26.08.2020 - 15:50 Uhr
TirschenreuthSport

Stiftländer Kreisligisten müssen improvisieren

Die Verantwortlichen der fünf Oberpfälzer Vereine in der Kreisliga Süd sind sich über die vom Coronavirus bestimmte Situation einig: "Wir müssen einfach damit leben und das Beste daraus machen."

Der TSV Konnersreuth liegt in der Kreisliga Süd als Tabellendritter aussichtsreich im Rennen. Das Bild zeigt eine Szene vom 3:0-Sieg der Konnersreuther (rechts Wolfgang Pötzl) bei der SG Mitterteich/Steinmühle (links Sebastian Käs).
von Helmut KapplProfil

Seit Wochen befinden sich die fünf Vertreter aus der Oberpfalz in der Kreisliga Süd in der Vorbereitung. Natürlich sind die Verantwortlichen mit der Situation nicht zufrieden. Nur schwer zu realisierende Hygienekonzepte zwingen zum Improvisieren - und stellt die Vereine vor große Herausforderungen. Zudem sind die Planungen für den Re-Start hinfällig (siehe Hintergrund).

Ligapokal ein "Zuckerl"

"Die Lage ist für alle Vereine gleich", sagt Sascha Haberkorn, Trainer des TSV Konnersreuth. "Alle Spieler sind im Training eifrig bei der Sache und sehnen die ersten Spiele unter Wettkampfbedingungen herbei." Den neu eingeführten Ligapokal sieht Haberkorn mit dem Aufstieg für den Sieger als "Zuckerl" und wird diesen mit dem nötigen Ernst spielen. Personelle Probleme gibt es beim Tabellendritten nicht. Vom SV Steinmühle schloss sich Thomas Haberkorn dem TSV an, außerdem rücken vier Akteure aus der eigenen A-Jugend in den Seniorenkader nach.

Drei bis vier Mal pro Woche bittet Christian Zettl, Trainer der viertplatzierten SpVgg Wiesau, seine Spieler zum Training. Auch Zettl findet sich notgedrungen mit der Situation ab. "Wir müssen es ganz einfach so hinnehmen. Den Ligapokal finde ich optimal, stehen doch einige Derbys an." Alle Akteure seien gesund und fit, personelle Nachbesserungen gab es keine.

Spielleiter Hopfner optimistisch

Anders ist es bei den abstiegsgefährdeten Sportfreunden Kondrau (Relegationsplatz 14). Andreas und Christian Ott verließen schon im Winter den Verein und schlossen sich dem TSV Bärnau an. Von der JFG Stiftland kam Julian Bötzl, vom ASV Waldsassen Marvin Suchanek, ferner rücken drei A-Junioren nach. Mehr jedoch freut es Spielleiter Philipp Hopfner, dass die so lange vermissten Langzeitverletzten wieder einsatzfähig sind. "Jetzt können wir mit dem kompletten Kader den Ligaerhalt anstreben. Ich glaube, dafür sind wir gut aufgestellt."

Fast ein halbes Jahr Pause ist auch für Roland Eckert, den Vorsitzenden des SV Mitterteich, nicht ohne Spuren geblieben. "Das wird schwer, von der Bequemlichkeit wieder in die Gänge zu kommen. Wir müssen immer wieder improvisieren. Wichtig sind natürlich Spiele. Aber ohne Zuschauer macht das alles keinen Sinn. Jetzt kommt es auf die Politik an." Vom SV Steinmühle rücken drei und von der JFG Stiftland zwei A-Junioren in die auf Rang sechs liegende SG Mitterteich/Steinmühle nach.

Über einen regen Trainingsbesuch freut sich Stefan Schindler, Vorsitzender des fünftplatzierten TSV Waldershof. "Zwischen 25 und 30 Spieler stehen auf dem Platz. Alle wären sofort einsatzbereit. Wir hoffen sehnlichst auf die Freigabe zu den Spielen." Verlassen hat den Verein niemand, dafür rücken vier A-Junioren aus dem eigenem Nachwuchs nach.

Hintergrund:

Kreisspielleiter Kemnitzer friert die Spielpläne ein

Kreisspielleiter Peter Kemnitzer hat auf die neue Entwicklung in der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Auswirkungen auf den Re-Start der Saison 2019/20 reagiert. „Ich nehme alle momentan existierenden Spielpläne aus der Veröffentlichung“, erklärte Kemnitzer. Die Kreisspielleitung wartet zusammen mit der Bezirksspielleitung die Entscheidungen der Bayerischen Staatsregierung ab. „Bis dahin werden alle Pläne eingefroren.“

Anfang August waren bei den Arbeitstagungen im Fußballkreis Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth die Planungen für die Fortsetzung der Saison 2019/20 vorgestellt worden. Der Fahrplan sah vor, am ersten September-Wochenende (5./6. September) mit Nachholspielen und dem ersten von sechs Gruppenspieltagen des neu eingeführten Ligapokal-Wettbewerbs zu beginnen. Ab 26./27. September sollte es mit dem regulären Punktspielbetrieb weitergehen. Nach fünf Spieltagen sollten ab 31. Oktober drei weitere Gruppenspiele im Ligapokal folgen, ehe am 22. November noch einmal Nachholspiele angesetzt werden sollten.

Inzwischen ist vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) der geplante Start um zwei Wochen auf 19./20. September verschoben worden. Aussagen der Politik, wie es mit dem Amateurfußball weitergeht, erhoffen sich Verband und Vereine in der kommenden Woche. (gb)

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