Update 12.08.2020 - 16:26 Uhr
RegensburgSport

Dieter Hecking: Von der Seitenlinie auf die Tribüne

Beim 1:0-Testspielsieg gegen den SSV Jahn Regensburg macht sich der neue Sportvorstand des 1. FC Nürnberg fleißig Notizen. Dazu zählen sicher Anmerkungen, welche Spielweise dem neuen Trainer Robert Klauß vorschwebt, sowie der Kampf ums Tor.

Dieter Hecking (rechts) in neuer Funktion: Gemeinsam mit NLZ-Leiter Michael Wiesinger verfolgt er die Trainingseinheiten aus der Ferne und bei Testspielen, wie am Dienstag in Regensburg, sitzt er nun auf der Tribüne.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Ja, auch für Dieter Hecking, den neuen Sportvorstand des 1. FC Nürnberg, gelten die Hygienevorschriften rund um die Geisterspiele der Profifußballer. Beim ersten zuschauerlosen Testspiel des Clubs am Dienstag in Regensburg setzte sich Hecking zu Spielbeginn scheinbar gedankenlos auf einen freien Platz inmitten der Journalisten, Funktionäre und Ersatzspieler auf der kleinen Holz-Tribüne des Jahn-Trainingsplatzes am Kaulbachweg. Es dauerte keine zwei Minuten, bis ein Sicherheitsbeauftragter bei ihm vorsprach, auch Hecking möge sich doch bitte auf einen der mit ausreichend Abstand ausgewiesenen Sitzplätze begeben. So packte Nürnbergs neuer Sportchef Handy und Notizzettel wieder zusammen und leistete brav Gehorsam. Zwar schrieb Hecking während der ersten 90 Minuten in neuer Funktion fleißig auf seinen Zettelchen mit, doch allzu viel Erkenntnisse dürfte er beim 1:0-Sieg seines neuen, aber bestens bekannten Klubs noch nicht gewonnen haben.

Der ebenfalls neu am Valznerweiher werkelnde Trainer-Novize Robert Klauß brachte nicht nur Talent Tom Krauß aus Leipzig mit, auch die Nürnberger Kicker sollen künftig RB-geprägten Powerfußball praktizieren, so viel war dann doch auf Anhieb erkennbar. Im ersten Abschnitt schickte Klauß eine Dreierkette – mit Neuling Krauß als zentralen Kopf, der den Spielaufbau initiiert – aufs Feld und forderte von der Außenlinie permanent Sprints, Pressing und schnelles Passspiel. Die Doppelspitze Fabian Schleusener und Siegtorschütze Felix Lohkemper war dabei schon ordentlich unterwegs, auch der vom FC Bayern geliehene Sarpreet Singh hinterließ im zentralen Mittelfeld an der Seite von Hanno Behrens und Johannes Geis einen guten Eindruck. Dass diesen neuen Anforderungen aber noch nicht alle Club-Akteure auf Anhieb gewachsen waren, dürfte in der nervenaufreibenden letzten Spielzeit sowie in der relativ kurzen Trainingsarbeit unter dem neuen Coach begründet sein. "Wichtig war, dass wir gewonnen haben. Jeder Sieg ist wichtig, damit die Jungs an unseren Weg glauben", bilanzierte Klauß nach seinem ersten kleinen Erfolg. Einzig das frühe verletzungsbedingte Aus von Hanno Behrens nach etwas mehr als einer Viertelstunde sorgte für kleinere Sorgenfalten. Der Kapitän fällt für das zweite Testspiel am Samstag zu Hause gegen den FC Augsburg wegen einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich aus.

Nach dem Wechsel tauschte Klauß sowohl das Personal komplett als auch die taktische Formation (4-2-3-1). Im Fokus stand dabei aber Christian Früchtl im Club-Gehäuse. Der ebenfalls vom FC Bayern geliehene Torwart strahlte Ruhe aus und bestätigte bei einigen, durchaus auch ungewollt strammen Rückpässen seinen Ruf als technisch versierter und mitspielender Schlussmann. Das dürfte ein spannender Zweikampf mit Christian Mathenia werden, der in Abschnitt eins als lautstark organisierender und motivierender Keeper ein Kontrastprogramm zum Neuzugang bot. Auch zum Nürnberger Torwartduell dürfte sich Sportvorstand Dieter Hecking bereits einige Anmerkungen notiert haben.

Pro und Contra zum neuen Nürnberger Trainer Robert Klauß

Nürnberg

Nürnbergs neuer Trainer Robert Klauß stellt sich vor

Nürnberg

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.