27.03.2020 - 18:00 Uhr
EtzenrichtSport

Markus Hofbauer: "Ich tippe, dass wir überhaupt nicht mehr spielen"

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Die ungewisse Zukunft im Amateurfußball beschäftigt die Vereine von der A-Klasse bis zur Bayernliga. Der Sportliche Leiter des Bezirksligisten SV Etzenricht erläutert, wie sein Verein mit der derzeitigen Krise umgeht.

Home-Office statt Seitenlinie: Markus Hofbauer vom SV Etzenricht blickt derzeit, wie alle anderen Vereinsfunktionäre auch, einer ungewissen Zukunft des Amateurfußballs entgegen.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Die Amateurfußballer und das Coronavirus: Diese verhängnisvolle Konstellation gestaltet sich ähnlich existenzbedrohend wie bei den millionenschweren Profi-Kollegen. Geht's weiter? Wenn ja, wann und wie? Was geschieht bei einem Saisonabbruch? Wie wirkt sich die Corona-Pause auf die neue Spielzeit aus? Fragen über Fragen und wenig bis keine Planungssicherheit kennzeichnen derzeit die Aufgabe der sportlich Verantwortlichen. "Ich persönlich tippe, dass wir überhaupt nicht mehr spielen", rechnet etwa Markus Hofbauer mit dem Worst-Case-Szenario. Vielmehr sieht der Sportliche Leiter des Bezirksligisten SV Etzenricht unterschiedliche Regelungen für Vereine auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene kommen. "Ab der Landesliga aufwärts kann ich mir eine Annullierung der Saison rechtlich durchaus vorstellen. So leid es mir für mögliche Aufsteiger täte. Aber ich bin kein Jurist", sagte Hofbauer. Dagegen hält er es für die Bezirksliga abwärts durchaus praktikabel, dass "die Tabelle nach der Hinrunde gewertet wird".

Das sagt Bezirksvorsitzender Thomas Graml zur aktuellen Situation:

Weiden in der Oberpfalz

Aber Hofbauer bewegt sich wie alle anderen Vereinsfunktionäre im spekulativen Bereich. Mehr als mutmaßen können die Amateurfußballer aktuell ohnehin nicht machen. "Wir halten uns an die Weisungen der Regierung und haben den Trainingsbetrieb komplett eingestellt. Unsere Spieler arbeiten individuell mit Brustgurt und App-Übermittlung ihrer Werte." Immerhin ist so genügend Zeit, die personellen Weichen für die kommende Saison zu stellen. Bis auf Norbert Ferstl (wechselt als Spielertrainer zum Kreisligisten FC Tremmersdorf) bleiben, laut Hofbauer, alle Spieler aus dem bisherigen Kader des SV Etzenricht an Bord, dann unter dem neuen Trainer Andreas Wendl. Auch Keeper Florian Veigl hält trotz eines Angebots der SpVgg Bayreuth dem SVE die Treue. "Mit Neuzugängen ist es aktuell schwierig. Wir stehen mit einigen in Kontakt, aber jeder will natürlich erst abwarten, wie es weitergeht."

Sorgen bereiten den Verantwortlichen neben der ungewissen Zukunft die Finanzen. Kein Spielbetrieb, keine Heimspiele, keine Zuschauer, kein Sportheim-Betrieb: "Da bleiben aktuell null Euro an Einnahmen übrig, während das Sportgelände weiter unterhalten werden muss. Mit fehlenden Einnahmen und laufenden Kosten sind wir schnell im fünfstelligen Bereich", rechnet Hofbauer vor. Zu allem Übel wurde den Etzenrichtern in der Winterpause ihr Aufsitzrasenmäher geklaut. "Zum Glück kommt uns unser Trainerteam hier finanziell entgegen. Das ist nicht selbstverständlich." Wie viele Vereine hofft der SVE auf künftige Unterstützung kleiner Vereine durch den Bayerischen Fußball-Verband oder den Bayerischen Landessportverband. Doch auch die ist momentan – wie fast alles im Amateurfußball – noch ungewiss.

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