03.12.2021 - 15:07 Uhr
HirschauSport

Oberpfälzer Skilangläufer zwischen Corona-Frust und Wettkampf-Lust

Unterbrochener Spielbetrieb und abgesagte Wettkämpfe: Corona hat die Sportler im Würgegriff. Auch die Skilangläufer in der Oberpfalz. Nach einem Winter ohne Rennserien und Meisterschaften stehen sie erneut vor einer ungewissen Saison.

Drei Skilangläufer bei einem Deutschland-Pokal-Rennen im Januar 2020 am Arber. Es war einer der letzten regulären Wettkämpfe, bevor wegen Corona nahezu alles abgesagt werden musste.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Den Schneefall Anfang der Woche nutzten Johannes Pfab und seine Schüler-Trainingsgruppe zu einer spontanen Einheit auf den Langlaufskiern. "Wenn schon mal Schnee liegt, muss man ihn nutzen", sagt der Trainer des SCMK Hirschau. Am nächsten Tag war wieder alles grün und braun rund um den Rotbühl-Sender bei Hirschau. Das Wetter ist eine Unwägbarkeit, mit dem Skilangläufer leben müssen. Wie im vorletzten Winter. "Wir sind viel gereist, um überhaupt auf Schnee zu kommen", erinnert sich Pfab an die Saison 2019/20. Die endete dann jäh. "Anfang März kam der Lockdown - und damit war alles beendet."

Der Schnee hätte ein Jahr später gepasst. Auch dank der Schneekanonen am Sender. Es war der "beste Winter seit Jahren", sagt Pfab. "Wir hatten vom 5. Dezember bis 25. März dauerhaft eine Loipe am Sender, zwischendrin sind wir vier, fünf Wochen auf Naturschnee gelaufen. Und auch Schönsee und die Silberhütte hatten Schnee wie lange nicht." Und doch gab es keinen einzigen offiziellen Wettkampf für die Skilangläufer aus der Oberpfalz. Wegen Corona wurden alle Rennserien und Meisterschaften abgesagt.

Auftaktrennen abgesagt

Mit Absagen begann nun auch die Saison 2021/22: Das für Freitag, 3. Dezember, vorgesehene Auftaktrennen des Meister-Nordic-Cups in Schönsee fiel wegen Schneemangels aus - und soll im Januar nachgeholt werden. Der Wettkampfkalender ist voll in den kommenden Wochen und Monaten: Meister-Nordic-Cup, Nordbayern-Cup und Deutschland-Pokal. Auch hier wurde das erste Rennen schon abgesagt. Wegen Corona. Ob die weiteren Rennen wie geplant über die Bühne gehen können, ist ungewiss. "Wir wissen heute nicht, was morgen ist", sagt Pfab. Und meint damit weniger das Wetter als die Corona-Regeln ("Da ändert sich gefühlt jeden Tag etwas").

Beim Skiclub Monte Kaolino betreut der hauptamtliche Trainer rund 70 aktive Skilangläufer. Im Alter von fünf bis 20 Jahren. Schon seit Mai bereiten sich diese auf den Winter vor, mit Trainingslagern in den Pfingst- und Sommerferien. An Allerheiligen stand eine Woche Training in der Skihalle in Oberhof auf dem Programm. "Der Skilangläufer wird im Prinzip im Sommer gemacht", erklärt Pfab, "denn in der Wettkampfphase ist nicht mehr so viel Training möglich, da wird versucht, an kleineren Dingen zu feilen und die Form zu halten."

Motivation geht verloren

Gerade jetzt, wo die Fußballer ihre Winterpause vorgezogen haben, Volleyballer, Kegler oder Handballer ihren Spielbetrieb unterbrochen haben, wollen die Skilangläufer mit ihrer Saison beginnen. "Ein bisschen", gibt Pfab zu, "fühlt es sich schon wie letztes Jahr an. Es ist alles geplant, wir wissen aber nicht, was und wie es stattfinden kann". Und trotzdem hofft er, dass die Wettkämpfe diesmal ausgetragen werden können: "Wenn sich Kinder und Jugendliche nicht messen können, geht die Motivation verloren. Die Kombination aus Spaß am Sport und gegeneinander Laufen ist so wichtig. Auch was die Persönlichkeitsentwicklung angeht."

Alleine gegen die Uhr

Aus diesem Grund stellten Skiverbände und Vereine im vergangenen Jahr alternative Wettkämpfe auf die Beine: "Wir hatten Challenges, da ist jeder einzeln gelaufen mit einer GPS-Uhr, hat die Daten im Internet hochgeladen und konnte sich so mit anderen vergleichen." Ein Wettkampf-Modell, das man erneut anbieten wird, sollte Corona wieder eine reguläre Saison verhindern. "Wir haben die komplette Corona-Zeit gut hingebracht und uns gut darauf eingestellt." Deswegen, sagt Johannes Pfab, gehe er positiver gestimmt in die Saison als letztes Jahr. "Aber natürlich ist die Ungewissheit immer da."

Schnee in der Halle: Skilangläufer des SCMK Hirschau besuchen Skihalle in Oberhof

Hirschau
Hintergrund:

Skilanglauf in der Oberpfalz

  • Fünf Vereine mit einer Langlaufsparte: SCMK Hirschau, TV Furth im Wald, SC Großberg (bei Regensburg) und neu FC Altglashütte sowie FC Rötz mit dem ehemaligen Hirschauer Trainer Thomas Steindl
  • Der SCMK Hirschau ist Ausrichter für ein Nachtrennen am 17. Dezember am Rotbühl-Sender
  • Die Rennen des Deutschland-Pokals vom 18. bis 20. März 2022 richtet der SCMK Hirschau am Arber aus

 

 

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