31.03.2021 - 17:59 Uhr
AmbergSport

Saisonabbruch: Verständnis für Fußballvereine - aber mit Einschränkungen

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Das Votum der von Oberpfalz-Medien befragen Amateurvereine war eindeutig: Knapp 72 Prozent wollen einen sofortigen Abbruch der Fußballsaison 2019/20. Kreisvorsitzender Albert Kellner sagt seine Meinung zur Umfrage.

Momentan sind alle Fußballplätze gesperrt, wegen Corona ist weder Training noch Spielbetrieb erlaubt.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Das Votum der von Oberpfalz-Medien befragen Fußballvereine war eindeutig: Knapp 72 Prozent der 142 teilnehmenden Vereine aus den Fußballkreisen Amberg/Weiden, Schwandorf/Cham und Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth plädierten für einen sofortigen Abbruch der Saison 2019/20.

"Ich finde das Ergebnis vom Grundsatz her in Ordnung. Auf seiten der Spieler ist offensichtlich eine gewisse Müdigkeit festzustellen", erklärt Albert Kellner, Kreisvorsitzender und -spielleiter des Kreises Amberg/Weiden dazu.

Er sieht die in diesem Fall anzuwendende Quotientenregel als gerecht an, die im August 2020 "richtig auf den Weg gebracht worden." Dass es den einen oder anderen Härtefall gebe, bedauert Kellner. "Ab damit werden wir leben müssen. Mir ist es nach wie vor lieber, die Saison zu Ende zu führen. Es ist ja noch nicht aller Tage Abend." Ohne Quotient würde es in der kommenden Saison "überfrachtete Kreisligen und Kreisklassen" geben. In den Bezirksligen wäre es noch fataler.

"Ich bin voll bei den Vereinen, die sagen, wir müssen jetzt einen Schnitt machen", sagt Kellner. Denn für die meisten gehe es um nichts mehr. Bei den meisten Mannschaften in Kreisligen, Kreisklassen oder A-Klassen stehe nicht im Vordergrund, unbedingt eine Klasse höher zu spielen. "Denen geht es darum, gesund Fußball zu spielen und Spaß an ihrem Sport zu haben."

Aber er müsse sich auch die andere Seite anhören, denn mit einem Abbruch nähme man den Zweitplatzierten das Aufstiegsrecht. "Die haben ein ganzes Jahr oder noch länger daraufhin gearbeitet." Der Kreisvorsitzende betont, dass er kein Freund von Schnellschüssen sei. Womöglich könne man trotz aller momentan ungünstigen Voraussetzungen noch spielen. "Vielleicht schaffen wir es, die Vereine, bei denen es noch um etwas geht, auf eine gleiche Spieleanzahl zu bringen. Dann wäre die Quotientenregel ein bisschen gerechter. Eine hundertprozentige Gerechtigkeit wird es in so einem Fall nie geben."

Eine Erkenntnis hat Albert Kellner inzwischen gewonnen - durch Rückmeldungen der Vereine, seit das Thema Quotientenregel akut wurde: "Einige haben vergangenes Jahr leichtfertig Spiele aus den verschiedensten Gründen abgesagt. Das würden sie jetzt nicht mehr tun. Da haben hoffentlich nicht nur diese Vereine dazugelernt."

Wenn man die Fußballsaison 2019/20 jetzt abbrechen müsse, sei das der Pandemie geschuldet: "Das hat vor einem Jahr kein Mensch vorhersehen können."

"Einige haben vergangenes Jahr leichtfertig Spiele aus den verschiedensten Gründen abgesagt. Das würden sie jetzt nicht mehr tun. Da haben hoffentlich nicht nur diese Vereine dazugelernt."

Albert Kellner, Kreisvorsitzender und -spielleiter des Fußballkreises Amberg/Weiden

Albert Kellner, Kreisvorsitzender und -spielleiter des Fußballkreises Amberg/Weiden

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