22.06.2021 - 14:47 Uhr
VohenstraußSport

Heinz Reichelt, ein Ausnahmefußballer der SpVgg Vohenstrauß, ist tot

Heinz Reichelt war einer der besten Amateurfußballer seiner Zeit, in Schnelligkeit, Schuss- und Kopfballstärke kaum zu übertreffen. Nun ist der Ex-Bayernliga-Spieler der SpVgg Vohenstrauß gestorben.

Heinz Reichelt
von Elisabeth DobmayerProfil

Er zählte mit zu den Großen der Vohenstraußer Sportgeschichte und trug den Namen der Spielvereinigung weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Im Alter von 82 Jahren ist der einstige Auswahlspieler Heinz Reichelt verstorben.

Seit 20 Jahren lebte der ehemalige Vohenstraußer Ausnahmefußballer mit seiner Ehefrau Marianne bei seiner einzigen Tochter Silvia in Windischeschenbach. Der Kontakt zu seiner ehemaligen Heimat riss aber nie ganz ab. Johann Gmeiner, Teamkollege aus dieser Zeit, gratulierte Reichelt noch im Januar zu seinem Geburtstag. Auch Rainer Gebert, 3. Vorsitzender der SpVgg, hatte in der Vergangenheit telefonischen Kontakt. Reichelt sei damals zu Tränen gerührt gewesen, „weil ihn die SpVgg bis heute nicht vergessen hat“, erzählt Gebert. Sportlich und privat sei Reichelt ein Vorbild gewesen, erinnert sich mit Josef „Bepp“ Werner ein weiterer damaliger Mitspieler nur positiv an Reichelt. „Er war hart gegen sich und seine Gegner, aber ein untadeliger Sportsmann.“

Das Eigengewächs des Vereins war bekannt für seine Schnelligkeit, seine Schuss- und Kopfballstärke. „Er war bayernweit einer der besten Amateurstürmer, was auch die Berufung in die Auswahlmannschaften der Oberpfalz und von Bayern zeigte“, so Gmeiner. Zahlreiche höherklassige Vereine wie zum Beispiel der 1. FC Nürnberg klopften in den Sechziger Jahren an. Doch Reichelt blieb der SpVgg treu, deren Trikot er von 1957 bis 1973 trug und mit der er 1969 den Aufstieg in die Bayernliga (damals die dritthöchste Liga) schaffte.

Im oberschlesischen Opeln geboren, kam Reichelt als sechsjähriger Bub nach Vohenstrauß. 1952 startet er seine Fußballerkarriere in der SpVgg-Jugend, als 17-Jähriger hatte er bereits einen Stammplatz in der "Ersten". Zusammen mit dem unvergessenen Walter Pankotsch sowie Karl Schwarzmeier, Rudolf Scholz und dem späteren Trainer Helmut Wende spielte Reichelt in einer Elf, in der er über viele Jahre hindurch Tore wie am Fließband erzielte. 1959 wurde er mit der SpVgg Pokalsieger der Oberpfalz. 1966 war Reichelt maßgeblich am Aufstieg in die Landesliga und drei Jahre später in die Bayernliga beteiligt. Mehr als 900 Spiele bestritt Reichelt für die Rot-Weißen. Es folgte ein Gastspiel beim TSV Pleystein, dort nahm er ebenso eine Schlüsselrolle ein.

Dem ehemaligen Glasmaler ging es in den zurückliegenden Wochen gesundheitlich immer schlechter. Kurzzeitig war er im AWO-Seniorenheim in Windischeschenbach untergebracht. Dort ist er am Samstagvormittag auch verstorben.

Heinz Reichelt während seiner aktiven Zeit bei der SpVgg Vohenstrauß.
Heinz Reichelt während der Bayernligazeit.

Lange Jahre Schedsrichterassistent in der Bundesliga

Vohenstrauß

 

 

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