optimistisch, dass es dann losgeht“, sagt der Funktionär, der auch als Handballtrainer beim TV Altdorf arbeitet. Zu unterschiedlich seien auch noch die Voraussetzungen der einzelnen Vereine. Je nach den Vorgaben der Gesundheitsbehörden vor Ort ist das Training möglich. Wirth, der die BOL-Herren des TV Altdorf coacht, kann beispielsweise kein Kontakttraining mit seinen Jungs machen. „Die Klubs haben da keine gleichen Chancen.“

Ob der Saisonstart doch noch nach hinten verschoben wird, hängt auch von den Ergebnissen einer Versammlung des Bayerischen Handballverbandes mit den einzelnen Bezirksvorsitzenden am 18. September ab. Die Vereine würden aber auch derzeit über mögliche Veränderungen am Laufenden gehalten, auch gebe es ständig Erläuterungen und Hinweise auf die Hygienevorschriften.

Weniger Mannschaftsmeldungen habe es wegen Corona vor dieser Spielzeit nicht gegeben, berichtet Wirth, der in Etzelwang (Kreis Amberg-Sulzbach) wohnt. Der 40-Jährige weist aber auf eine andere Problematik hin. „Einige der Schiedsrichter gehören vom Alter her zur Risikogruppe. Ob da der ein oder andere ausfalle, sei noch nicht abzusehen.

Wirth kann verstehen, dass die Vereine endlich aufs Parkett und um Punkte spielen wollen. Aber er hält es sogar für möglich, dass die Spieler noch länger warten müssen. „Das kann auch passieren“, antwortet er auf die Frage, ob in diesem Jahr vielleicht kein Handball mehr gespielt wird.

Basketball: Drei Optionen für Saison 2020/21

Noch tappen die Verantwortlichen des Basketballbezirks Oberpfalz im Dunkeln: „Wir hantieren aktuell noch völlig im Ungewissen. Wir wissen überhaupt nicht, wie und ob die Saison 2020/21 über die Bühne gehen kann“, sagt Bezirksvorsitzender Willi Merkl aus Neustadt/WN. Geplant ist, dass die Regionalligen, mit der DJK Neustadt/WN, am 3./4. Oktober in die Punkterunde starten.

Aktuell sind normale Trainingseinheiten sowie Testspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit möglich. „Auch Saisonspiele ohne Zuschauer sind grundsätzlich denkbar, ob sie auch sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt Papier. Die Vereine sind auf Zuschauereinnahmen angewiesen, weil sie oft die einzige Einnahmequelle darstellen.“ Immerhin steigt am kommenden Wochenende in Vilsbiburg das Qualifikationsturnier zur Junioren-Bundesliga – mit dem neu gegründeten Team Oberpfalz.

Merkl verweist auf drei mögliche Optionen, die sich der Bezirk, je nach weiteren Beschlüssen seitens der Politik, zurechtgelegt hat: „Entweder wir starten wie geplant Anfang Oktober oder wir zögern den Saisonbeginn bis Anfang November hinaus. Sollte es allerdings erst ab Januar losgehen, werden die Hinspiele gestrichen und die Saison als Einfachrunde absolviert.“ Ganz entscheidend wird auch für die Basketballer der 1. September, wenn der Ministerrat der bayerischen Staatsregierung über das Schuljahr 2020/21 befinden wird. „Vieles hängt vom Schulsport ab. Werden die Hallen dafür freigegeben, kann auch der Vereinssport starten“, sagt Merkl. Coronabedingte Vereinsabmeldungen hätte es nicht gegeben. Da der Abstieg in der vergangenen abgebrochenen Spielzeit ausgesetzt worden ist, starten die Ligen jetzt aber mit mehr Mannschaften.

Der Deutsche Basketballbund sammelt derzeit offene Fragen aus den Bezirks- und Landesverbänden. „Was passiert etwa bei einem oder mehreren Coronafällen innerhalb eines Teams? Müssen dann alle in Quarantäne?“, fragt Merkl und hofft auf baldige Antworten.

Volleyball: Spielpläne für Ende September stehen

„Die Planungen für die neue Saison laufen“, sagt der Volleyball-Bezirksvorsitzende Werner Schmitt. „Aber man weiß ja nicht, wie es mit Corona weitergeht.“ Wenigstens dürfen die Vereine wieder die Hallen benutzen, jedoch mit unterschiedlichen Vorgaben. So sei zum Beispiel Duschen nicht überall erlaubt, weiß Schmitt. Aber wegen der Sommerferien seien noch nicht alle Hallen offen.

