08.03.2020 - 22:23 Uhr
BayernSport

Müller nach 2:0 sauer: Die Bayern wollen sich nicht quälen

In Hoffenheim ärgerten sich die Bayern-Spieler zuletzt über einige Fans. Am Sonntag gegen den FC Augsburg war es lange Zeit umgekehrt. Bis der "Erlöser" kam.

Lange Zeit taten sich die Bayern gegen unangenehme Augsburger schwer. Erst Mitte der zweiten Halbzeit brach Thomas Müller (links) den Bann, als er FCA-Keeper Andreas Luthe keine Chance ließ und zur Führung vollstreckte.

Die Einzigen, die sich aus Sicht des FC Bayern am Sonntagnachmittag in der Allianz-Arena ungehörig und fast schon majestätsbeleidigend verhielten, waren die Gäste. Nicht deren Fans, sondern die Kicker des FC Augsburg. Frech, nervend, unablässig das Aufbauspiel des FC Bayern störend. Die Münchener brauchten fast eine Stunde, um die Fußballverhältnisse im Freistaat geradezurücken. Am Ende siegte der Bundesliga-Spitzenreiter verdient mit 2:0 (0:0) durch Treffer von Thomas Müller (53.) und Leon Goretzka (90.+1). Ruhig blieb es in der Südkurve. Nach den Turbulenzen von Hoffenheim gab es von den Fans dieses Mal nur einige verbale Attacken gegen den DFB und hetz-freie Plakate auch gegen die eigenen Bosse.

Müller kritisch

Trotz der Mühen auf dem Platz, für Joshua Kimmich war die Sache nach Spielschluss einfach: "Drei Punkte, Arbeitssieg", meinte der Mittelfeldmann nüchtern. Müde sei man gewesen, ergänzte David Alaba. So einfach wollte es sich Müller nicht machen: "Wir haben nicht genug in die Läufe investiert", lamentierte der Torschütze. "Wir haben es nicht geschafft, uns zu quälen."

FCA-Trainer Martin Schmidt hatte den richtigen Defensiv-Mix gewählt: Mal ganz frech nach vorne verteidigen, mal tiefstehend die plumpen Angriffsversuche des Rekordmeisters wegputzen. Die Gastgeber spielten nahezu nur vertikal, ohne Ideen. Die Münchener trugen zu ihrem 120. Geburtstag Retro-Trikots aus den 1930ern-Jahren. Im Tempo von damals agierten sie auch zeitweise. Nur eine richtige Chance in den ersten 45 Minuten, das hatte es aus Bayern-Sicht lange nicht mehr gegeben. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte stolperte Thomas Müller den Ball über die Latte - bezeichnend.

Die zweite Hälfte schien zunächst ein Muster der ersten zu werden. Doch dann kam Thomas Müller noch einmal. Diesmal stolperte der Oldie nicht, sondern versenkte die Kugel nach einem starken Pass von Jérôme Boateng (Müller: "Jérôme hat ein feines Füßchen") aus acht Metern im Tor (53.). Die Bayern blieben dran. FCA-Abwehrchef Jeffry Gouweleeuw hätte die Gastgeber fast mit einem Eigentor zum Geburtstag beschenkt (63.). Joshua Zirkzee, Philippe Coutinho und Serge Gnabry hatten Top-Chancen. "Aber unsere Killermentalität war heute nicht da", meinte Müller. Auch für Trainer Hansi Flick war dies ein großes Ärgernis: "Dass die Augsburger dann Möglichkeiten kriegen, war doch klar."

Niederlechner verpasst Ausgleich

Die größte Ausgleichschance hatte Florian Niederlechner zehn Minuten vor Schluss. Weit nach Abpfiff wusste er, wie er es hätte machen sollen: "Ich muss den Ball in die Ecke legen." Machte er ja irgendwie, doch Manuel Neuer hielt stark.

Zum Schluss gab es noch ein Tänzchen. Das von Gnabry und Leon Goretzka mit einem doppelten Doppelpass durch die Augsburger Reihen - Letzterer schob zum 2:0 ein. Thomas Müller war dennoch unzufrieden: "Klar, wir meckern auf hohem Niveau. Aber das ist nicht das, was wir spielen wollen."

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