17.09.2020 - 17:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Fußballer kicken wieder um Punkte: Spieler und Trainer sind froh, dass es losgeht

Nach Trainingseinheiten ohne Körperkontakt und Testspielen ohne Zuschauer dürfen die Amateurfußballer ab dem Wochenende wieder um Punkte spielen. Wie sieht es in den einzelnen Ligen vor dem Re-Start aus?

Noch zwei bis drei Wochen muss Landesligist SpVgg SV Weiden auf Torwart Matthias Götz verzichten. Der Keeper hatte sich Ende August beim Training den Arm gebrochen. „Er ist einfach unglücklich gefallen“, sagt Trainer Andreas Scheler, der hofft, dass Götz bald wieder zum Einsatz kommt. Wer beim ersten Spiel beim Re-Start am 2. Oktober gegen den FC Tegernheim zwischen den Pfosten steht, kann Scheler noch nicht sagen. „Wir haben mit dem 18-jährigen Max Baierl einen guten Nachwuchstorwart und mit Marko Smodlaka jemand, der sehr viel Erfahrung mitbringt.“
von Armin Eger Kontakt Profil

Aufatmen bei den Vereinen, seit klar ist, es geht wieder los.

Amberg

Darauf mussten die Amateurfußballer in der Region lange warten. Aber nach der Winterpause und der Corona-Zwangspause geht es am Wochenende in den Ligen endlich wieder um Punkte. "Die Spieler sind heiß", "endlich geht es wieder los", "wir sind froh, dass wir auch wieder vor Zuschauern spielen dürfen", so nur einige Aussagen von den Beteiligten. Am 29., beziehungsweise 30. November 2019, liefen die SpVgg SV Weiden und die SV Grafenwöhr in der Landesliga Mitte letztmals zu Punktspielen auf. Eine lange Zeit. Es stellt sich natürlich die Frage, wie haben die Mannschaften diese Phase verkraftet? Hier ein kurzer Überblick, wie es in den einzelnen Liegen aussieht.

Landesliga Mitte

Tabellenmäßig sieht es derzeit so als, als möchten der SV Neumarkt (1. Platz/52 Punkte) und die SpVgg SV Weiden(2./51) den Direktaufstieg unter sich ausmachen. "Wir rücken von unserem Ziel Aufstieg nicht ab", sagt Andreas Scheler, Trainer der SpVgg SV Weiden. Mit der Vorbereitung sei er zufrieden gewesen und die Mannschaft habe sich trotz der langen Pause stabilisiert. "Wir haben noch einige Verletzte, unter anderem Torwart Matthias Götz, aber die Integration der jungen Spieler ist sehr erfreulich verlaufen. Wir werden jetzt nur auf uns, auf unsere Leistung schauen. Wir werden uns nicht mit der Konkurrenz beschäftigen." Schelers Team steigt am Wochenende noch nicht in den Spielbetrieb ein, sondern testet gegen Ligakonkurrenten BSC Woffenbach. Das erste Punktspiel steht am 2. Oktober am Wasserwerk gegen den FC Tegernheim an.

"Wir sind froh, dass bezüglich der besonderen Rahmenbedingungen Zuschauer überhaupt wieder zugelassen sind", sagt der Sportliche Leiter der SpVgg SV. Da bis zum ersten Punktspiel noch etwas Zeit sei, könne man noch schauen, wie das die Kollegen machen. Der Vorteil in Weiden liege darin, dass eine Tribüne da ist und so 400 Zuschauer erlaubt sind.

"Wir müssen sehen, wie wir nach dieser langen Zwangspause und der 13-wöchigen Vorbereitung wieder reinkommen", sagt Florian Danninger, sportlicher Leiter bei der SV Grafenwöhr. "Aber alle sind fit und freuen sich, dass es endlich wieder losgeht." Die Motivation in der Mannschaft sei da, obwohl Grafenwöhr mit nur 17 Punkten Tabellenvorletzter ist. "Wir versuchen alles, den Abstieg zu verhindern. Aufgeben werden wir nicht, denn Wunder geschehen immer wieder", sagt Danninger.

Am Samstag, 14 Uhr, steht die erste Partie beim FC Tegernheim (8. Platz/35 Punkte) an. "Sicher ein schwerer Gegner", räumt Danninger ein. "Wir werden uns auch nicht vom letzten Tegernheimer Testspiel täuschen lassen, das der FC mit 1:11 gegen Cham verloren hat." Enttäuscht zeigte sich der Sportliche Leiter, dass nun doch nur 200 anstatt 400 Zuschauer kommen dürfen. Momentan sei man noch damit beschäftigt, Markierungen für die Zuschauer anzubringen und zu klären, wie die Kontakterfassung der Fans erfolgen soll.