Momentan würden zumindest die Beachmeisterschaften wieder laufen. „Also tut sich wenigstens aktuell etwas.“ Dass Volleyball keine Kontaktsportart sei, wurde in den vergangenen Monaten nicht berücksichtigt, sagt Schmitt. „Die Mannschaften haben zwar schon untereinander Kontakt, aber nicht mit dem anderen Team.“

„Ende September soll es losgehen, so unsere Planungen. Die Spielpläne sind schon erstellt, bestätigt Bezirksspielwart Leo Fuß. „Es muss noch eine neue Infektionsschutzmaßnahmenverordnung erstellt werden, dann können wir hoffentlich wie geplant loslegen. Bis zum 2. September soll es so weit sein.“ Die Anzahl der Mannschaften für die neue Saison habe sich kaum verändert. Rückzüge wegen der Corona-Pandemie hätte es nicht gegeben. Bei den Herren seien es sogar einige Teams mehr, bei den Damen einige weniger. „Wir hatten wegen Corona die Meldefristen verlängert, damit die Vereine Zeit haben“, so Fuß, der sich freut, dass wenigstens Trainingsspiele erlaubt sind.

Bezirksvorsitzender Schmitt erinnert an das abrupte Saisonende am 12. März. In der Oberpfalz standen in fünf von elf Ligen die Meister fest: In der Bezirksliga der Männer war der VC Schwandorf uneinholbar an der ersten Stelle. TV Vohenstrauß war in der Bezirksklasse Nord Frauen Meister und in den drei Kreisklassen der Frauen standen VC Amberg III (Nord), SV Wilting II (Südost) und SpVgg Hainsacker III (Südwest) als Meister fest. Alle anderen „Corona-Meister“, bzw. Aufsteiger mussten am grünen Tisch festgelegt werden. „Wir hoffen, dass die nächste Saison wieder regulär abläuft“, so Schmitt.

Tischtennis: Verlegung noch nicht vom Tisch

Das Datum für den Saisonstart steht: 12. September. „So ist es geplant“, sagt Günter Bauer, der Vorsitzende des Tischtennisbezirks Oberpfalz-Nord. Der Amberger sagt aber auch: „Ich halte es durchaus für sinnvoll, den Start um vier Wochen zu verschieben.“ Ein Grund dafür ist auch: „Es gibt viele Vereine, die bisher noch gar nicht trainieren konnten.“

Der Verband gibt den Klubs auch regelmäßig Hygienevorschriften und Tipps an die Hand. „Für viele Vereine ist das alles ein Kraftakt“, sagt Bauer. Weiterhin erlaubt sind nach den bisherigen Planungen Doppel. Der Bezirkschef glaubt aber nicht, dass das in der Praxis funktioniert, wenn man sich an die Vorschriften halten soll. Wichtige Erkenntnisse soll eine Videosprechstunde des Verbandes mit den Vereinen am Mittwoch kommender Woche bringen. Vertreter des Bayerischen Verbandes sowie Bauer wollen sich dann die Sorgen und Nöte der Oberpfälzer Vereine anhören und erfahren, wie diese über den Spielbetrieb in Coronazeiten denken.

Alles steht auf wackligen Füßen. „Wir wissen alle nicht, was in vier Wochen ist“, sagt Bauer und beschreibt nur das Szenario, dass wegen Corona Schulturnhallen geschlossen werden müssten. Zu bedenken sei auch, dass das Durchschnittsalter beim Tischtennis relativ hoch sei. „Da sind einige dabei, die zur Risikogruppe gehören.“ Dennoch will der Verband den Rahmenterminplan, so gut es geht, aufrechterhalten. So stehen auch noch die Bezirksmeisterschaften der Jugend im Terminkalender. Am 17./18 Oktober soll in Burglengenfeld gespielt werden. Auch da ist der Aufwand groß: Die Tische müssen regelmäßig gereinigt, die Halle gelüftet werden, und, und, und. „Eines steht schon fest“, sagt Bauer. „Es wird keine Doppel und kein Mixed geben.“ Für die Einzelmeisterschaften der Senioren eine Woche später wird noch ein Ausrichter gesucht.

Eines ist Bauer und seinen Funktionärskollegen schon lange bewusst: „Dass die neue Runde nicht normal ablaufen könnte, ist klar.“

Die Kegler haben ihren geplanten Saisonstart schon verschoben

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