01.12.2020 - 23:18 Uhr
Luhe-WildenauSport

Gebrochene Schulter: Emil ist da hart im Nehmen

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Er hat sich eine etwas außergewöhnliche Sportart für unsere Region ausgesucht. Emil Paul will Nordischer Kombinierer werden, verfolgt schon länger dieses Ziel. In Coronazeiten ist aber auch bei dem jungen Luher viel Flexibilität gefragt.

Emil Paul.
von Josef Maier Kontakt Profil

Der Sommer war schmerzhaft. "Ich habe mir gleich in der ersten Ferienwoche die Schulter gebrochen", erzählt Emil Paul. Nicht bei irgendeinem Urlaubsvergnügen, sondern beim harten Training passierte das Malheur. Der 13-Jährige aus Luhe-Wildenau (Landkreis Neustadt/WN) war mit dem Bayernkader zum Skisprungtraining im slowenischen Planica. "Bei der Landung bin ich gestürzt. Ich dachte zuerst. das ist eine Prellung, bin sogar noch einmal gesprungen."

Emil, der als großes Talent in der Nordischen Kombination gilt, ist schon in jungen Jahren hart im Nehmen. "Mittlerweile ist wieder alles gut, der Bruch war nicht so schlimm", erklärt der Schüler am Augustinus-Gymnasium in Weiden. Er kann wieder nahezu schmerzfrei trainieren. Aber derzeit wird er schon wieder gebremst. Die Schanze in Bischofsgrün im Fichtelgebirge, auf der er normalerweise trainiert, ist gesperrt. Und in Coronazeiten ist es auch nicht so einfach auf andere Anlagen - unabhängig von der Entfernung - auszuweichen. Emil: "Da muss man natürlich derzeit viele Regeln beachten."

Für einen wie Emil, der als Kombinierer für den WSV Warmensteinach und als Langläufer für den SC Monte Kaolino Hirschau startet, kommt die Coronakrise total ungelegen. Gerade hat er begonnen, schon ein bisschen professionell zu trainieren, hat einen guten Trainingsrhythmus, beim Springen wird er auch immer sicherer - und dann ist da jetzt diese Ungewissheit. "Ich weiß nicht, mit welchen Wettbewerben es dieses Jahr losgeht." Derzeit bleibt nur das Training auf Skirollern, regelmäßig schnallen sich er und seine ältere Schwester Ella, die im Langlauf ebenfalls sehr talentiert ist, die rollenden Latten an die Füße. Sie fahren viel Rad, oder laufen. "Manchmal geht es auch in den Fitnessraum", sagt Emil, der als Bayern-Kaderathlet auch in Coronazeiten trainieren darf. Seinen Kollegen, die gleichzeitig auch seine Konkurrenten sind, geht es genauso, weiß Emil: "Wir sind immer wieder in Kontakt."

Emil Paul und sein großes Vorbild

Luhe-Wildenau

Einen Wettbewerb hat der Luher bisher im Herbst absolviert. Da wurde in Rastbüchl im Bayerischen Wald ein Deutscher Schülercup ausgetragen. Emil landete bei dem Wettbewerb auf Rang vier. Schon da zeigte sich, dass er sich beim Springen weiter verbessert hat. "In erster Linie will ich mich natürlich in dieser Disziplin weiterentwickeln." Der junge Kombinierer will weiter seinen Flugstil verfeinern, weiter Sicherheit bekommen. "Wenn ich auf großen Schanzen bin, dann habe ich schon noch ein mulmiges Gefühl." Nur allzu verständlich. Es gibt ohnehin nur wenige 13-Jährige, die so mutig wie Emil sind.

Ich weiß nicht, mit welchen Wettbewerben es dieses Jahr losgeht.

Emil Paul

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