18.05.2021 - 16:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Jürgen Faltenbacher im Interview: "Das ist genial und hat mich überrascht"

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Der Schatzmeister des Bayerischen Fußball-Verbandes aus Waldsassen ordnet das Abstimmungsergebnis zur Wertung des Saisonabbruchs ein und spricht über die bisher schwierigste Zeit seiner Funktionärslaufbahn.

BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher aus Waldsassen ordnet im Interview das Abstimmungsergebnis zur Wertung des Saisonabbruchs im bayerischen Amateurfußball ein.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

ONETZ: Herr Faltenbacher, würden Sie den Entscheidungs-Dienstag mit einem großen "Endlich" überschreiben?

Jürgen Faltenbacher: Jetzt haben wir Gewissheit, insofern würde ich das schon unterschreiben. Zunächst muss ich aber den Vereinen danken, die sich in überwältigender Zahl an der Abstimmung beteiligt haben. Über 80 Prozent – das ist genial und hat mich sehr überrascht. Das unterstreicht, dass der Amateurfußball in dieser extrem schwierigen Zeit lebt.

ONETZ: Sind Sie erleichtert, dass es die einfacher umzusetzende Variante mit Auf- und Absteigern geworden ist?

Jürgen Faltenbacher: Wir haben immer gesagt, dass wir das Ergebnis so nehmen, wie es kommt. Aber natürlich lässt sich dieses Ergebnis schneller umsetzen.

ONETZ: Sind Sie zuversichtlich, dass der BFV jetzt Pläne aus der Schublade holen kann, die eine halbwegs geordnete neue Spielzeit garantieren?

Jürgen Faltenbacher: Vor dem Hintergrund einer nach wie vor existenten Pandemie gleicht das einem Blick in die berühmte Glaskugel. Wir sind dennoch positiv gestimmt. Unser Ziel ist es jetzt schon, die Planungen für die neue Saison schnell anzugehen. Unser Spielausschuss ist auch bereits sehr weit, um dem Präsidium alternative Möglichkeiten und Spielformen vorstellen zu können.

ONETZ: Was heißt das für die Vereine? Was kommt in der neuen Saison auf sie zu?

Jürgen Faltenbacher: Wir müssen ganz einfach flexibler werden. Niemand weiß, ob es einen erneuten Lockdown geben wird, auf den wir reagieren müssen, oder auch vereinzelte Landkreise, in denen Sport auch wieder temporär untersagt sein wird. Aber: Unabhängig von der Pandemie wurden die Rufe immer lauter, den Spielbetrieb zu verändern, um weiter attraktiv zu bleiben. Diese Pläne treiben wir jetzt voran.

ONETZ: Glauben Sie, dass unter die Saison 2019/21 jetzt tatsächlich ein Schlussstrich gezogen werden kann? Oder befürchten Sie Klagen gegen dieses Abstimmungsergebnis?

Jürgen Faltenbacher: Knapp 29 Prozent unserer Vereine haben für die Variante ohne Absteiger votiert. Die müssen wir mitnehmen, wir müssen alle zusammenfinden. Dass die jetzt traurig, vielleicht sogar boshaft reagieren, ist in gewisser Weise nachvollziehbar, aber das haben wir nicht in der Hand. Wir haben alle Zuschriften und offenen Briefe an uns ernst genommen und stets auf einer rechtssicheren Basis gehandelt.

ONETZ: Hand aufs Herz: Waren die vergangenen eineinhalb Jahre die schwierigste Zeit Ihrer Funktionärskarriere?

Jürgen Faltenbacher: Es war auf jeden Fall eine sehr fordernde Zeit mit ganz vielen Problemstellungen. Für mich gleich in doppelter Hinsicht mit Blick auf die Komplexe Finanzen und Spielbetrieb, die ich verantworte. Das habe ich so bislang nicht gekannt.

ONETZ: Da blieb vieles auf der Strecke ...

Jürgen Faltenbacher: Vor allem für meine Familie war es nicht einfach. War ich zuvor einen bis maximal drei Tage pro Woche für BFV-Angelegenheiten in München, vergeht aktuell kein Tag ohne mehrere Videokonferenzen, oftmals bis tief in die Nacht. Es ist und bleibt ein Ehrenamt. Insofern kann man schon sagen, dass es die bislang schwierigste Zeit war. Es wird Zeit, dass wieder Normalität einkehrt.

ONETZ: Hätte der Verband im Rückblick in manch einer Situation anders reagieren können und sollen?

Jürgen Faltenbacher: Wer ist frei von Fehlern? Ich bleibe bei meiner Meinung, dass wir richtig gehandelt haben, die Saison im vergangenen Jahr fortzuführen. So haben wir letztlich nur eine Spielzeit „zerschossen“. Wir haben stets die Vereine immer mit ins Boot genommen. Bei den Abstimmungen im vergangenen Jahr und jetzt wieder. Mehr können wir nicht tun.

So haben die bayerischen Fußballvereine über die Wertung des Saisonabbruchs entschieden

Amberg

 

 

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