10.12.2020 - 18:46 Uhr
KemnathSport

Corona-Online-League: Für Fußballkids der Hit

Corona-Online-League - der Name klingt kurzweilig und macht neugierig. Was dahinter steckt, weiß ein Nachwuchsfußballtrainer aus Kemnath.

Mit der Sohle am Ball um die Hütchen – Peter Prechtl, Trainer der U11 der SpVgg Greuther Fürth, macht eine der Übungen in der Corona-Online-League vor
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Peter Prechtl ist zwar erst 23 Jahre jung, aber als Trainer von Fußballtalenten hat er bereits reichlich Erfahrung gesammelt. Zunächst war er Coach der U12 der SpVgg Bayreuth, dann Trainer der U9 beim 1. FC Nürnberg. Seit Juli hat er die U11 des Zweitbundesligisten SpVgg Greuther Fürth unter seinen Fittichen. Eine reizvolle Aufgabe, wenn nicht diese verflixte Pandemie wäre. "Wir haben zuletzt im Oktober zusammen trainiert", sagt der Kemnather, der in Nürnberg Wirtschaftspädagogik studiert.

Um die Mannschaft auch in Corona-Zeiten und ohne Präsenztraining bei Laune zu halten, kam Prechtl beim Gedankenaustausch mit Florian Mayer, einem befreundeten Juniorencoach des FC Bayern, eine geniale Idee. Statt den Kindern wie mittlerweile in vielen Vereinen üblich lediglich Trainingsaufgaben per Whatsapp zu schicken, gründeten beide kurzerhand eine extra Liga, die Corona-Online-League. "Die Kinder können sich hier mit Spielern anderer Vereine messen", erklärt Prechtl. "Das ist ein toller Anreiz und macht allen viel Freude."

Das Ganze funktioniert so: Neben der SpVgg Greuther Fürth und dem FC Bayern machen RB Leipzig, VfL Wolfsburg, SSV Jahn Regensburg und RB Salzburg in der "COL" mit. Es sind sechs Online-Spieltage angesetzt, wobei der erste bereits absolviert ist. "Da hatte der FC Bayern die Federführung inne", sagt Prechtl. Challenges nennt er die drei Wochenaufgaben, die den jungen Talenten gestellt werden und die sie binnen weniger Tage erfüllen müssen. "Am ersten Spieltag musste man zum Beispiel durch fünf Hütchen dribbeln. Dabei durfte man den Ball aber nur mit der Sohle berühren." Besonders anspruchsvoll war jene Challenge, bei der die Kids im Sitzen den Ball möglichst lange jonglieren mussten. "Meine Jungs schafften höchstens 20 Ballkontakte. Der Wahnsinn war ein Junge des FC Bayern, der hat das Leder 280 Mal in der Luft gehalten."

Die per Video eingereichten Leistungsnachweise werten die Vereinstrainer aus und erstellen danach eine Tabelle. "Es gibt Punkte, je nachdem wie gut die jeweils drei besten Spieler jeder Mannschaften die Challenges gelöst haben", berichtet Prechtl. Ende Januar soll die Liga beendet sein, der Sieger feststehen. "Wer gewinnt, ist aber Nebensache. Es zählt nicht nur die Leistung, sondern vor allem der Spaß." Prechtl könnte sich vorstellen, dass die "COL" auch bei unterklassigeren Vereinen Nachahmer findet. "Es muss sich halt jemand finden, der das Ganze koordiniert. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall."

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