29.07.2021 - 15:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Schwimmen: Die Hassdisziplin macht Gomez Islinger wieder richtig Spaß

Jetzt geht's los: Triathletin Marlene Gomez Islinger berichtet im Teil eins unserer Serie über ihr Schwimmtraining, was für Fehler sie gemacht und was sie weitergebracht hat. Und die Weidenerin hat natürlich einige Tipps parat.

Schwimmen ist toll, findet Marlene Gomez Islinger. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da war die Auftaktdisziplin gleichzeitig die Hassdisziplin der Triathletin.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Marlene Gomez Islinger versucht gar nicht erst, die Sache klein zu reden. "Schwimmen war lange Zeit meine Hassdisziplin", gibt die Nationalkader-Triathletin offen zu. Über Jahre hinweg habe sie ein grundlegendes Problem mit der schnellen Fortbewegung im Wasser gehabt. "Ich habe hier immer Zeit verloren. Und dies, obwohl ich ja eigentlich mit dem Schwimmen groß geworden bin."

In ihrer Kindheit war alles noch ganz anders. Da hatte Gomez Islinger pure Freude, sich im feuchten Element zu bewegen. Beim Schwimmverein Weiden erwarb sie quasi von der Pike auf die Grundlagen richtiger Schwimmtechnik. Aber wie gewonnen, so zerronnen. Als Jugendliche stieg Gomez Islinger zum Triathlon um und ließ ab da das Schwimmtraining schleifen. Jahre später rächte es sich, dass lange Zeit niemand regelmäßig am Beckenrand stand und die Fehler, die sich eingeschlichen hatten, korrigierte. "Ganz schlimm wurde es, als ich gut zwei Jahre zum Studium in den USA war", berichtet die 28-Jährige. "Da bin ich nur gelaufen und quasi überhaupt nicht geschwommen."

Seit zweieinhalb Jahren ist Gomez Islinger zurück im Triathlon-Geschäft. Als Profi will sie ihre Grenzen ausloten, sportliche Höchstleistungen erbringen. Ohne eine deutliche Verbesserung im Schwimmen, das war ihr von Beginn an klar, wäre dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt gewesen. "Ich habe jemanden gesucht, der mir weiterhilft. Und zwar einen Experten, der meine Defizite im Schwimmen erkennt und mir sagt, wie ich sie abstellen kann."

Innerhalb ihrer Potsdamer Trainingsgruppe wurde sie letztlich fündig. Seit letztem Jahr analysiert ein erfahrener Schwimmtrainer ihre Bewegungsabläufe im Wasser, korrigiert, was falsch läuft. "Seit letztem Winter habe ich mich deutlich gesteigert", freut sich Gomez Islinger. Über die 400 Meter Freistil, eine Referenzstrecke im Triathlon, habe sich ihre Bestzeit um 20 Sekunden auf jetzt 4:55 Minuten verbessert. "Ich bin immer noch die Langsamste in der Gruppe, aber ich bin dabei. Mein Potenzial ist längst noch nicht ausgeschöpft", glaubt sie. Und das Schöne dabei: "Das Gefühl für das Wasser ist zurück. Schwimmen macht mir wieder richtig viel Spaß."

Marlene Gomez Islinger: Erfahrungen und Tipps einer Triathletin

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Tipps zum Schwimmen

Wer als Amateursportler im Schwimmen durchstarten will, für den hat Gomez Islinger folgende Ratschläge parat:

  • Unbedingt einen Schwimmtrainer suchen. Ein Experte am Beckenrand ist unerlässlich, um die richtige Wasserlage, die richtige Technik zu entwickeln. "Wenn man sich das alleine aneignen will, kann ganz viel schiefgehen."
  • Ohne Krafttraining geht es nicht, "man muss ja Druck auf die Unterarme und Hände bringen können." Liegestützen oder Klimmzüge sind probate Mittel. "Solche Übungen waren früher für mich undenkbar. Jetzt mache ich täglich 4 Sätze a 10 Liegestützen."
  • Dranbleiben, kontinuierlich trainieren. Umfang und Intensität ergeben sich aus den persönlichen Zielen. "Auf keinen Fall sollte man längere Zeit mit dem Schwimmen aussetzen, sonst muss man sich Erlerntes womöglich wieder neu erarbeiten."
  • Vorsicht bei Hilfsmitteln. Pull-Kicks oder Pull-Buoys am besten unter Traineranleitung benutzen, damit sie richtig eingesetzt werden.

In einer fünfteiligen Serie gibt Triathletin Marlene Gomez Islinger auf Basis persönlicher Erfahrungen Tipps zu den Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Und die Weidenerin erklärt, worauf sie in Sachen Gesundheit/Ernährung und Motivation/Disziplin vorrangig achtet. In der nächsten Folge geht es dann ums Radfahren.

 

 

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