09.03.2020 - 14:41 Uhr
BayernSport

Bayerns Goretzka, Corona und die Faust in der Tasche

Nach dem 2:0-Pflichtsieg gegen den FC Augsburg sind bei den Bayern nicht nur Tore und Doppelpässe die Themen. Nationalspieler Leon Goretzka hat da seine eigene Sichtweise.

Komischer Jubel nach seinem 2:0: Leon Goretzka ist mit seiner derzeitigen Situation beim FC Bayern nicht gänzlich zufrieden.
von Josef Maier Kontakt Profil

Auch Leon Goretzka sollte noch eine Diagnose stellen - nicht zum Spiel, oder gar zu seinem schönen Tor, mit dem er den 2:0-Sieg der Bayern am Sonntag gegen den FC Augsburg besiegelte. Goretzka sollte etwas zum Coronavirus sagen und zu möglichen Geisterspielen, die jetzt auch der Bundesliga drohen. Es gebe Verantwortliche, die sich bestens mit dieser Materie beschäftigen würden, meinte der Nationalspieler: "Wenn die der Meinung sind, dass man da was Gutes tun kann für das Land und die Eindämmung dieser Ausbreitung, dann müssen wir das in Kauf nehmen, das ist doch klar."

Diagnose gestellt, aber zufrieden war Goretzka damit nicht. "Ich finde, was Kloppo gesagt hat, trifft es ganz gut." Liverpool-Coach Jürgen Klopp meinte jüngst, dass ein Trainer kein Virologe sei. Und das gilt dann auch für einen kickenden Profi. Joshua Kimmich erzählte aber, dass die sich ausbreitende Epidemie schon ein Thema im Team sei. "Wir haben ein bisschen darüber diskutiert. Aber der Fußball war ja bisher noch nicht so betroffen." Was sich schnell ändern kann.

In der Arena am Sonntag war das Virus ansonsten kein großes Thema. Die Bayern hatten zusätzliche Behälter mit Desinfektionsmitteln aufgestellt, größere Infos zu Verhaltensweisen - Fehlanzeige.

Sie müssen es auch in München ohnehin nehmen wie es kommt. Gut möglich, dass gegen Chelsea (18. März) und Eintracht Frankfurt (22. März) Geisterspiele drohen. Was dann wohl die Fans mit ihren Bannern machen würden? Fleißig streckten sie auch am Sonntag ihre Parolen in die Höhe. Es blieb alles im Rahmen und auch der Rest der 75 000 Zuschauer interessierte sich nicht besonders für die Aktionen. Fulminanter war da schon die Choreographie zum 120. Geburtstag der Bayern vor dem Anpfiff.

Nach dem Anpfiff waren die Münchener Kicker zwar nicht besonders engagiert unterwegs, aber trotz des mauen Auftritts gegen den FCA waren sie die Sieger des Spieltags: "Das ist super-erfreulich, dass es so schnell passiert ist, dass wir von vier Punkten Rückstand auf vier Punkte Vorsprung gekommen sind", erklärte Thomas Müller

Müller ist wieder fester Bestandteil des Teams. Leon Goretzka dagegen ist bei Trainer Hansi Flick Pendler. Mal Bank, mal Rasen. "Er befinde sich in einer Topverfassung", sagte der Ex-Schalker. "Deswegen bin ich nicht glücklich, wenn ich nicht von Anfang an spiele." Er respektiere die Entscheidung des Trainers: "Da musst du die Faust in die Tasche stecken und weiter an dir arbeiten." Goretzka hat in den nächsten Tagen genügend anderes zu tun, als irgendwelche fachfremden Diagnosen zu stellen.

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