27.01.2021 - 17:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Bayerische Volleyballer brechen Spielzeit ab

Es hat sich ausgeschmettert und ausgebaggert: Der Bayerische Volleyball-Verband hat die derzeit coronabedingt pausierende Saison 2020/21 vorzeitig abgebrochen. Die Überraschung darüber hält sich in der Region doch eher in Grenzen.

Nicht geht mehr: Die Saison der bayerischen Volleyballer (Szene aus einem Spiel des VC Amberg) wurde abgebrochen: ohne Wertung, sprich ohne Auf- und Abstieg.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

In der offiziellen Mitteilung auf der Homepage des Bayerischen Volleyball-Verbandes (BVV) spricht Präsident Klaus Drauschke von der "schwersten Entscheidung, die der BVV-Vorstand in seiner bisherigen Geschichte zu treffen hatte". Mit dem vorzeitigen Abbruch der Wettkampf-Saison 2020/21 trägt der Verband der Entwicklung der Corona-Pandemie und der noch nicht vorhersehbaren künftigen Ausgestaltung eines geregelten Spielbetriebs Rechnung. Ab der Bayernliga abwärts wird es daher weder Auf- noch Absteiger geben. "Nach über dreimonatiger Wettkampfpause ist es nicht mehr möglich, einen für alle Mannschaften fairen Wettbewerb durch ausreichende Spiele zu gewährleisten", führt der Verband als Begründung an.

Der Saisonabbruch betrifft vorerst nur den Spielbetrieb der Erwachsenen, bei der Jugend, den Senioren und im Mixed steht eine Entscheidung noch genauso aus wie in der 3. Liga und der Regionalliga. "Wir erwarten eine Entscheidung im Februar", heißt es dazu auf der BVV-Homepage. Für Gerd Spies, den Teammanager der Regionalliga-Herren des VC Amberg ist die Sache klar, dass auch die Wettbewerbe unter dem Dach des Deutschen Volleyball-Verbandes abgebrochen werden. "Ich bin kein Zocker, aber ich würde schon darauf wetten, dass diese Entscheidung dann analog zu der in den Landesverbänden ausfällt." Für das Aushängeschild der Amberger Volleyballer sieht Spies die Krise zwar noch nicht als existenzgefährdend an, aber "dennoch wird es einer gewaltigen Kraftanstrengung bedürfen, sich personell wieder so stark aufzustellen wie zu Beginn der vermutlich bald abgebrochenen Regionalliga-Saison". Mit vier Neuzugängen und einer gehörigen Portion Optimismus wollte der VC unter Umständen gar den Aufstieg in die 3. Liga anpeilen. Daraus wird (zunächst einmal) nichts.

Während die VC-Verantwortlichen und -Akteure bereits "gewaltig Frust schieben", sind die Kollegen vom TB Weiden froh, dass nun endlich eine Entscheidung getroffen wurde. "Wir haben darauf gewartet und damit schon gerechnet. Dadurch, dass sich der gesamte Spielplan immer weiter nach hinten verschoben hat, war der nicht mehr durchzuziehen", sagt TB-Abteilungsleiter Peter Rathgeber. Im Gegensatz zum Nachbarn aus der Vilsstadt sind in Weiden alle Teams vom Saisonabbruch des BVV betroffen. "Wir müssen uns wie jeder Verein zur neuen Spielzeit 2021/22 ab Herbst neu sortieren und schauen, ob noch alle Mannschaften zur Verfügung stehen", wagt Rathgeber einen zumindest vorsichtigen Blick in die zweite Jahreshälfte. Immerhin schlagen beim Weidener Turnerbund noch keine Vereinsaustritte zu Buche. "Doch wie die personelle Verfassung im Herbst aussieht, kann aktuell noch niemand überblicken." Immerhin rechnet Rathgeber damit, dass es im Falle von Lockerungen seitens der Politik "gleich in die Beach-Saison übergeht". Der Verband will ab sofort "an alternativen Spielmodellen für eine Übergangszeit bis zur nächsten Saison" arbeiten. Den Sportlern wird es egal sein: Hauptsache sie dürfen zeitnah wieder ihrem Hobby nachgehen.

Michael Dornheim aus Weiden, Deutschlands Volleyballer des Jahres 1993

Weiden in der Oberpfalz

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