02.12.2020 - 17:29 Uhr
UrsensollenSport

Oberpfälzer Biathlet Donhauser: "Wenn man sich nicht doof anstellt ..."

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Plötzlich im Kreis von Weltmeistern und Olympiasiegern. Der Oberpfälzer Biathlet Johannes Donhauser hat das jetzt zehn Tage in Finnland erlebt. Erstmals hatte auch Bundestrainer Mark Kirchner einen Blick auf "JD".

Johannes Donhauser im Trainingslager im finnischen Muonio. In Lappland trainierte der Oberpfälzer zehn Tage mit dem deutschen Weltcup-Team.
von Josef Maier Kontakt Profil

Verlierer und Gewinner in einem? Geht das? In diesem Fall schon. Enttäuscht kehrte Johannes Donhauser vor einer Woche aus dem finnischen Muonio zurück. Der Biathlet hatte knapp das Weltcup-Ticket verpasst. "Ich war schon sehr enttäuscht", sagt der Raigeringer, dessen Eltern mittlerweile in Ursensollen (Kreis Amberg-Sulzbach) wohnen. "Ich bin ja da nicht hochgefahren, um zehn Tage später wieder heimzufliegen", meint der Biathlet, der immer noch für den SC Monte Kaolino Hirschau läuft.

Der 26-Jährige hätte gerne die gut siebenstündige Fahrt innerhalb Finnlands hinunter nach Kontiolahti auf sich genommen. Und trotz der Heimfahrt durfte sich Donhauser auch als Gewinner fühlen. Noch Anfang des Jahres war er nur Mitglied im Förderkader, an den Weltcup war nie und nimmer zu denken. "Ja, die Entwicklung war so nicht zu erwarten", sagt er.

In der Verfolgung besser

In Finnland war der Oberpfälzer in den internen Ausscheidungsrennen an Altmeister Erik Lesser und dem auch schon weltcup-erfahrenen Roman Rees gescheitert. Im Sprint sei es nicht gut gelaufen, erzählt der in Ruhpolding lebende und trainierende Sportler. In der Verfolgung war er besser dabei. Als seine Kollegen am vergangenen Wochenende ihre ersten Weltcup-Rennen hatten, hing Donhauser nicht ständig vorm Fernseher. Nicht, weil er es aus Frust nicht hätte sehen können. "Ich war trainieren. Ich muss ja mein Trainingspensum durchziehen." Da ist er konsequent.

Diese Konsequenz der Profis hatte er sich in Finnland auch von den Weltmeistern und Olympiasiegern im deutschen Team abschauen können. Tagtäglich drehte er mit Arnd Peiffer, Benedikt Doll oder Simon Schempp die Runden, fixierte die Scheiben am Schießstand. "Wenn man sich nicht doof anstellt, nehmen die einen toll auf", erzählt Donhauser lachend. Im Kreis der Biathlonstars bewegte er sich ganz normal, einige kennt er ohnehin vom Stützpunkt in Ruhpolding. Allerdings war in Finnland auch die Corona-Pandemie zu spüren. "Wir waren etwas abgesondert untergebracht." In kleinen Gruppen, mit nicht allzu viel Kontakt. Aber natürlich gab es das gemeinsame Essen und Besprechungen mit Bundestrainer Mark Kirchner. "Es war auch wichtig, dass mich mal ein anderer Trainer beobachtet", sagt Donhauser.

Der Bundestrainer ermutigte "JD", wie Donhauser von seinen Kollegen genannt wird, weiter dranzubleiben. Der Weltcup-Traum ist noch nicht ausgeträumt. Zunächst hat der Raigeringer das Startrecht für das erste IBU-Cup-Wochenende Mitte Januar am Arber. Sollte es bei den Wettbewerben der 2. Liga des Biathlons gut laufen, könnte es doch noch in den Weltcup gehen.

Donhausers Vorfreude auf den Winter

Raigering bei Amberg

Aus Finnland hat Donhauser jede Menge Erfahrungen und Erinnerungen mitgebracht, samt eines besonderen Erlebnisses: "Wir haben auch Polarlichter gesehen." Viel lieber hätte er dann aber doch ein Weltcup-Ticket gehabt.

Jede Menge Erinnerungen

Es war auch wichtig, dass mich mal ein anderer Trainer beobachtet"

Johannes Donhauser

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.