21.10.2020 - 12:44 Uhr
SchnaittenbachSport

Elf Fragen an Ralph Egeter (TuS Schnaittenbach)

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Der Spielertrainer des Kreisklassen-Spitzenreiters verrät in unserer Rubrik, welches Hobby er in der fußballlosen Zeit entdeckt hat und warum er an ein Pokalspiel gegen Unterhaching nur ungern zurückdenkt.

In Corona-Zeiten wird aus einem Mittelstürmer schon mal ein Gipfelstürmer. Schnaittenbachs Spielertrainer Ralph Egeter entdeckte in der fußballfreien Zeit das Klettern für sich.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Nach ersten fußballerischen Schritten bei der TSG Mantel-Weiherhammer und dem SV Etzenricht kam Ralph Egeter in der C-Jugend zur SpVgg Weiden – und blieb elf Jahre, spielte für die Wasserwerk-Elf von der Bezirksliga bis zur Regionalliga. Nach zwei Jahren bei der DJK Ammerthal ging es im Sommer 2019 zum Fußball-Kreisklassisten TuS Schnaittenbach, wo er zusammen mit Johannes Kohl ein Spielertrainer-Duo bildet. Bei neun Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten ist die Zielsetzung für diese Saison klar: „Wir wollen in die Kreisliga aufsteigen“, sagt der 30-jährige Egeter, der in Weiherhammer wohnt und dort als Bildungsreferent auch arbeitet.

ONETZ: 1. Wegen der Coronakrise ruhte monatelang der Spiel- und Trainingsbetrieb. Gingen Sie Ihrer Freundin schon auf die Nerven?

Ralph Egeter: Im Gegenteil. Normalerweise bin ich ja viel eingebunden mit Fußball, Gemeinderat und Kirwaverein. Jetzt hat sie endlich mal was von mir gehabt (lacht).

ONETZ: 2. Konnten Sie die viele „Freizeit“ sinnvoll nutzen. Haben Sie ein neues Hobby entdeckt?

Ralph Egeter: Wir waren öfter auf Klettersteigen unterwegs. Am Höhenglücksteig im Hirschbachtal, oder am Mondsee in Österreich. Das ist echt cool.

ONETZ: 3. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Ralph Egeter: Ich bin nicht der abergläubigste Mensch, aber früher habe ich mir die Beine mit der rosa-farbenen tschechischen Wärmesalbe eingerieben. Mittlerweile komme ich da nicht mehr ran, vielleicht muss ich mal die alten Kontakte spielen lassen.

ONETZ: 4. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Ralph Egeter: Das waren eigentlich zwei Spiele, 2015, als wir mit der SpVgg SV Weiden im Toto-Pokal im Viertelfinale den Regionalligisten Kickers Würzburg und im Halbfinale den Drittligisten Jahn Regensburg besiegt haben. Beide Male Freitagabend, Flutlicht, ein Haufen Zuschauer, alle sind hinter uns gestanden. Das war richtige Gänsehaut-Atmosphäre.

ONETZ: 5. Welchen Zuruf von Zuschauern können Sie überhaupt nicht leiden?

Ralph Egeter: Grundsätzlich nervt es mich, wenn es persönlich wird, gerade wenn es junge Spieler trifft. Da sollte man oft ein bisschen mehr Feingefühl haben.

ONETZ: 6. Mit welchem Vergehen bereichern Sie die Mannschaftskasse?

Ralph Egeter: Wenn ich kurzzeitig mal etwas zu emotional bin, gibt es hin und wieder schon mal Mecker-Gelb. Das kostet dann zehn Euro.

ONETZ: 7. Zu welchem Gegner fahren Sie am liebsten?

Ralph Egeter: Zu Weidener Zeiten war das die SpVgg Bayern Hof. Das war ein richtiges Derby mit guter, aufgeheizter Stimmung. Das macht dann schon richtig Spaß, wenn von außen bisschen was kommt. Gar nicht gerne sind wir übrigens nach Großbardorf gefahren. Die haben uns einmal mit 5:0, 6:0 aus dem Stadion geschossen. Da haben sie innerhalb von zehn Minuten drei Tore aus 35 Metern genau in den Winkel gemacht.

ONETZ: 8. In welcher anderen Sportart hätte aus Ihnen ein „Profi“ werden können?

Ralph Egeter: (überlegt) Wenn es als Sportart durchgeht, Schafkopf. Ich spiele ganz passabel. Mittlerweile ist es aber schwierig, dass man Leute findet, die es auch können. Das ist schade. Man muss die jungen Leute mehr zum Kartenspielen animieren, da geht sonst ein Stück Kultur verloren.

ONETZ: 9. Gelbe Fußballschuhe sind für mich …

Ralph Egeter: Oh weh. Bis vor einem halben Jahr hätte ich noch gesagt "ein absoluter Graus". Mittlerweile habe ich aber selber rote. Ich habe nicht eingesehen, für das gleiche Model in schwarz 80 Euro mehr zu zahlen.

ONETZ: 10. Welche Rückennummer haben Sie? Und warum diese?

Ralph Egeter: Früher hatte ich als Mittelstürmer immer die 9. Als ich nach Schnaittenbach kam, war die schon vergeben. Jetzt nehme ich, was gerade frei ist. Es ist ja immer wieder jemand verletzt, beim Studium, oder auf einer Hochzeit.

ONETZ: 11. Ein Erlebnis in Ihrer Karriere, das Ihnen heute noch stinkt?

Ralph Egeter: Das war wieder der Pokal 2015, nach den Siegen gegen Würzburg und Jahn Regensburg das Finale gegen die SpVgg Unterhaching, damals Drittligist. Wenn wir gewonnen hätten, wären wir in den DFB-Pokal eingezogen. Wir haben bis zur 83. Minute sensationell mit 2:0 geführt, in der 83. Minute das 1:2 und in der 94. den Ausgleich kassiert. Das Elfmeterschießen haben wir dann verloren, der Johannes Scherm (jetzt DJK Gebenbach, Anmerkung d. Red.) bekommt heute noch graue Haare wenn er sich daran erinnert, weil er damals den Elfmeter verschossen hat.

 

 

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