11.12.2020 - 17:20 Uhr
SchirmitzSport

Fußball-Funktionär klagt: "... ansonsten könnten wir schon lange zusperren"

Der Amateurfußball ruht derzeit im extralangen Winterschlaf. Doch im Gegensatz zur sonstigen Winterpause fehlt es auch an Hallentraining und -turnieren. Hinzu kommen personelle und finanzielle Sorgen. Nachgefragt bei der SpVgg Schirmitz.

Die Fußballer wie der Schirmitzer Torhüter Luca Wittmann (rechts) hoffen darauf, im Frühjahr endlich wieder kicken zu dürfen.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Es ist keine leichte Zeit für die Amateurfußballer: Zwar wäre aktuell ohnehin Winterpause, doch seit dem "Lockdown light" Anfang November ruht nicht nur der Spielbetrieb, auch Trainingseinheiten sind wegen der weiter grassierenden Coronavirus-Pandemie untersagt. Dass jegliches Hallenspektakel in dieser vermaledeiten Spielzeit ebenso ausfällt, fällt da fast schon nicht mehr ins Gewicht. "Wir haben wirklich Bedenken und größte Sorge, den Laden hier zusammenzuhalten", klagt Christian Schieder, Abteilungsleiter beim Bezirksligisten SpVgg Schirmitz, sein Leid. Zwar seien die jungen Spieler nach wie vor heiß darauf, spätestens im Frühjahr wieder losgelassen zu werden, doch um die "Generation 30+" macht sich Schieder große Sorgen. "Vor allem die Spieler mit Familie könnten erkennen, dass es auch ohne Fußball geht."

Finanzielle Einbußen schmerzen

So kommt der Whatsapp-Gruppe der Mannschaft und den telefonischen Seelsorge-Fähigkeiten der beiden Trainer Josef Dütsch und Peter Möhrle elementare Bedeutung zu. "Wir müssen zusammenhalten", fleht Schieder förmlich. Neben der Angst, im Zuge der Pandemie Spieler zu verlieren, und der ungewissen Zukunftsprognosen plagen Vereine wie die SpVgg Schirmitz zunehmend finanzielle Sorgen. "Wir haben aktuell null Einnahmen. Feiern wie unsere Beachparty sind wegegebrochen. Solche Ausfälle tun uns weh, und so dürfte es vielen anderen Vereinen auch gehen."

"Wir fühlen uns aktuell schon etwas im Stich gelassen."

Christian Schieder, Abteilungsleiter der SpVgg Schirmitz

Da kommt es dem Verein sehr gelegen, dass Dütsch und Möhrle aktuell auf ihre Aufwandsentschädigungen verzichten. "Das ist sehr solidarisch von den beiden und hilft uns in dieser Situation ungemein. Glücklicherweise bekommt bei uns kein einziger Spieler auch nur einen Cent, ansonsten könnten wir den Laden schon lange zusperren." Der Schirmitzer Funktionär nimmt in dieser Situation auch den Bayerischen Fußball-Verband in die Pflicht. "Wir fühlen uns aktuell schon etwas im Stich gelassen. Wir erwarten keine 10 000 Euro, aber ein klein wenig Unterstützung könnten wir schon gebrauchen."

Etliche fußballbegeisterte Spieler, Trainer oder Funktionäre dürften sich in Schieders Worten wiederfinden, wenn er davon spricht, "allmählich die Gedanken an den Fußball zu verlieren". Zuvor sei immer was los gewesen, in und um den Verein. "Aktuell ist da nichts, alles ruht." Doch zumindest über ein kleines vorgezogenes Weihnachtsgeschenk durfte sich die SpVgg schon freuen: Der 36-jährige Markus Peetz kehrt vom Kreisklassisten DJK Irchenrieth zu dem Verein zurück, für den er bereits vier Jahre lang die Stiefel geschnürt hat. Der Rückkehrer soll mit dazu beitragen, dass der erneute Klassenerhalt in der Bezirksliga gelingt.

Josef Dütsch soll Trainer bleiben

"Wir sind von unserem Etat her sicherlich ganz hinten in der Liga angesiedelt, aber auch in dieser Spielzeit müsste es schon mit dem Teufel zugehen, dass wir die Klasse nicht halten können", frohlockt Schieder ob der bereits erzielten 30 Zähler und eines gesicherten Mittelfeldplatzes. So soll im Frühjahr auch die Zusammenarbeit mit Trainer Josef Dütsch über die laufende Saison hinaus fixiert werden. "Josef ist ein Tausendprozentiger und einfach einer von uns." Aber zunächst müsse abgewartet werden, wann und ob es überhaupt weitergeht. Denn das kann in diesen ungewissen Zeiten niemand vorhersagen.

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