21.07.2021 - 16:19 Uhr
AmmerthalSport

Trainer Michael Hutzler von der DJK Ammerthal: Es wird von Tag zu Tag besser

Mit einem Heimspiel gegen den Würzburger FV startet die DJK Ammerthal am Freitag in die Bayernliga-Saison 2021/22. Im Interview spricht der neue Trainer Michael Hutzler über die schwierige Vorbereitung, seine Ziele und das neue DJK-System.

Bei einer lockeren Runde auf der Terrasse des Sportheims stimmte der Ammerthaler Trainer Michael Hutzler (weißes Shirt) seine Spieler auf die am Freitag beginnende Saison in der Bayernliga Nord ein.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

ONETZ: Herr Hutzler, Sie sind seit rund fünf Wochen Trainer in Ammerthal. Am Freitag steht das erste Punktspiel in der Bayernliga an. Sind Sie zufrieden mit dem Verlauf der Vorbereitung?

Michael Hutzler: Ich wusste, dass es nach dem Umbruch nicht einfach wird. Es war ein richtig großer Umbruch. Am Anfang lief es nicht ganz reibungslos, das sah man auch in den Vorbereitungsspielen. Die vergangenen Wochen waren richtig viel Arbeit, aber mittlerweile ist eine Verbesserung erkennbar.

ONETZ: Was muss mit Blick auf das Heimspiel am Freitag gegen den Würzburger FV noch besser werden?

Michael Hutzler: Wir haben ganz viel umgestellt, weg vom System „tief stehen und schnell nach vorne umschalten“ hin zum Ballbesitz-Fußball. Die Abläufe sind noch nicht ganz optimal. Aber es wird von Training zu Training besser. Man darf nicht vergessen, es ist eine komplett neu zusammengestellte Mannschaft. Das habe ich am Anfang auch ein bisschen unterschätzt. Da müssen wir uns schon noch finden.

ONETZ: Stichwort Training: Merkte man den Spielern die lange Corona-Pause an?

Michael Hutzler: Natürlich! Wir mussten einiges aufarbeiten nach fast einem Jahr Pause. Die Spieler waren aber sehr fleißig, wir sind auf einem guten Weg, das hinzukriegen.

ONETZ: Werden Corona und die lange Pause den Fußball verändern?

Michael Hutzler: Ich glaube, wenn wir Corona irgendwie im Griff haben, wird das alles wieder normal werden. Man sieht es in Ammerthal, wie der Verein wieder lebt, wie die Spieler wieder mit Freude dabei sind, wie auch die Zuschauer wieder kommen wie beim Pokalspiel in Weiden. Mal ehrlich: Was gibt es Schöneres, als bei Bier und Bratwürsten ein Fußballspiel anzuschauen?

ONETZ: Wie erging es Ihnen in der Pause?

Michael Hutzler: Ich war komplett down, nicht mehr so fixiert auf Fußball. Nach dem Jahr Pause fragte ich mich, ob ich überhaupt noch Lust darauf habe. Aber nach ein, zwei Wochen Training war das Feuer wieder komplett da.

ONETZ: Sie kannten Ammerthal bisher nur als gegnerischer Trainer. Was verbanden Sie mit der DJK?

Michael Hutzler: Erst einmal das Ambiente mit dem Felsen und der Kirche im Hintergrund. Es ist eine wunderschöne Anlage. Und es war immer schwer, dort zu spielen. Es ist schon eine Umstellung auf den kleineren Platz. Ich habe nicht so oft gewonnen in Ammerthal.

ONETZ: Sie waren zuletzt sieben Jahre in Forchheim und vier Jahre lang in Bamberg. Was macht Sie zuversichtlich, dass Sie auch in Ammerthal eine Ära prägen?

Michael Hutzler: Im Sport kann man nie sagen, dass etwas ewig geht. Fußball ist ein Tagesgeschäft. Man weiß nie, was passiert. Die Ergebnisse müssen natürlich stimmen als Trainer, die Entwicklung der Mannschaft muss stimmen. Wenn das alles gut passt, kann es schon eine längere Zusammenarbeit werden. Ich bin sehr optimistisch, dass es gut geht mit dieser Mannschaft. Ich habe wirklich ein gutes Gefühl, dass sie intakt ist, sie ist mega-fleißig und mir macht es auch sehr viel Spaß.

ONETZ: Was haben Sie sich für die neue Saison vorgenommen? Gibt es eine Wunschplatzierung?

Michael Hutzler: Ich kenne die Mannschaft erst seit ein paar Wochen, weiß nicht genau, wo wir stehen. Ziel ist es sicherlich, erfolgreich Fußball zu spielen, offensiv zu spielen. Das interessiert mich mehr als Platzierungen. Aber wünschen würde ich mir schon einen einstelligen Tabellenplatz.

ONETZ: Welcher Verein ist Ihr großer Favorit?

Michael Hutzler: Die DJK Vilzing. Ansbach wird sicherlich auch ganz weit oben mitspielen. Und wenn sie es beim ATSV Erlangen schaffen, aus den Neuzugängen eine gute Mannschaft zu formen, ist er ebenfalls ganz vorne dabei.

ONETZ: Gibt es etwas, auf das Sie sich in der neuen Saison besonders freuen?

Michael Hutzler: Das sind sicherlich die Spiele gegen den FC Eintracht Bamberg. Weil es mein letzter Verein war, ich dort im Guten gegangen bin, ich eine klasse Mannschaft hatte und mit vielen netten Menschen zu tun hatte. Ansonsten freue ich mich auf jedes Training und auf jedes Spiel, egal wie der Gegner heißt. Ich lebe einfach den Fußball und hoffe, dass die Coronazeit halbwegs vorbei ist, wir das in den Griff bekommen und wir unsere Saison durchziehen können.

ONETZ: Was würde Trainer Michael Hutzler über den Spieler Michael Hutzler sagen?

Michael Hutzler: Dass er ein sehr fleißiger Spieler war. Das ist etwas, was ich auch von meinen Spielern erwarte, dass sie fleißig sind und sehen, dass man eine sehr gute Fitness braucht für meine Idee von Fußball: Tempofußball war mir schon als Spieler lieber als den Ball hoch und weit nach vorne schlagen.

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Ammerthal
Hintergrund:

Zur Person: Michael Hutzler

  • 51 Jahre alt, verheiratet, drei Kinder
  • Wohnt in Ebermannstadt (Kreis Forchheim), arbeitet als Netzwerktechniker
  • mehr als 30 Jahre lang Spieler beim TSV Ebermannstadt
  • Trainer unter anderem bei SpVgg Jahn Forchheim (2010-2017), FC Eintracht Bamberg (2017-2021), DJK Ammerthal (seit 1. Juli 2021)
  • Größte Erfolge: Aufstieg in Bayernliga mit Forchheim (2012), Aufstieg mit Bamberg in die Landesliga (2018) und in die Bayernliga (2019)

 

 

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