29.09.2020 - 17:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

HC Weiden: Saisonstart mit Hindernissen

Die Mannschaften des HC Weiden stehen Gewehr bei Fuß: In den bayerischen Handballbezirken soll es am Wochenende wieder um Punkte gehen. Jedoch wird der Saisonstart zumindest für das Herrenteam nicht wie geplant klappen.

Zum Saisonstark ein harter Brocken: Trainer Thomas Eichinger und die HC-Damen wissen um die Schwere der Aufgabe beim HV Oberviechtach.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

In Corona-Zeiten sind Spielpläne schnell Makulatur: Diese Erfahrung machen in diesen Tagen die Handballer des HC Weiden. Auf der Homepage des Bayerischen Handballverbandes (BHV) war ursprünglich das Saisonauftaktspiel der Weidener beim HV Oberviechtach für Samstag, 3. Oktober um 16 Uhr notiert. Doch die Ansetzung ist für die Katz. "Wir haben die Nachricht erhalten, dass das Spiel verlegt ist", sagt Jannis Prelle. Der HC-Coach ist ein Stück weit ernüchtert: "Meine Jungs sind heiß auf die Punktspiele. Und jetzt müssen sie warten."

Noch kann Jannis Prelle keine Anweisungen geben. Die Saisonauftaktpartie der HC-Herren in Oberviechtach wurde verlegt.

Der HV Oberviechtach macht mit der Absage von einer Möglichkeit Gebrauch, die der BHV den Vereinen einräumt. Der Verband hat allen Klubs freigestellt, die ersten Spiele zum Saisonstart kostenfrei abzusetzen. "Unsere Herrenmannschaft wird im Oktober kein Spiel austragen. Alle vier Spiele sind verlegt", teilt HV-Spielleiter Mario Baier mit. Nicht betroffen von dieser Maßnahme waren, zumindest bis gestern, die Oberviechtacher BOL-Handballerinnen. Sie werden wohl das Heimspiel am Samstag, 3. Oktober, um 18 Uhr ebenfalls gegen den HC Weiden austragen.

Für das Hin und Her hat Prelle wenig Verständnis übrig. "Wenn der Verband die Saison starten möchte, dann sollten auch die Spiele stattfinden. Sonst kann er gleich das Ganze verschieben oder absagen." Mittlerweile werden Spekulationen laut, dass der BHV auf die zu erwartende Vielzahl an Verlegungen bayernweit kurzfristig reagiert und den Saisonauftakt noch einmal auf einen späteren Zeitpunkt hinausschiebt. "Mal sehen, was da noch kommt", meint Prelle.

Gerüstet für den Ernstfall sind die HC-Herren nach einer intensiven Vorbereitung allemal. Prelle und sein Trainerkollege Florian Breinbauer können auf einen ausgeglichen besetzten Kader zurückgreifen. Zwar hat Richard Konrad die Weidener in Richtung ESV Regensburg verlassen, dafür verstärken die Rückkehrer Lucas Vierling und Florian Kreiter das Aufgebot. Nach Platz drei zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs im März 2020 setzen sich die Nordoberpfälzer Ziele. "Wir wollen oben mitspielen. Alles andere wäre nicht okay", gibt Prelle vor. Als härteste Konkurrenten erwartet er den HV Oberviechtach und FC Neunburg. In der Saison 2020/21 werden zusätzlich zu den letztjährigen Mannschaften die HG Hemau/Beratzhausen, der TV Wackersdorf und die Aufsteiger HC Tirschenreuth sowie TV Schierling in der Bezirksliga Ost antreten.

Keine erfreulichen Nachrichten hatten auch die HC-Damen in den letzten Tagen im Posteingang. "Uns sind alle Heimspiele für die nächsten Zeit weggebrochen. Die Gegner haben allesamt abgesagt", berichtet Trainer Thomas Eichinger. Wochenlang nur auswärts anzutreten, das hatten sich die Weidenerinnen anders vorgestellt. "Uns haben immer die Fans bei den Heimspielen gepusht. Es würde uns hart treffen, wenn wir eventuell ohne Publikum spielen müssen." Eine Entscheidung der Stadt, ob in der Mehrzweckhalle Zuschauer zugelassen werden, steht noch aus.

Keine Absteiger im Handball

Amberg

Mit dem Verbandsbeschluss, die Saison bereits jetzt zu starten, tut sich Eichinger insgesamt schwer. "Ich hätte mir gewünscht, dass es erst Januar losgeht. Dann hätten wir die Saison bis Juni spielen können." Für den Trainer stellt sich die Frage nach der Chancengleichheit: "Manche Vereine haben in ihren Hallen trainieren dürfen, andere überhaupt noch nicht. Das passt nicht zusammen, das ist nicht unbedingt fair."

Der HC Weiden selbst gehörte zu den privilegierten Teams, zu jenen, die mit städtischer Erlaubnis und unter Einhaltung der Hygieneregeln in der Mehrzweckhalle trainieren durften. "Mehr als eine Stunde war aber nicht erlaubt. Wir sind zwar konditionell in einem guten Bereich, aber spielerisch fehlen uns noch 20 Prozent." Unterm Strich kann Eichinger auf den bewährten Kader bauen. Abgänge gab es keine. Ziel ist es, talentierte B-Juniorinnen in den Kader zu integrieren. Die Saisonvorgabe lautet eindeutig Nichtabstieg. "Das wird aber bei vier oder fünf Absteigern nicht einfach", befürchtet Eichinger ein Hauen und Stechen im Kampf um den Klassenerhalt.

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