04.12.2020 - 09:08 Uhr
AmbergSport

Volleyballer trotzen der Pandemie

Noch gibt es keine konkreten Zahlen, wie sich die Corona-Pandemie auf den Nachwuchs bei den Volleyballern in der nördlichen Oberpfalz auswirken wird. Aber derzeit sind die Vereine noch zufrieden.

Trainer Stefan Franz (rechts) kümmert sich seit drei Jahren intensiv um den Nachwuchs beim VC Amberg.
von Armin Eger Kontakt Profil

"Es ist nicht klar, ob wir die Kids halten können", sagt der Volleyballbezirksvorsitzende Werner Schmitt. "Das wird sich zeigen, wenn die Pandemie irgendwann vorbei sein sollte." Während in der Halle in den vergangenen Monaten "nichts ging", sei es eine gar nicht so schlecht Beachsaison gewesen.

Schmitt blickt weiter zurück. In den 90er-Jahren hätte Volleyball in der Oberpfalz einen starken Zulauf gehabt. "Das ging etwa bis 2005 so, dann folgte eine Stagnation und ein leichter Rücklauf in den vergangenen Jahren. Es sind einige Vereine weniger geworden, aber wir schauen nicht pessimistisch in die Zukunft", sagt der Bezirksvorsitzende. "Vielleicht kommen wieder einige auf eine Sportart zurück, die nicht so viel kostet." Wichtig wäre, dass die Saison im Januar fortgesetzt werden könnte. "Aber das steht alles in den Sternen."

Noch keinen genauen Überblick über die derzeitige Nachwuchs-Situation hat Peter Rathgeber, Abteilungsleiter Volleyball beim TB Weiden. "Beim ersten Lockdown im Frühjahr hatten wir keine Einbußen", erinnert er sich. Wie es nach dem derzeitigen Lockdown aussehe, müsse abgewartet werden. Fakt sei auf jeden Fall, dass der Verein bei den Anfängern einen guten Zulauf habe. Das Problem sei allerdings, wenn es in den Leistungsbereich gehe. "Dann hören viele auf", sagt Rathgeber. "Das beginnt bei der U16."

In den 1990ern starker Zulauf

Es sei mühsam, Kinder und Jugendliche für Volleyball zu gewinnen. Aber der TB habe mit Roland Tschannerl und Alois Breinbauer zwei sehr engagierte Trainer. "Sie bieten für den Nachwuchs Camps und Schnupperkurse an und gehen rein in die Schulen. Da das Volleyballspielen aber erst ab 10 Jahren richtig Sinn macht, haben die anderen Sportarten, allen voran die Fußballer, die Guten schon abgegriffen." Die Hoffnung von Rathgeber ruhen vor allem auf dem Beachvolleyball. "Damit kann man Kinder und Jugendlichen begeistern."

Während es im Nachwuchsbereich beim TB Weiden nicht schlecht läuft, sieht es bei den Erwachsenen nicht so gut aus. Der TB Weiden ging mit der Damenmannschaft vorige Saison freiwillig in die Bezirksliga zurück. "Uns fehlten die Leute. Die guten verlassen den Verein und spielen höherklassig in Marktredwitz oder in Regenstauf in der Regionalliga. Aber wir machen weiter, weil Volleyball unsere Passion ist", verspricht Rathgeber.

Gelernt hat Stefan Franz, Volleyballtrainer-Nachwuchstrainer beim VC Amberg, aus dem Lockdown im Frühjahr. "Wir waren Anfangs überfordert und hatten gar keine Angebote für unsere Kinder", sagt der 48-Jährige. Aber relativ bald sei die Beachvolleyballanlage der Stadt Amberg nutzbar gewesen und so konnte in kleinem Kreis wenigstens trainiert werden. "Wir sind so gefühlt schneller über den Lockdown gekommen", sagt Franz. Der Sommer sei mit Beachvolleyball bis hin zu den bayerischen Meisterschaften relativ gut gewesen. "Wir haben dadurch auch keine Leute verloren."

Der zweite Lockdown sei nicht mehr so überraschend gewesen und man sei darauf vorbereitet gewesen. Franz: "Wir bieten Videokonferenzen mit leichten Turnübungen zum Mitmachen an. Wir sprechen miteinander. Es geht locker zu und es ist auch Zeit für einen Witz." Das Angebot komme gut an, wenngleich das Hallentraining fehle. 80 Prozent nähmen an den Onlinekursen teil, weiß der Jugendtrainer, der hofft, alle bei der Stange halten zu können.

"Da das Volleyballspielen aber erst ab 10 Jahren richtig Sinn macht, haben die anderen Sportarten, allen voran die Fußballer, die Guten schon abgegriffen."

Peter Rathgeber, Abteilungsleiter Volleyball beim TB Weiden

Sehr engagierte Trainer

Mit der Gesamtsituation beim Nachwuchs ist Franz zufrieden. "Es geht sogar nach oben und wir mussten neue Trainingsgruppen aufmachen. Wir hatten Anfragen, ob es möglich sei, beim Onlinetraining mitzumachen." Was die Zukunft allerdings bringt, könne er nicht sagen. "Dass welche aus den etablierten Teams aufhören ist eher unwahrscheinlich. Schlechter ist das bei den Kleinen, die noch nicht so integriert sind." Jetzt hoffte der VC-Trainer natürlich vor allem auf eine relativ normale Beach-Saison.

Durchwachsen bezeichnet Gerd Spies die Situation beim Nachwuchs. Einblick hat er genügend. Er ist Manager beim VC Amberg, 1. Vorsitzender beim VC Schwandorf, dort auch Jugendtrainer und Manager der Landesliga-Damen. Bei den Mädchen sei während des Frühjahrslockdowns eine Mannschaft weggebrochen. Die Damen II und III mussten zu einer Mannschaft zusammengelegt werden. "Die 13- bis 14-Jährigen verlieren das Interesse", sagt Spies.

Bei den Jungs sei es stabil. Viel helfe das Konzept Schule und Verein: "Da ist eine gute Zusammenarbeit da. Wir haben einen direkten Draht." Spies fürchtet allerdings, dass in den nächsten Jahren der Unterbau wegbrechen könnte. In loser Reihenfolge beleuchtet die Sportredaktion die Nachwuchsprobleme, die sich aus den Folgen der Coronavirus-Pandemie quer durch sämtliche Sportarten ergeben.

Gute Spieler wandern ab

Neue Trainingsgruppen

Wir bieten Viedokonferenzen mit leichten Turnübungen zum Mitmachen an. Wir sprechen miteinander. Es geht locker zu und es ist auch Zeit mal für einen Witz.

Stefan Franz, Nachwuchstrainer Volleyball beim VC Amberg

Die alpinen und nordischen Skifahrer in Oberpfalz haben mit Corona und Schneemangel zu kämpfen

Flossenbürg

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.