26.11.2020 - 14:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Gomez-Islinger: Mit viel Zuversicht in einen langen Winter

Das Sportjahr neigt sich dem Ende zu. Aber der Blick von Triathletin Marlene Gomez-Islinger geht nicht zurück, sondern nach vorne. 2021 lockt ein großes Abenteuer.

Triathletin Marlene Gomez-Islinger läuft sich für 2021 warm. Olympia bleibt das große Ziel.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Die pandemiebedingte Absage der Olympischen Spiele 2020 hatte viele Athleten quer durch alle Sportarten bis ins Mark getroffen. Auch Triathletin Marlene Gomez-Islinger musste die erste Enttäuschung zunächst verarbeiten, sich sammeln und neu motivieren. "Als im Frühjahr alle Wettkämpfe abgesagt wurden, war das schon hart", sagt die in Ulm lebende Weidenerin. "Aber wenigstens ging dann im Sommer noch etwas. Das hat dann schon gepasst."

Passen sollen auch die kommenden Monate. Im Winter möchte die 27-Jährige die Grundlagen für den Saisonhöhepunkt 2021 legen. "Natürlich will ich mich für Olympia qualifizieren. Das bleibt mein großes Ziel", sagt sie. Die wichtigste Etappe für die Sommerspiele in Tokio muss die Oberpfälzerin im Mai zurücklegen. Dann wird ein nationales Ausscheidungsrennen entscheiden, wer für die Deutsche Triathlon Union in Japan an den Start gehen darf. "Ich denke, dass ich von dem Extra-Jahr profitiert habe", rechnet sich Gomez-Islinger reelle Chancen aus. "Der Zeitfaktor war wichtig, um mich nach meinem Studium in den USA länger vorbereiten zu können."

Der Anfang November beschlossene Teil-Lockdown hatte für die Triathletin nur begrenzt Auswirkungen. "Ich konnte zwei, drei Tage nicht ins Wasser", erzählt sie. "Dann kam aber die Spitzensport-Verordnung raus, die auch für mich gilt. Ich kann seitdem ganz normal trainieren und auch schwimmen, da die Bäder in Ulm zum Glück geöffnet haben."

Einen Strich durch die Rechnung macht die Pandemie dann aber doch. Das für Dezember eingeplante, knapp dreiwöchige Höhentrainingslager mit dem Triathlon-Nationalkader im italienischen Livigno fällt flach. "Das ist schade", sagt sie, "aber ich habe in Ulm ja alle Möglichkeiten, die ich brauche." Ob es im Laufe des Winters mit Trainingstagen in wärmeren Gefilden wie den Kanarischen Inseln oder Südafrika klappt, will sie abwarten: "Man muss da flexibel sein."

Gomez Islinger sammelt WM-Erfahrung

Weiden in der Oberpfalz

Ihre Motivation schöpft die Profisportlerin aus der Tatsache, dass es im Sport insgesamt weitergeht, Verbände Wettkämpfe planen, die Olympischen Spiele in jedem Fall über die Bühne gehen sollen. "Solche Ansagen geben einem ein Stück weit Vertrauen. Das motiviert, um über den langen Winter zu kommen." Alleine auf die Olympia-Qualifikation als Saisonhöhepunkt will sich Gomez-Islinger aber nicht verlassen. Die Profi-Triathletin plant, bei möglichst vielen Weltcup-Rennen und auch bei der WM-Serie zu starten: "Da möchte ich Erfahrungen sammeln, mich noch mehr etablieren." Bis dahin steht ein wichtiger Grundsatz auf ihrer Agenda: "Sich in der Pandemie selbst zu schützen, ist das A und O für einen Sportler."

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