09.02.2021 - 18:38 Uhr
FreudenbergSport

Oberpfälzer Bundestrainer über die Biathlon-WM und die Träume oberhalb des Monte Kaolino

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Er soll für die Biathlon-Zukunft sorgen. Junioren-Bundestrainer Zibi Szlufcik aus Freudenberg kennt aber auch die Gegenwart um Arnd Peiffer ganz gut. Bei der WM in Pokljuka traut er vor allem einer Dame Großes zu.

Zibi Szlufcik .
von Josef Maier Kontakt Profil

Zibi Szlufcik (53) spekuliert und muss dabei schmunzeln. "Also zu Beginn des Winters waren die Schweden das Maß aller Dinge. Dann kamen wieder mal die Norweger ..." Das Grinsen wird breiter: "Vielleicht sind es bei der WM ja die Deutschen." Das wär' natürlich ein Traum, aber auch der Chef-Bundestrainer Nachwuchs im Deutschen Skiverband, der mit seiner Familie in Freudenberg (Kreis Amberg-Sulzbach) wohnt, weiß, dass im internationalen Biathlon die Spitze ziemlich breit geworden ist. "Auch viele kleine Nationen haben aufgeholt. Mittlerweile können so viele gewinnen." Meistens machen das trotzdem die Norweger. Für Szlufcik schon irgendwie logisch: "In Norwegen kommt jedes zweite Kind mit Skiern an den Füßen zur Welt. Bei uns mit dem Ball."

Aber seinem Kollegen, Herren-Bundestrainer Mark Kirchner, und dem deutschen Team traut er in Pokljuka einiges zu. Szlufcik, der seit eineinhalb Jahren für den Verband arbeitet, kennt die Vorgänge. "Das ist ein wirklich starkes Team", sagt er vor den Wettbewerben in Slowenien, die am Mittwoch mit der Mixed-Staffel beginnen. Dass Kirchner nur zehn Frauen und Männer mit nach Pokljuka nimmt, sieht er nicht als Zeichen der Schwäche oder dass der Nachwuchs fehlt. "Es gibt klare Quali-Kriterien."

Die, die dabei seien, wären in jedem Rennen fähig, um die Medaillen zu laufen. Bei den Frauen traut Szlufcik vor allem Franziska Preuß Großes zu. Die 26-Jährige aus Wasserburg am Inn liegt derzeit in der Weltcup-Gesamtwertung auf Rang sechs und präsentierte sich zuletzt in bärenstarker Form. "Franziska war schon immer ein großes Talent. Sie wird bei der WM zeigen, was sie kann."

Ein Porträt über Zibi Szlufcik

Amberg

Szlufcik wird die WM-Rennen, wo immer es geht, im Livestream verfolgen, denn auch er ist in dieser Zeit mit seinen Nachwuchsathleten unterwegs. Zunächst bei einem Trainingslager in Kaltenbrunn bei Garmisch-Partenkirchen. Da läuft die Vorbereitung auf Junioren- und Jugend-WM, die ab 25. Februar in Obertilliach ausgetragen werden. Mit im Blick hat Szlufcik auch immer seinen Oberpfälzer Landsmann Johannes Donhauser. "Johannes hat in diesem Winter noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht", freut sich Szlufcik. Durch seinen deutschen Meistertitel im Herbst habe er sich "für die erste Mannschaft angeboten". Donhauser, dessen Familie mittlerweile in Ursen-sollen wohnt, war mit Arnd Peiffer, Erik Lesser und Co im November im Weltcup-Trainingslager im finnischen Muonio dabei.

Mit seinen Ergebnissen zuletzt beim IBU-Cup am Arber war Donhauser nicht so zufrieden. "Daraus muss er lernen", meint Szlufcik, der selbst im Bayerischen Wald vorbeigeschaut hatte: "Johannes wird weiter seine internationalen Einsätze bekommen." Donhauser hat seine Langlaufkarriere beim SC Monte Kaolino Hirschau begonnen. Und war da auch oft am Rotbühlsender oberhalb von Hirschau unterwegs.

Dort, unweit von Freudenberg, ist auch Zibi Szlufcik derzeit immer wieder anzutreffen. "Ich bin echt dankbar, dass wir hier so eine Anlage haben", sagt er. Wobei er da auch gleich noch eine Idee hätte: "Vielleicht gibt es ja beim SC Monte Kaolino irgendwann eine Biathlon-Abteilung."

In Norwegen kommt jedes zweite Kind mit Skiern an den Füßen zur Welt. Bei uns mit dem Ball.

Zibi Szlufcik, Chef-Bundestrainer für den Biathlon-Nachwuchs im Deutschen Skiverband.

Zibi Szlufcik, Chef-Bundestrainer für den Biathlon-Nachwuchs im Deutschen Skiverband.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.