05.08.2021 - 08:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Auf dem Rad fällt im Triathlon oft eine Vorentscheidung

Das Material muss passen, die Kondition auch: Das Radfahren hat beim Triathlon einen hohen Stellenwert. So hoch, dass Marlene Gomez-Islinger der zweiten Disziplin "vorentscheidende Bedeutung" zumisst.

Marlene Gomez Islinger (vorne) liegt in Führung: Die Radstrecken in Triathlon-Wettkämpfen sind aufgrund von vielen Kurven, Wendepunkten und unterschiedlichen Straßenbelägen sehr anspruchsvoll.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Von wegen mal kurz Durchschnaufen: Die Zeiten, als so manche Top-Triathletin einen Rückstand beim Schwimmen einfach mal so auf dem Radsattel aufholte, sind schon lange vorbei. "Das war vielleicht vor 10, 15 Jahren noch so", sagt Marlene Gomez Islinger. Mittlerweile könnten gute Schwimmerinnen aber auch gut Rad fahren: "Es wird immer härter und enger. Wenn sich nach dem Schwimmen kleine Spitzengruppen bilden können, dann kommen die meist auch durch." Das Radfahren, so die Nationalkader-Athletin aus Weiden, habe sich im Frauen-Triathlon "unglaublich entwickelt. Es ist oft entscheidend für den Ausgang des gesamten Rennens."

Vor allem der Wechsel vom Schwimmen aufs Rad, so Gomez Islinger, müsse "sitzen". "Wenn nicht, dann ist vielleicht eine Gruppe weg und man hat das Rennen nicht mehr in der eigenen Hand." Enorme Bedeutung haben auch die ersten zwei bis fünf Minuten auf dem Rad. "Da fährt jeder mit seiner Maximalkraft und ist im anaeroben Bereich." Und wie steckt man diese kurzzeitige Spitzenbelastung im weiteren Rennverlauf weg? "Mal super, dann wieder ganz schlecht. Das ist von der Tagesform abhängig."

Natürlich kennt die Kadertriathletin ihre körperliche Leistungsfähigkeit ganz genau. Im Grundlagenausdauerbereich tritt Gomez Islinger zwischen 140 und 190 Watt, im Schwellenbereich 200 bis 250 Watt. Wenn es im Rennen zur Sache geht, sind es zwischen 240 und 260 Watt, bei der Anfahrt sogar über 300 Watt. "Das Ganze muss man in ja in Relation zum Körpergewicht stellen. Ich wiege 54 Kilogramm."

Das Trainingspensum ist anspruchsvoll. Im Schnitt trainiert die Weidenerin fünfmal die Woche auf ihrem neuen Rad des Herstellers "Rose" und legt dabei zwischen 300 und 400 Kilometer zurück. Der Schwerpunkt liegt auf der Grundlagenausdauer, je nach Stand der Saison auch auf Schnelligkeitstraining oder Kraftausdauer. Für den Winter hat sie sich ein Crossrad, quasi ein Rennrad mit breiteren Reifen, zugelegt. "Da bin ich oft im Wald unterwegs. Das schult die Technik."

Und genau der technische Aspekt wird im Wettkampf immer wichtiger: "Die Veranstalter bauen immer öfter Wendepunkte und Kurvenfahrten ein. Das muss man natürlich üben." Anspruchsvolle Strecken erhöhen, in Kombination mit der Leistungsdichte im Feld, natürlich die Sturzgefahr. "Gefährliche Situationen sind fast schon normal in Rennen, vor allem bei Nässe. Ich bin auch schon ein paar Mal gestürzt." Was die Radtechnik angeht, kümmere sich in erster Linie ihr Freund um ihre Velo: "Das ist bei ihm gut aufgehoben." Einen Schlauch könne sie aber schon wechseln, meint die 28-Jährige und lacht: "Aber die Zeit dazu haben wir im Wettkampf natürlich nicht."

Triathletin Gomez Islinger gibt Tipps zum Schwimmen

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Tipps rund ums Radfahren

Radfahren will gelernt sein. Marlene Gomez Islinger hat einige Ratschläge rund ums Thema Fahrrad parat.

  • Nicht im Internet bestellen. Beim Kauf eines Rads könne man viel falsch machen, meint die Triathletin. Der Fachhändler vor Ort könne beraten und das Rad so einstellen, dass es auch passt.
  • Auch für gut Trainierte gilt: Lieber öfters kürzere Trainingseinheiten mit dem Rad absolvieren. "Ich halte nichts davon, einmal pro Woche 100 Kilometer oder mehr zu fahren und dann sechs Tage lang nichts zu tun."
  • Beim Training auf den Körper hören. Überbelastung vermeiden.
  • Unbedingt an Verkehrsregeln halten. Speziell als Rennradfahrer sei man sehr schnell unterwegs, die Gefahr, von Autofahrern übersehen zu werden, sei groß.
  • Wichtig vor allem von Herbst bis Frühjahr: Vorne und hinten das Rad mit Licht ausstatten, grell-bunte Kleidung tragen. "Am besten neonfarben, auch wenn's nicht super aussieht."
  • Ein Helm ist absolute Pflicht.
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