13.11.2019 - 16:12 Uhr
MünchenSport

Was Oberpfälzer 1860-Fans über Trainer Köllner denken ...

Er hat zuletzt beim Club gearbeitet. Das ist jetzt nicht gerade von Vorteil, wenn man zu den "Löwen" geht. Doch die Oberpfälzer Fans der Sechziger können der Zeit von Michael Köllner im Frankenland viel Positives abgewinnen. Eine Umfrage ...

„Einmal Löwe, immer Löwe“: Die Sechziger-Fans gehören zu den treuesten im Fußballgeschäft. Die Anhänger aus der Oberpfalz bewerten den neuen Trainer Michael Köllner nahezu nur positiv.
von Josef Maier Kontakt Profil

Die Niederungen der 3. Liga, das Schicksal dieses Traditionsclubs interessieren doch keinen mehr, möchte man meinen. Aber der TSV 1860 München hat immer noch mehr als 450 Fanclubs und ist, wenn es ums öffentliche Interesse geht, immer noch ein gefühlter Erstligist.

Ein Fanclub in Brasilien

Sogar im ganz hohen Norden fiebern einige Fans mit diesem Arbeiterklub aus München-Giesing mit. Dem Verein, der immer nah dran ist, sich selbst zu zerfleischen. Ja, es gibt einen "Löwen"-Fanclub ganz oben in Norwegen, in Bergen. Die "Calgary Lions" leiden in der kanadischen Olympiastadt Calgary mit den Münchenern. Den Fanclub mit dem exotischsten Namen gibt es in Brasilien: "1860 Munique Brasil Leoes da Bavaria".

Eine große Anhängerschar existiert auch in der Oberpfalz. In Obersteinbach, einem Dörfchen bei Hirschau, sind die "Löwenfreunde" zu Hause. Deren Boss Hubert Heuberger war zwar im ersten Moment "total überrascht", als er von der Verpflichtung Köllners hörte: "Aber ich finde es gut", meint der Ehenfelder. "Er ist Bayer und hat beim Club sehr gute Arbeit geleistet." Freilich werde es für den Fuchsmühler in dem gespaltenen Löwen-Umfeld schwer. "Und viel hängt sicherlich auch von den ersten Spielen ab." Heuberger ist sich bewusst, dass das alles bei 1860 für Köllner "auch in die Hose gehen kann". Aber eines sei schon mal sicher, wie Heuberger augenzwinkernd sagt: "Wir Oberpfälzer verstehen ihn auf jeden Fall."

In Stadlern im Schönseer Land ist einer der ältesten Löwen-Fanclubs der Oberpfalz beheimatet. Vorsitzender Thomas Lampl und seine Kumpels sind oft im Grünwalder Stadion. Auch Lampl freut sich über die Entscheidung pro Köllner: "Ich finde das gut. Köllner kann vor allem mit jungen Spielern umgehen." Beim 1. FC Nürnberg habe der Trainer sehr gute Arbeit geleistet. Lampl sieht aber auch die Widrigkeiten bei diesem Traditionsverein: "Ich hoffe nur, dass er sich aufs Sportliche konzentrieren kann." Zum Rückzug von Bierofka, sagt Lampl, könne man nur spekulieren, was vorgefallen sei: "Den Bierofka hat jeder geliebt."

Von Stiftländer zu Stiftländer

Reinhard Heller von den "Löwenfreunden Waldsassen" findet es "erst einmal dramatisch", wie das mit Daniel Bierofka abgelaufen ist: "Alle haben sich mit ihm identifiziert." Aber es gebe nun einmal Strömungen bei 1860, denen es nicht ums Sportliche gehe, sagt der Ismaik-Befürworter. Michael Köllner sieht er gut gerüstet für den Job bei den "Löwen". "Er hat ein gutes Nervenkostüm", sagt Heller über den Mann, der wie er Stiftländer ist. Köllner könne die jungen Spieler entwickeln. "Aber er wird es bei 1860 auch nicht einfach haben."

Florian Stefan ist seit Beginn des Jahres Vorsitzender der "Löwenfreunde Schwarzenbach". "Ich habe mich schon geärgert, dass Bierofka aufgehört hat. Daniel war ein Vollblut-Löwe", sagt er. Dass die Wahl auf Michael Köllner fiel, hält er für sehr gut: "Er hat mit Nürnberg aus dem Nichts einiges erreicht." Der Fuchsmühler könne gut mit jungen Spielern umgehen: "Und bei 1860 ist die Jugend immer noch das Aushängeschild." Auch Stefan weiß, dass für Köllner das Umfeld an der Grünwalder Straße sicherlich nicht einfach sei. Aber er glaubt an Köllner: "Wenn einer zu 1860 geht, muss er voll überzeugt sein." Und Stefan sagt auch, warum: "Sonst gehst du hier kaputt."

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