Für die Bezirksliga planen muss die SpVgg Pfreimd. Nur sieben Punkte hat das Schlusslicht von Trainer Tobias Bernklau auf dem Konto. "Wir rechnen uns nichts mehr aus", sagt deshalb Stefan Mohaupt, Abteilungsleiter des abgeschlagenen Tabellenletzten.

Bezirksliga Nord

Alles ist möglich, was Aufstieg und Relegationsplatz betrifft, zumal die Anzahl der Spiele unterschiedlich ist. Tabellenführer ist der FC Amberg (42 Punkte/19 Spiele) vor dem SV Hahnbach (2. Platz/40/20), dem Aufsteiger SC Luhe-Wildenau (3./40/18) und dem Absteiger SV Etzenricht (4./38/20). Gleich zum Re-Start kommt es zu einem Knaller: Spitzenreiter Amberg empfängt den SC Luhe-Wildenau.

Für SC-Trainer Roland Rittner ein wichtiges, aber nicht ein entscheidendes Spiel. Entscheidend werde sein, welche Mannschaft schneller nach der langen Pause wieder in den Wettkampfmodus umschalten kann. "Wir sind mit dem Ziel in die Saison gegangen, nicht abzusteigen", sagt er. "Wir haben gezeigt, dass wir mehr können und so wäre der Aufstieg natürlich das I-Tüpfelchen, aber er ist kein Muss." Seine Mannschaft sei zwar gut durch die Corona-Pause gekommen, aber das letzte Prozent konnte nicht rausgeholt werden, da sich der Wiederbeginn immer wieder verzögert habe. "Als die Entscheidung gefallen ist, es geht wieder los, ist jedem Spieler irgendwas runtergefallen", sagt Ritter. "Die sind alle fit und heiß, dass es losgeht."

Kreisliga Nord

Ob sich die SpVgg Vohenstrauß die Meisterschaft noch nehmen lässt? 10 Punkte liegt die Mannschaft von Trainer Michael Rösch - bei einem Spiel weniger (16) - vor dem SV Plößberg (17/32 Punkte). "Bei dem Vorsprung wäre es unrealistisch, wenn wir die Meisterschaft nicht ins Ziel bringen würden", sagt Rösch. "Tatsache ist aber, dass alle froh sind, dass es wieder losgeht." Sein Mannschaft habe sich von Testspiel zu Testspiel geschleppt und er habe gemerkt, dass noch etwa fünf Prozent an Leistung fehlen. "Das dürft jetzt vorbei sein", ist der Vohenstraußer Coach sicher. An den Hygienevorschriften habe sicher jeder Verein ein Stück weit zu knabbern, aber der Zuschauerandrang in der Kreisliga sei sowieso nicht so enorm. "Das wird sich aber einspielen", denkt Rösch.

Hinter dem souveränen Tabellenführer folgt ein dicht gedrängtes Feld von Platz drei mit dem FC Weiden-Ost (3. Platz/29 Punkte/15 Spiele) bis zum TSV Erbendorf (7./26/16). Der Relegationsplatz liegt für diese Vereine im Bereich des Möglichen. Für den FC Luhe-Markt (14./7) und den SV Störnstein (13./7) wird der Klassenerhalt schwer werden.

Kreisklasse West

Spitzenreiter ist aktuell der FC Vorbach (1. Platz/25 Punkte/16 Spiele). Dann folgen der SV Neusorg (2./32/17), die DJK Seugast (3./29/17) und die SpVgg Windischeschenbach (4./27/14). Aufgrund der unterschiedlichen Anzahl der Spiele ist die Tabelle noch wenig aussagekräftig. Zum Auftakt am Sonntag, 15 Uhr, empfängt Vorbach den TSV Kirchendemenreuth. Mit nur 5 Punkten auf dem Konto liegt der TSV auf dem letzten Platz, da der SV Anadoluspor seine Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurückgezogen hat und damit als Absteiger fest steht.

Kreisklasse Ost

Was den Aufstieg anbelangt, ist in der Kreisklasse Ost noch alles möglich. Die Tabelle führt die DJK Neustadt/WN mit 43 Punkten bei 17 Spielen an. Jeweils eine Partie weniger haben die Verfolger DJK Irchenrieth (2. Platz/38 Punkte) und der TSV Eslarn (3./37) auf ihrem Konto.

Das Tabellenende ziert der FSV Waldthurn (9) Punkte. Zusammen mit der SG Etzenricht II (13./12) und der TSG Weiherhammer (12./12) geht es hier um die zwei direkten Abstiegsplätze.

Elf Fragen an Fußballer Tobias Ackermann vom SC Eschenbach

Weiden in der Oberpfalz

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