03.08.2020 - 19:38 Uhr
NürnbergSport

Pro & Contra: Ist Robert Klauß der richtige Trainer für den 1. FC Nürnberg?

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Der Neuling soll den Club wieder in ruhigere Fahrwasser führen. Aber ist der ehemalige Co-Trainer von Julian Nagelsmann in Leipzig dem nervösen Umfeld in Nürnberg gewachsen? Das diskutieren die Sportredakteure Josef Maier und Fabian Leeb.

Das neue Führungsduo des 1. FC Nürnberg: Sportvorstand Dieter Hecking (links) und Trainer Robert Klauß.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Jetzt ist das neue Führungsduo des 1. FC Nürnberg komplett: Nach dem neuen Sportvorstand Dieter Hecking hat der Club am Montag auch seinen neuen Trainer Robert Klauß präsentiert. Gelingt dem Neuling, der bis zuletzt als Co-Trainer von Julian Nagelsmann bei RB Leipzig arbeitete und in Nürnberg seinen ersten alleinverantwortlichen Job im Profibereich antritt, den Club wieder zu stabilisieren? Oder ist der Club für das Trainer-Talent eine Nummer zu groß? Ein Pro und Contra:

Pro: Nach dem Fast-Absturz hält sich das Risiko für den Club in Grenzen

Von Fabian Leeb

Das könnte passen: Nach den katastrophalen Fehlgriffen mit Damir Canadi und Jens Keller setzt der Club nun auf einen noch völlig unverbrauchten und vor Ideen sprudelnden Trainer-Novizen. Robert Klauß hat allerbeste Referenzen vorzuweisen: Abschlussnote 1,0 beim Fußballlehrer-Lehrgang 2018 – Klassenbester. Das alleine muss aber noch nichts heißen. Wer aber jahrelang die Leipziger Musterakademie durchlaufen hat und bei Könnern wie Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann in der Lehre war, der ist bereit, alleinverantwortlich auf eine Profimannschaft losgelassen zu werden. Bliebe nur das ewig unruhige, unberechenbare und stets pessimistische Nürnberger Umfeld. Und genau da kommt der Schutzkäfig namens Dieter Hecking ins Spiel, mit dem der Trainer-Neuling ins Haifischbecken am Valznerweiher abtaucht. Mit all seiner Routine und Abgeklärtheit sollte es sein oberstes Ansinnen sein, den ganz normalen Club-Wahnsinn von Klauß und der Mannschaft fernzuhalten. Dann kann das Trainer-Talent sich und seine Ideen entfalten und eine Mannschaft entwickeln, die seine theoretisch gewiss guten Ansätze auf dem Platz in die Tat umsetzt. Ohnehin hält sich das Risiko mit der Verpflichtung eines Neulings in Grenzen: Schlimmer kann es (fast) nicht mehr werden.

Hier geht's zur Vorstellungs-Pressekonferenz mit Robert Klauß, dem neuen Trainer des 1. FC Nürnberg

Nürnberg

Contra: Der Club geht völlig unnötig erneut ins Risiko

Von Josef Maier

Das ist jetzt kein guter Start für Dieter Hecking. Dass Patrick Erras nicht geblieben ist, dafür kann der neue Sportvorstand nichts. Dass er beim Trainer solch einen Kurs fährt, schon. Die Zeit der Experimente beim 1. FC Nürnberg sollte nach der abgelaufenen Katastrophen-Saison eigentlich vorbei sein. Da kann es nicht schaden, einen Mann mit wenigstens etwas Führungserfahrung auf der Bank zu haben. Einen, der Stimmungen in Profiteams erkennt. Einen, der mit dem in Nürnberg traditionell nervösen Umfeld umgehen kann. Zudem könnte man die Personalie Klauß auch so deuten, dass sich der routinierte Hecking da einen Trainer-Novizen holt, den er noch formen und wenn nötig, auch beeinflussen kann. Wenn’s nicht läuft, wird dieser Vorwurf schnell kommen. Als Alternative war wohl auch Dimitrios Grammozis im Gespräch. Der Mann hat Bundesligaerfahrung als Spieler (HSV, Lautern). Als Trainer führte der 42-Jährige zuletzt Zweitliga-Leichtgewicht Darmstadt auf einen hervorragenden fünften Platz – kein schlechter Arbeitsnachweis. Beim Club wurde schon vor einem Jahr mit dem damals völlig liga-unerfahrenen Damir Canadi der Neuanfang ausgerufen. Das Ergebnis ist bekannt. Dass der FCN erneut so ins Risiko geht, muss man nicht verstehen.

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