06.04.2020 - 22:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Adrian Klein träumt im Interview vom Stanley Cup

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Mit 16 Jahren verlässt Adrian Klein die Blue Devils Weiden und wagt den Sprung zu den Straubing Tigers. Der talentierte Verteidiger will in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) Fuß fassen, hat aber schon den nächsten Karriereschritt im Blick.

Mit 16 Jahren in die DEL: Verteidiger Adrian Klein wechselt von den Blue Devils Weiden zu den Straubing Tigers.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Der 1. EV Weiden dürfte die Entscheidung von Adrian Klein mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Einerseits kann der Oberliga-Klub stolz sein, dass ein weiterer Akteur aus dem eigenen Nachwuchs vor einer großen Karriere steht. Andererseits bricht ein Riesentalent bereits im Alter von 16 Jahren weg. In der vergangenen Saison war Klein im Oberliga-Team eine der positivsten Erscheinungen. Im Interview lobt Klein die Nachwuchsarbeit in Weiden und wagt einen Blick in die Zukunft. Zunächst will er bei den Straubing Tigers in der DEL Fuß fassen, doch sein großer Traum ist die NHL.

ONETZ: Hallo Adrian, in der aktuellen Krisenzeit die wichtigste Frage vorneweg: Wie geht's Dir und Deiner Familie?

Adrian Klein: Danke der Nachfrage, sowohl ich als auch meine ganze Familie sind aktuell gesund und nicht vom Coronavirus betroffen.

ONETZ: Wegen der Coronakrise besteht eine Ausgangsbeschränkung. Wie hältst Du Dich derzeit fit?

Adrian Klein: Von den Straubing Tigers bekomme ich einen Trainingsplan. Die Übungen beziehen sich auf die eigene Körperkraft, die ich zu Hause und draußen absolvieren kann.

ONETZ: Du wechselt in die DEL zu den Straubing Tigers. Deine starke Oberliga-Saison mit den Blue Devils, das zusätzliche Engagement in der Weidener U17 und U20 sowie die Nominierung für die deutsche U17-Nationalmannschaft waren die beste Werbung. Aber kommt der Sprung mit erst 16 Jahren nicht etwas zu früh?

Adrian Klein: Ich fühle mich dazu nicht zu jung. Je früher so ein Wechsel, desto besser. Man kann bereits in diesem Alter unter Profibedingungen trainieren und gewöhnt sich sehr früh an diesen Trainings- und Spielrhythmus. Außerdem ist es eine neue Herausforderung.

ONETZ: Wie kam der Kontakt zu den Tigers zustande?

Adrian Klein: Spieleragenten wurden auf mich aufmerksam und stellten den Kontakt zu Straubing her. Der Verein ist dann an mich herangetreten.

ONETZ: Waren die Verantwortlichen der Blue Devils in die Wechselabsichten miteingebunden?

Adrian Klein: Anfangs wurde mein Heimverein davon nicht unterrichtet. Erst durch die Einladung zu einem Probetraining in Straubing wurden Trainer und Vorstandschaft informiert.

ONETZ: Du wirst im September 17 Jahre alt. Hat Dir die Sportliche Leitung der Tigers schon gesagt, wie Du eingeplant bist. Sofort in der DEL oder per Förderlizenz bei einem unterklassigen Verein? Wären im zweiten Fall die Blue Devils eine Option?

Adrian Klein: Angedacht ist bisher, dass ich an der Vorbereitung der DEL-Mannschaft vor der Saison teilnehme. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Auch ob es in Richtung Förderlizenz bei einem unterklassigen Verein geht, beziehungsweise eventuell eine Förderlizenz für Weiden kann ich nicht sagen.

ONETZ: In Straubing spielen mit Benedikt Schopper, Sandro Schönberger und Tim Brunnhuber drei weitere Spieler, die aus dem Nachwuchs des 1. EV Weiden stammen. Hattest Du vor Deiner Entscheidung mit ihnen Kontakt?

Adrian Klein: Der erste Kontakt zu diesen ehemaligen EV-Spielern war erst beim Probetraining. Natürlich waren mir diese drei Spieler bekannt, aber persönliche Gespräche fanden erst dort statt. Sympathisch ist mir das schon, dass dort drei Ex-Blue-Devils unter Vertrag sind.

ONETZ: Du bist also nicht der erste Spieler des 1. EV Weiden, der den Sprung in die DEL schafft. Nicht zu vergessen Dominik Kahun, der jetzt in der NHL spielt. Welchen Anteil an Deiner Entwicklung hat die Nachwuchsarbeit in Weiden? Gibt es einen Trainer, der Dich besonders nach vorne gebracht hat?

Adrian Klein: Ich fühlte mich im Nachwuchsbereich des EV Weiden, den Young Blue Devils, immer sehr wohl. Ich habe dort viele Freunde, dann war das viermalige Training pro Woche immer eine Freude, was sich natürlich auch aufs Sportliche auswirkte. Das Training war von klein auf abwechslungsreich und vielseitig. Kompetente Trainer brachten nicht nur mich weiter. In den letzten fünf Jahren war mein Nachwuchstrainer Peter Hampl, dem ich vieles zu verdanken habe, dass ich heute so weit gekommen bin. Das möchte ich an dieser Stelle ganz klar betonen.

ONETZ: Was sind Deine kurz- und langfristigen Ziele? Nicht nur in Straubing, sondern auch international.

Adrian Klein: Zuerst muss ich mal in der DEL-Mannschaft Fuß fassen und mich zum Stammspieler entwickeln. Natürlich möchte ich auch versuchen, weiterhin in den Kadern der Nationalmannschaften U18 aufwärts zu bleiben. Und wie viele andere Nachwuchsspieler habe auch ich den Traum, mal in der NHL zu spielen und den Stanley Cup zu gewinnen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Dazu gehört auch ein wenig Glück und vor allem, dass man von Verletzungen verschont bleibt, das ist noch viel wichtiger.

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