25.08.2021 - 14:07 Uhr
NürnbergSport

Apnoetauchen: Jens Stötzner im Tiefenrausch zu neuen Rekorden

Apnoetauchen, also das Tauchen ohne Hilfsgerät und nur mit einem Atemzug, beherrschen nur wenige in Perfektion. Einer ist Jens Stötzner. Der Mann aus Zirndorf mit Verbindungen in die Oberpfalz hat nun nationale Rekorde verbessert.

Apnoetaucher Jens Stötzner wieder über Wasser.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Der Apnoetaucher Jens Stötzner hat beim Tieftauchwettkampf "Crystal Clear Water" im Hańcza-See, dem tiefsten Gewässer Polens, in drei von vier Wettkampfdisziplinen deutsche Tieftauchrekorde im See aufgestellt.

In der Disziplin CWT (Constant Weight, mit Monoflosse) tauchte der gebürtige Berliner aus eigener Kraft auf 76 Meter hinab und stellte den neun Jahre alten Rekord von Torsten Erhardt ein. Die Rekorde im See in den Disziplinen CNF (Constant Weight No Fin, Bruststiel) und CWTB (Constant Weight BiFin, mit

Doppelflosse) verbesserte er jeweils um zwei Meter auf 56 Meter beziehungsweise 66 Meter.

Die mentale Herausforderung für das Apnoetauchen im See liege in den niedrigen Temperaturen der tieferen Wasserschichten begründet, erklärt der 54-Jährige. Selbst im Hochsommer könne die Wassertemperatur auf fünf Grad Celsius an der Grundplatte abfallen. "Die sogenannten Temperatur-Sprungschichten erschweren die Entspannung für den konzentrierten Druckausgleich des Mittelohres und der Nebenhöhlen", sagt Stötzner. Zudem hätten die absolute Dunkelheit und die eingeschränkte Sicht in der Tiefe Einfluss auf die Orientierung am Führungsseil. Für Tieftaucher könne zudem die Stickstoffnarkose heimtückisch sein, da sie die Wahrnehmung in der Tiefe verzehrt. Im See werde diese noch durch die Kälte und die Dunkelheit verstärkt. "Das kann sich in einer falschen Zeitwahrnehmung oder aber auch in Halluzinationen äußern", weiß Stötzner, der vor einiger Zeit in Regensburg lebte.

Aufgrund der Corona-Restriktionen und geschlossener Schwimmbäder hatte der Extremsportler seine Trainingseinheiten zuletzt verstärkt ins Freiwasser verlegt. Sein ehemaliger Tauchverein in Regensburg (UCR) und seine Mitgliedschaft im Nationalkader sorgten aber dafür, dass der Wahl-Zirndorfer zumindest einmal pro Woche in einem Schwimmbad üben durfte.Für die Ende August stattfindende deutsche Tieftauch-Meisterschaft nahe Leipzig war die erfolgreiche Teilnahme in Hańcza eine erste Generalprobe.

Stötzners wichtigster Trainingssee liegt im Übrigen in der Region. „Ich trainiere sehr oft im Murner See bei Wackersdorf. Der ist mit 47 Meter Tiefe ideal für meine Zwecke.“

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Maxhütte-Haidhof
Info:

Apnoetauchen

  • Beim Apnoetauchen oder Freitauchen atmet der Taucher vor dem Abtauchen ein und nutzt im Gegensatz zum Gerätetauchen für den Tauchgang nur diesen einen Atemzug.
  • Den Zeitraum des Luftanhaltens bezeichnet man als Apnoe.
  • Apnoetauchen wird auch als Leistungssport bzw. Wettkampfsport ausgeübt. Das umfangreiche Regelwerk schreibt verbindliche Sicherheitsstandards sowie die Bedingungen für die Anerkennung der Leistungen und Rekorde vor.
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