21.09.2020 - 17:23 Uhr
TirschenreuthSport

Coronafall beim TSV Bärnau: Teile der Mannschaft in Quarantäne

Kreisspielleiter Peter Kemnitzer ist sehr zufrieden, wie die Vereine im Fußballkreis Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth den Auftakt in Corona-Zeiten gemeistert haben. Auch wenn ein Coronafall im Stiftland eine Kettenreaktion zur Folge hat.

Richtig verhalten in Coronazeiten: An vielen Eingängen zu Fußballplätzen hängen Auszüge des Hygienekonzepts des Bayerischen Fußball-Verbands.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Nach dem ersten Spieltag seit der fast zehnmonatigen Pause ist Peter Kemnitzer, Spielleiter des Fußballkreises Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth, voll des Lobes für das Engagement der Vereine. "Was unsere Vereine hygienetechnisch da am Wochenende aufgezaubert haben, ist aller Ehren wert", sagte Kemnitzer, der selbst bei drei Spielen zugegen war. "Einziger Wermutstropfen war der positive Coronafall bei einem Spieler des TSV Bärnau", merkte er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien an. Denn bevor der erste Anpfiff überhaupt erfolgen konnte, waren starke Nerven gefragt. Im Laufe der Woche hatte der Stiftländer Kreisklassist einen Corona-Verdachtsfall gemeldet, "der sich inzwischen leider bestätigt hat. Da kann niemand etwas dafür, aber der Rattenschwanz, der daran anschließt, wurde in keiner Theorie mitbedacht. Auch von unserem Verbandspräsident Rainer Koch nicht".

Tests und Quarantäne

Zunächst mussten die Spiele der beiden Bärnauer Mannschaften in der Kreis- und A-Klasse abgesetzt werden. "Da die Bärnauer in der Vorwoche ein Testspiel gegen die Zweitvertretung der Sportfreunde Kondrau absolviert hatten, musste ich auch deren Spiel streichen", sagte Kemnitzer. Doch damit nicht genug: Beim Kondrauer Test wirkten auch drei Akteure aus der "Ersten" mit, weswegen auch deren Kreisliga-Partie bei der SpVgg Selb 13 nicht stattfinden durfte. "Der betroffene Spieler musste eine Liste mit all seinen Kontaktpersonen beim Gesundheitsamt angeben. Das hat zur Folge, dass etwa 15 unserer Spieler nun getestet werden und bis zu einem hoffentlich negativen Ergebnis in Quarantäne bleiben müssen", erläuterte Marco König, Spielleiter beim TSV Bärnau.

Der Verein hat mittlerweile sämtlichen Spiel- und Trainingsbetrieb eingestellt, auch eine Rückkehr in den Ligenbetrieb am kommenden Wochenende "ist noch tabu". Ans Ende der behördlichen Quarantäne von fünf Tagen schließt eine weitere Schutzsperre seitens des BFV von vier Tagen an. "Der TSV Bärnau ist bis 27. beziehungsweise 29. September außer Gefecht", hat Kemnitzer errechnet. "Für uns ist das eine blöde Situation, weil wir der erste Verein sind, den es getroffen hat. Es gibt noch keine Beispiele, wie andere Vereine in vergleichbarer Situation damit umgegangen wären", haderte Bärnaus Spielleiter König etwas. Immerhin gehe es dem betroffenen Spieler nach leichten Krankheitssymptomen zu Beginn mittlerweile wieder besser.

Ligapokal steht zur Disposition

Da neben den vier erwähnten Partien auch noch in der Kreisklasse Fichtelgebirge das Derby SpVgg Weißenstadt gegen den FC Marktleuthen wegen eines letztlich nicht bestätigten Corona-Verdachtsfalls verschoben werden musste, gerät der Kreisspielleiter langsam in die Termin-Bredouille. "Mir gehen langsam die Nachholtermine aus. Vor allem, wenn auch am nächsten Wochenende weitere Spiele ausfallen sollten", sagte Kemnitzer, der deswegen mit seinen oberfränkischen Kreisspielleiter-Kollegen bereits einen Notfallplan durchgespielt hat. "Noch sind das alles ausschließlich Gedankenspiele, aber die Beendigung der Punktspielrunde genießt absolute Priorität. Daher müssen wir bei weiteren Ausfällen den Ligapokal zur Disposition stellen." Zwar sind Ende November und Anfang März dafür Ersatztermine vorgesehen, doch "die Erfahrungen zeigen, dass da bei uns sehr selten witterungsbedingt gespielt werden kann", merkte der Kreisspielleiter an. Somit sind nicht nur bei Kemnitzer weiterhin gute Nerven gefragt – trotz des weitgehend reibungslosen Auftakts.

Hintergrund:

Verdachtsfall beim SV Poppenreuth

Auch der Wiederbeginn von Bezirksligist SV Poppenreuth fiel wegen eines Corona-Verdachtsfalls im Spielerkreis ins Wasser. Daher wurde die Begegnung bei Bavaria Waischenfeld abgesagt. "In Kürze sollte das Testergebnis des Spielers vorliegen. Ist es positiv, setzt das vorgegebene Prozedere ein. Ist es negativ, passiert nichts weiter", erläuterte Bezirksspielleiter Gerald Schwan. Am Wochenende wäre deswegen auch die Partie des SV Poppenreuth II in der A-Klasse Stiftland verlegt worden. Allerdings hatte der Gegner ASV Waldsassen II kurz zuvor bereits wegen Spielermangels absagen müssen. Ohne ins Detail gehen zu wollen, bestätigte der Pechbrunner Schwan zudem, dass es mit Vereinen durchaus Diskussionen gegeben habe, durch das "Thema Corona" leichter Spiele absagen zu können. "In einem ersten Schritt reicht zunächst die Meldung eines Verdachtsfalls aus. In einem zweiten Schritt muss allerdings der Nachweis eines Tests an den Verband geliefert werden – etwa die E-Mail eines Arztes, aus Datenschutzgründen natürlich ohne den Anhang mit dem Testergebnis."

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