02.09.2020 - 17:32 Uhr
AmbergSport

In vier Wochen Wettkampfsport mit Zuschauern?

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BLSV-Präsident Jörg Ammon spricht über die Verhandlungen mit der bayerischen Staatsregierung. Die Prognose: Das Infektionsgeschehen werde abnehmen – und weitere Lockerungen sollen kommen.

Jörg Ammon.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Kein Wort zum Sport - die bayerische Staatsregierung hat in der Erklärung am Dienstag, 1. September, die geltende 6. Infektionsschutzverordnung verlängert. Damit gibt's nichts Neues, nur die Gemüter der Fußballfunktionäre kochen über. "Wo ist eigentlich der BLSV? Da hört man gar nix mehr. Präsident Jörg Ammon hat getönt, Ende Juli werden wir wieder im Mannschaftsspielbetrieb sein. Seitdem ist die Interessensvertretung aller Sportler untergetaucht", hatte Thomas Graml, der BFV-Bezirksvorsitzende der Oberpfalz, sich empört geäußert.

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Eine "Standleitung"

"Das ist schade, wenn der Thomas Graml so etwas sagt", meint BLSV-Präsident Jörg Ammon. Denn: "Wir führen ständig Gespräche mit der Staatsregierung und haben quasi eine Standleitung ins bayerische Innenministerium, und das seit dem Ausbruch von Corona im März", erklärt Ammon. Er ist selbst an den Gesprächen mit Innen- und Sportminister Joachim Herrmann beteiligt. Vergangene Woche waren beide Herrmanns beteiligt, der Innenminister und der Leiter der Staatskanzlei, Florian Herrmann. Der Tenor der Verhandlung: "Keine Erleichterung derzeit. Wir können und wollen das Risiko nicht eingehen." Da helfen auch keinerlei Argumente mehr. Der BLSV habe vorgebracht, dass es in den Vereinen keinerlei Infektionsgeschehen gebe. Nur: "Die Staatsregierung schätzt die Gesamtlage so ein, das muss man akzeptieren."

Wer damit nicht einverstanden ist, der könne immer noch den Rechtsweg beschreiten. Der BLSV selbst hat keine Sportart, und könnte deswegen auch keine Klage einreichen. Das könnten nur die einzelnen Sportfachverbände - wie es jetzt der Bayerische Fußballverband erwägt. Der Freistaat Bayern sei laut den Zahlen am häufigsten oder zweithäufigsten von den Neu-Infektionen in Deutschland betroffen. "Wir haben 56 Sportfachverbände mit über 300 Sportarten. In weiten Bereichen haben wir schon Lockerungen erreicht, das muss man auch einmal sehen", erklärt Ammon.

"Nur Berater"

Das Infektionsgeschehen sei sehr unübersichtlich, die Zahlen steigen, und deswegen wären in der jüngsten Kabinettssitzung keine weiteren Lockerungen durchzusetzen gewesen. "Wir entscheiden ja nicht, wir sind nur Berater der Staatsregierung. Wir haben unsere Sicht der Dinge, und haben einen Spiegel, wie es an der Basis zugeht. Daher wissen wir, dass viele Menschen weitere Infektionen und die damit verbundenen Einschränkungen scheuen", erläutert der BLSV-Präsident.

Zwei wichtigere Themen

Zudem haben zwei völlig andere Themen die vergangenen Wochen bestimmt: die Reiserückkehrer und der Schulstart. Beides habe eine "überragende Bedeutung", und deswegen sehe die Politik keine weiteren Möglichkeiten an Lockerungen - Stand jetzt. Man möchte erst den Schulstart erfolgreich meistern. "Wir vom BLSV sind mit der Staatsregierung so verblieben, dass ein, zwei Wochen nach dem Schulstart das Infektionsgeschehen neu bewertet wird. Wir gehen alle davon aus, dass es sinkt. Weil es aus mehreren Gründen sehr stark angestiegen ist. Man testet sehr, sehr viel mehr, und die Zahl der Reiserückkehrer wird abnehmen", sagt Ammon. Dann werde es zu weiteren Erleichterungen im Bereich des Mannschafts- und Kontaktsports kommen.

Die Aufnahme des Trainingsspielbetriebs Ende Juli sei ja geglückt, deswegen verstehe er die Vorwürfe vonseiten des Fußballs nicht. Der nächste Schritt sei der Start des Wettkampfsportes, und da "ist uns allen einfach das Thema der stark gestiegenen Infektionen dazwischen gekommen."

Der Punkt "Zuschauer" liege neben dem Punkt "Wettkampfsport" auf dem Verhandlungstisch. Beides, so Ammon, sind vergangene Woche im Paket zusammen besprochen worden: "Wir hoffen, dass in vier Wochen Wettkampfsport mit Zuschauern erlaubt ist - vorausgesetzt eine positive Infektionsentwicklung und Neubewertung in rund 14 Tagen."

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